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Verlassen nach fast 30 Jahren

Löwenzeh
Zitat von Mohnblume_:
Er zerstört mich

LASS dich nicht zerstören.
Komm in den Kampfmodus.

Bei mir passiert das ganz ohne mein Zutun (obwohl ich mich gedanklich auch oft selbst in diese Richtung bugsiere und ich glaube, das habe ich als depressive Jugendliche so konditioniert, weil ich diese grundlose, unendliche Traurigkeit nicht ertragen und verstanden habe):

Wenn die Trauer zu groß wird, schlägt sie in Wut um - und mit Wut kann ich leichter umgehen.
Selbst wenn ich dann lieber traurig sein wollte (weil traurig passiver ist und ich nicht aktiv werden mag):

Ich kann nicht wütend sein, wenn ich traurig bin.

Und andersherum ebenfalls:

Ich kann nicht traurig sein, wenn ich wütend bin.

Aber ich komm nicht in die Wut, wenn ich gedanklich an meinem Verhalten zweifle. Wenn ich Fehler bei mir suche. Wenn ich mich frage, warum der andere macht, was er macht.

Solange du traurig bist und dich mit deinen Gedanken dort festhältst (und natürlich kommen sie von ganz allein, aber sobald sie da sind: Widerspruch einlegen! Sich selbst laut widersprechen und den Gedanken revidieren) also, solange du am "Trauergut" festhältst, solange kannst du nicht wütend werden.

Und du solltest wütend werden. Dir würde übel mitgespielt. Und du hast ihn den Kahn steuern lassen, hast vertraut und geglaubt und nun sinkt der Kahn.
Was ist da die logische Konsequenz?
Zitat von Mohnblume_:
Werfe ich mich dann vor das nächste Auto, damit der Schmerz aufhört?

Nö? Was kann denn der arme Autofahrer für das Ganze?
Ja, schön, dein Leid endet und deine Verantwortung.
Bürdest du das aber nicht nur jemand anderem auf?

Mir haben diese Gedanken geholfen, mich nicht umbringen zu wollen und mein Leben in die eigenen Hände zu nehmen.
Pack es an. Geht auch mit Tränen in den Augen. Aber mit Wut im Bauch geht es zügiger voran.

Du schaffst das.
Nimm dir was ganz kleines vor heute, was dich ein Stück voranbringt.
Behandele dich selbst so, wie du von anderen behandelt werden willst. Oft sind wir mit uns selbst viel strenger.

x 2 #346


Igelfisch
Liebe Mohnblume,

Jemand schrieb, Du sollst Dich auf den Schmerz einlassen. Ich finde, das solltest Du dann machen, wenn Du Dich stark genug dafür fühlst und nicht jetzt, wenn Du glaubst jeden Moment zusammenzubrechen.

Das ist der Grund, warum ich Dir riet, Dich erstmal konsequent abzulenken. Du bist gerade recht labil und jeder Gedanke an ihn zieht Dich ( wieder... weiter) tief runter. Suche Dir Aktivitäten oder Hobbies die Dich ablenken. Gab es früher mal etwas, was Dir Freunde bereitet hat, was Du aber lange nicht mehr gemacht hast? Versuche das erneut. Oder probiere neue Dinge aus. Schnapp Dir eine Freundin und fahr mit ihr übers Wochenende weg. Oder probiere mal aus, Dich Gruppen anzuschließen, die Unternehmungen machen. Meet5 hab ich hier schon öfters im positiven Kontext gelesen. Alles, um mit den Gedanken nicht dauernd bei ihm zu haben sondern mehr und mehr bei Dir zu bleiben. Es wird Dir helfen, nach und nach weniger an ihn zu denken und Du wirst Dich dadurch stärker fühlen. Du kannst Dir neue schöne Erinnerungen schaffen und die werde Dich stärken.

Und wenn Du was am Konto zutun hast, guck nicht immer, was er so gemacht hat. Schau zu, dass das mit den Konten so schnell wie möglich geklärt wird, dass Du auch auch dann nicht mehr nachschauen kannst, selbst wenn Du es wolltest. Damit schützt Du Dich selbst.

Fang an besser auf Dich zu achten und weniger auf das, was er tut.
Ich kenne das nämlich auch. Wenn man sich die ganze Zeit mit der Person beschäftigt, wird das loslassen immer schwerer. Wenn Du ständig an ihn denkst, Dir Fotos anschaust und über das warum rumhirnst werden Sehnsucht und Schmerz nur größer. Wenn Du Dich konsequent ablenkst, wird die Distanz größer und Du beginnst, die Dinge anders zu sehen.

x 2 #347


A


Verlassen nach fast 30 Jahren

x 3


L
@Mohnblume_
Hallo Mohnblume,
lass Dir vom Hausarzt oder Neurologen Mirtazapin verschreiben. Die unangenehmen Gefühle wie Schuld, Verzweifelung usw. werden weit weggeschoben. Das Medikament hilft Dir besser durch den Tag zu kommen. Ich durchlebe gerade ähnliches wie Du ,mit 2 Kindern, Haus, Hund, 30 Jahre etc.. Kopf hoch...

#348


Plague
Zitat von Löwe321:
vom Hausarzt oder Neurologen

Wohl eher vom Psychiater.

Zitat von Löwe321:
Das Medikament hilft Dir besser durch den Tag zu kommen

Sämtliche Menschen die ich kenne, nehmen dieses relativ nutzlose Teufelszeug abends, um besser durch die Nacht zu kommen.

Wenn schon Medis, dann eher die Kombination eines vernünftigen ADs für den Tag mit was zur Sedierung am Abend.

Außerdem beruht die Wirkung zum großen Teil auf Histamin H1-Antagonismus - also Vorsicht bei nachfolgenden Heißhunger-Attacken und Gewichtszunahme.

x 2 #349


Heffalump
Zitat von Mohnblume_:
Habt ihr so tiefe Verzweiflung gespürt und es trotzdem geschafft

Sonst wäre ich ja nicht hier

x 1 #350


Plague
Zitat von cline:
Mit einigem Abstand wirst du diese Aussage vermutlich revidieren.
Kennt die Therapeutin deinen Mann persönlich? Nur aus deinen Erzählungen auf narzisstische Züge zu schließen, finde ich wenig professionell.

Vielleicht solltest du mal lieber deine Vorstellung von Therapie relativieren.
Es wurde hier keine Diagnose gestellt, sondern bestenfalls aus Hinweise eine Hypothese formuliert.
Das reicht aber oft schon, um Betroffene ein Stück weit aus den eigenen Schuldspiralen zu entlasten, wenn sie die entsprechenden Manipulationsstrategien verstehen, mit denen sie über lange Zeit unbewusst indoktriniert wurden.

Zitat von cline:
Komische Frage. DU sollst wissen welche Dinge dein Mann für SEIN Ego gemacht hat?

Schon mal auf die Idee gekommen, dass das eine rhetorische Frage gewesen ist?

#351


C
Zitat von Plague:
Vielleicht solltest du mal lieber deine Vorstellung von Therapie relativieren.

Jawollja ... bist du zufällig bei der Bundeswehr? 🤔

#352


Plague
Zitat von cline:
bist du zufällig bei der Bundeswehr

Mit der Truppe hatte ich Gott sei Dank nie irgendwas am Hut.

#353


M
Zitat von Mohnblume_:
Habt ihr so tiefe Verzweiflung gespürt und es trotzdem geschafft?

Ich glaube, diese Art der Verzweiflung haben viele derer, die sich hier angemeldet haben verspürt. Es gab bei mir Momente, in denen ich dachte, ich bin kurz vor Einlieferung. Und in denen ich mich gefragt habe, wieviel ein Mensch aushalten kann. Bei mir sind es jetzt gut 5 Monate, und es wird besser, von endgültig kann ich noch nicht sprechen, doch ja: einen großen Teil schon 'geschafft' ! Und es wird noch mehr werden 💪

Zitat von Mohnblume_:
Mittwoch bin ich bei der Psychotherapeutin und Donnerstag beim Anwalt.

Schau mal, was du schon auf die Beine gestellt hast, da ist doch ganz viel Lebenswillen und Kraft dahinter, die du nur selbst vielleicht (noch) nicht deutlich siehst

Zitat von Mohnblume_:
Ich hatte heute viele gute oder gesündere Gedanken…


Zitat von Mohnblume_:
Hab jetzt noch eine Stunde mit meiner Schwägerin telefoniert. Hat gut getan.
Mein Sohn hat jetzt angeboten, dass er heute Nacht bei mir schläft. Das nehme ich jetzt auch an.

Und hier, sieh mal, es gibt solche Momente, und es werden mehr, ganz sicher, schau auf das, was du schon hinbekommen hast 👏


Zitat von Mohnblume_:
Sie meinte, ich muss mich selber aus diesen Gedankenkreisen rausholen. Und soll bei mir bleiben. Was er gerade macht, definiert nicht mich sondern ihn.
Aber ich schaffe das immer nur einen Teil des Tages.


Immerhin schaffst du es schon einen Teil des Tages 👏
Es ist normal, das es nicht immer geht, es ist ja alles noch relativ frisch, und ihr wart sehr lange zusammen. Es braucht Geduld mit sich und dem Prozess. Bestimmt kann dir die Therapeutin im weiteren Verlauf auch noch Tipps geben, wie du es schaffst, mehr bei dir zu bleiben, das ist ein Lernprozess. Du kannst dir bewusst machen, dass und wie du es schon hin und wieder hinbekommst und es so oft es geht wiederholen

Ich wünsche dir ganz viel Kraft und Zuversicht 🌈

#354


Igelfisch
Also mit Empfehlungen zu bestimmten Medikamenten sollte man sich hier zurückhalten. Das sollte erstens ihr Arzt mit ihr zusammen entscheiden und zweitens können solche Mittel zu Beginn der Behandlung auch Suizidgedanken verstärken. Da Mohnblume es ~o-ton~ eh schon "verlockend" findet sollte ganz genau abgewogen werden ob und welches Medikament verschrieben wird und sie sollte dazu auch engmaschig unter ärztlicher Kontrolle sein.

x 1 #355


Vilya
Zitat von Mohnblume_:
Werfe ich mich dann vor das nächste Auto, damit der Schmerz aufhört?

Möchtest du deinen Kindern wirklich sowas antun? Ihr ganzes Leben versauen nur weil dein NM ein riesen großes A.Loch ist?
Lass nicht zu das dieses kleine Würstchen so eine Macht über dich bekommt. Der wird früher oder später noch in der Realität ankommen.

x 1 #356


M
Hi, zu dem Medikamenten. Mein Hausarzt ist schon dabei mir zur helfen. Aber keine Ahnung, ob was wirkt oder wie es ohne wäre.

Hätte gestern auch einen Termin beim Psychiater gehabt, aber der wurde kurzfristig abgesagt. Ohne neue Termin. Aber ich hoffe, dass er mir dann helfen kann.

Bei der Therapeutin werde ich ja die nächsten Wochen sehen, was sie mit an Hilfsmittel mitgeben kann.
Ich nehme weiterhin jedes Angebot meiner Freunde an und ich weiß, dass ich tolle Freunde und auch tolle Kinder habe. Aber immer dann wenn mich die Trauer so richtig erwischt und ich aus meinen Gedanken nicht mehr rauskommen, reicht mir das Gute in meinem Leben nicht mehr, weil das Negative, die Angst vor der Zukunft und diese „von den Füßen gerissen sein“ so mächtig ist.

Dann für die vielen Ratschläge.
Ich werde weiter versuchen, da irgendwie durch zu kommen.

x 3 #357


B
@BernhardQXY
Ergänzend: Du könntest von der Bank verlangen, dass das Konto in ein und Konto umgestellt wird. Dann kann keiner das Konto ins Minus treiben.
Bedeutet: den göttergatte muss bei jeder Transaktion dich fragen. Bedeutet: er wird sich voraussichtlich ein eigenes Konto anlegen und somit bekommst du nicht mehr mit, wie seine Kohle verplempert

#358


M
Guten Morgen,
Hattet ihr bei eurem Trennung auch so viele Tage, an denen ihr das Gefühl hattet, dass ihr kämpft, aktiv seid, versucht was zu verändern, aber am nächsten Morgen in der gleichen 💩 aufwacht, wie am Vortag.

Ich frage mich, wann das besser wird. Wofür verwende ich die Energie, wenn sich doch nichts ändert. Ich mache mir die gleichen sinnlosen Gedanken, auf die ich nie eine Antwort finden werde. Bin noch genauso traurig. Mit der gleichen Verzweiflung. Dem gleichen Schock.

Danke

#359


Heloise
@Mohnblume_

Wie war das bei dir mit anderen Themen im Leben: Geburtsschmerz als du deine Kinder gekriegt hast, dann Krankheiten der Kinder und die Sorgen die damit verbunden sind, Geplatzte Träume, Niederlagen, Tod naher Angehöriger? . Du hast doch sicher sowas schon erlebt. Wie bist du damit umgegangen?

x 1 #360


A


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