Zitat von Mohnblume_: Ich habe wirklich keine Ahnung, wie ich jemals damit klar kommen soll, dass die beiden das neue Paar in unserem Bekanntenkreis sind.
Deren Bekanntenkreis wird sich ändern. Sie hat ja einen anderen. Und nicht alle eurer gemeinsamen, werden auf Dauer das bleiben.
Zitat von Mohnblume_: Wie kann man das dem Menschen antun, mit dem man 30 Jahr verbracht hat.
Wie man das kann, kann ich nur vermuten.
Es gibt hierzu viele Theorien.
Manch Mann kauft sich ein Cabriolet oder ein Motorrad, einen Camper. Hatte er eine Glatze, trägt er plötzlich Haare. Das Altwerden rollt auf ihn, unabwendbar. Er fühlt sich nicht alt. Er ist jung. Er geht zum Spiegel und stellt fest, sein Gesicht war schon mal jünger.
Dann schaut er sich um, vergleicht, kommt auf dumme Ideen.
Ist er empfänglich für Flirts? Oder womöglich flirtet er schon länger? Nach 30 Jahren bewacht man nicht mehr so genau, was der Ehepartner tut.
Wenn er Glück hat, ist sie aus dem nahen bis weiteren Umfeld, bei völlig Fremden muss Mann mehr investieren.
Frage:
Hat er sich vor der Trennung verändert? Sport vielleicht? Plötzliches Kulturinteresse? War er zur Rund-um Erneuerung beim Cofeur? Zahnarzt?
Oder bekam er eine Diagnose, worauf hin, er beschloss, sein Leben neu zu erfinden?
Du kannst erkennen, Gründe sind mannigfaltig. Es kann ein genannter sein oder ein völlig anderer. Es zu wissen, bringt dich nicht weiter.
Und - er tut dies ja nicht dir an, er tut es sich an. Du fällst nämlich hinten runter. Er redet sich erfolgreich ein, das eure Ehe scheisze ist, er keinen Zugang zu dir mehr hatte, du dich negativ verändert hast, er sein Leben retten muss und die Gretchenfrage: kommt da noch was? Ist das alles gewesen, was das Leben für mich bereithält?
Es ist absehbar, das man auf das eigene Ableben zu steuert. Er will noch was erleben. Bisher hat er nicht gelebt.
Die Neue himmelt ihn an, Du nicht mehr. Nach 30 Jahren ist der Lack ab. Die Neue will auch öfters mit ihm im Bett liegen und knutschen, du nicht.
Du wirst unwissentlich geprüft, verglichen und verlierst logischerweise Punkte. Was auf deinem Punktekonto für jeden anderen ein großes Plus wäre, ihm als Minus erscheint.
Erfolgreich redet er sich das ein und von dir weg. Vielleicht denkt er auch, dir ergeht es ebenso und bisher warst du immer brav und hast getan, was er erwartet hat. Wozu also großes Procedere machen, warum den Ehepartner informieren, das der Haussegen wankt, einfach mit Tatsachen konfrontieren, die man nach Aussprache nicht mehr ändern kann (und möchte).
Wie war er, wenn es Streit gab? Konnte er nachgeben? Hattest du auch mal Recht? Immerhin war er der Herr im Haus, hat verdient und dir dieses leichte Leben ermöglicht.
So denken viele, die verlassen wollen.
Ich kann dir nichts tröstendes da lassen. Es gibt viele Gründe, warum er das tuen kann.
Und ich weiß, wie tief man ins bodenlose fällt. Weil dein Lebensplan ein anderer war. Deine Vorstellungen von, sich von seiner wohl grundsätzlich unterschied. Zumindest in den letzten zwei, drei Jahren.
Vielleicht wird dir eine Veränderung bewusst, wenn du grübelst.
Ich wünsche dir, das du über dich hinaus wächst und erkennst, das du ihn nicht brauchst.