×

Lieber Forenbesucher,

wer bei uns Unterstützung sucht, soll sie finden, und wer helfen möchte, ist hier herzlich willkommen. Moderatoren und Mentoren begleiten das Forum und achten darauf, dass Beiträge respektvoll bleiben. Sachliche, tröstende, wohlwollende und empathische Beiträge sind ausdrücklich erwünscht, damit sich alle Mitglieder wohl fühlen. Abwertende oder verurteilende Inhalte haben hier keinen Platz.

717

Verlassen nach fast 30 Jahren

Heffalump
Ach Möhnchen, Umärmel

#361


Plague
Zitat von Igelfisch:
sollte ganz genau abgewogen werden ob und welches Medikament verschrieben wird und sie sollte dazu auch engmaschig unter ärztlicher Kontrolle sein.

Dann ist der Hausarzt ja genau der richtige Ansprechpartner dafür. 🧐

Viele dieser Herrschaften werden widerwillig in die psychosomatische Grundversorgung reingeschubst und kennen dann durch Pharmavertreter maximal eine Handvoll Medikationsschemata für Psychopharmaka, die dann schrotschussartige auf alle in Frage kommenden Patienten verteilt werden.

Zitat von Mohnblume_:
Hätte gestern auch einen Termin beim Psychiater gehabt, aber der wurde kurzfristig abgesagt. Ohne neue Termin. Aber ich hoffe, dass er mir dann helfen kann.

Mehr als Medikamente verschreiben (aber das in der Regel fachkundiger als Hausärzte) wirst du nicht erwarten können.

#362


A


Verlassen nach fast 30 Jahren

x 3


M
@Heloise ich habe in den letzten Jahren viele Verluste erlitten und das war eine harte Zeit, aber da hat mir geholfen, dass ich wusste, dass der Tod schweres Leid beendet hat und ich hab Kraft aus den schönen Erinnerungen gezogen. Und die Geburt meiner Kinder hab ich, auch wenn sie mit viel Problemen verbunden waren, auch gut weggesteckt. Eines meiner Kinder ist chronisch krank und auch da bin ich dann eher die Rationale, weil man es ja nicht ändern kann.

Würde aber schon sagen, dass ich mir viele Sachen merke oder auch mal nachtragender bin, als es sinnvoll ist. Oder schneller verletzt.
Aber so verzweifelt und hilflos wie jetzt, war ich noch nie. Bisher hat mir meine Familie gegeben. Und rational ist mir schon klar, dass ich 2 von 3 Menschen weiterhin in meinem Leben habe. Aber ich war und bin wohl emotional von meinem NM abhängig. Und das kann ich nicht von meinem Selbstwert trennen.
Ich fühle mich als Single weniger wert. Was Schwachsinn ist, weil ich ja auch niemanden der Single ist, weniger wertvoll empfinde.

#363


Heloise
Zitat von Mohnblume_:
Aber ich war und bin wohl emotional von meinem NM abhängig. Und das kann ich nicht von meinem Selbstwert trennen.

Wer hat dir diese Diagnose gegeben?
Zitat von Mohnblume_:
Ich fühle mich als Single weniger wert.

Ich denk mal das hat mit „Wert-sein“ nichts zu tun. Du bist noch kein Single. Single bist du erst, wenn du dich in deinem Status gefunden hast. Seh dich noch nicht als Single. Du bist im Übergang.
Naja, du bist erst in Woche 5 oder 6. Eteas leiden wirst du wohl noch müssen.
Ich hab bei meiner härtesten Trennung noch 6 Monate danach auf leere Wohnzimmer Regale geguckt, von denen er sein Zeug mitgenommen hatte. War nicht schön. Aber wenn du dir deine vergangenen Episoden anschaust, warst du doch immer allein. Den geburtsschmerz hast du alleine durchlebt und trauern tut doch im Grunde genommen doch jeder auf seine Weise. Bei solchen Episoden sind doch bei vielen Menschen die Freunde wichtiger als der Partner. Überleg mal genau: war er wirklich in schweren Krisen so hilfreich? Wie war das alles wirklich?

#364


M
@Heloise was ich so alles habe oder nicht habe, an Diagnosen werde ich über die nächsten Jahre wahrscheinlich herausfinden.
Denke bis zu einem gewissen Grad ist so eine Abhängigkeit auch normal.

Um zu beurteilen, wie er oder Freude in Krisenzeiten für mich da waren, müsste ich wahrscheinlich auch in Ruhe nachdenken.
Grundsätzlich hoffe ich, dass ich merke, dass ich auch etwas Wert bin und Dinge schaffe, wenn ich ihn nicht habe. Aber das wird auch die Zeit zeigen.

x 2 #365


Igelfisch
Zitat von Plague:
Dann ist der Hausarzt ja genau der richtige Ansprechpartner dafür.


Ich hab nichts von Hausarzt geschrieben.

Davon mal abgesehen, es gibt auch gute Hausärzte die Ahnung haben. Und es gibt gute Hausärzte, die an gute Psychiater weiterleiten und den Kontakt herstellen. Mir haben Psychopharmaka nicht geholfen, deswegen würde ich auch nie wieder welche nehmen. Aber ich kenne viele, denen sie geholfen haben. Vielleicht gehört Mohnblume dazu. Man muss nicht alles grundsätzlich verteufeln.

#366


Igelfisch
Zitat von Plague:
Mehr als Medikamente verschreiben (aber das in der Regel fachkundiger als Hausärzte) wirst du nicht erwarten können.


Warum erzählst Du sowas? Mal an einen schlechten Arzt geraten? Deswegen sind alle anderen auch schlecht?

Es gibt super Ärzte die sich Zeit nehmen und wirklich versuchen zu helfen und nicht zuschauen wie sie das teuerste Medikament unter die Leute bringen. Nicht leicht zu finden, das geb ich zu. Aber es gibt sie.

#367


M
Guten Morgen ihr Lieben,
Wollte mich mal wieder melden.

Ich kämpfe mich weiter durch die Tage und bin dabei im kopf doch immer bei der Trennung und den Umständen. Und ich schaffe es nicht die Gedanken abzustellen.

Was ich aber merke, ist, dass sich der schockzustand in was anderes verwandelt. Kann es nicht beschreiben.

Es sackt glaube ich so richtig in meinen Kopf, dass die Trennung bedeutet, dass ich es nach 30 Jahren nicht mehr wert war, geliebt zu werden (er aber noch mit Se* hatte). Dass ihm sein neues Leben, bei dem er ja auch den Alltag mit den Kindern verliert wichtiger war. Und die neue Frau.

Wir haben seit wochen keinen Kontakt und es verletzt mich, wie leicht er mich aus seinen Gedanken löschen konnte.

Wie habt ihr euren Selbstwert wieder gefunden? Oder habt ihr ihn nie verloren.

Ich fühle so eine tiefe Abwertung. Hattet ihr das auch?

Danke

x 1 #368


M
Und noch was ist mir aufgefallen:
Am Anfang hatte ich immernoch gehofft, dass er mir mir reden möchte. Keine Ahnung, was ich mir dabei gedacht habe. War das, weil ich es gewohnt war, immer mit ihm zu reden? Oder weil ich noch nicht verstanden habe, was er getan hat (Trennung, Verrat, Abwertung,…)

Jetzt könnte ich ihm nicht mal mehr in die Augen schauen. Ist das so, weil ich Angst habe, noch den alten Menschen zu sehen, was bedeuten würde, dass das was ich über ihn denke falsch ist? Oder kann ich ihn nicht anschauen, weil ich den Verrat und die Abwertung sehe? Oder weil ich mich vor dem Schmerz schützen will?

Meine Kinder sagen auch, sie können ihm nicht mehr in die Augen schauen.

Habt ihr Tipps für mich. Was soll ich aus der Entwicklung heraus lesen?

Warum fühle ich mir wertlos, oder weniger wert, weil ich jetzt keinen Partner mehr habe? Wäre mir bei anderen Freunden doch auch egal, ob sie Single sind oder nicht.

Wann hört es auf, dass man in jeder freien Minute nachdenkt? Wann versteht das Hirn, dass das keinen Sinn macht?

Hab dem Sport übrigens nochmal eine Chance gegeben. Weil ich ihn bis zur Trennung geliebt habe. Konnte wieder nicht abschalten. Aber ich versuche es weiter.

Und ich habe weiterhin so große Angst, dass ich alleine bleibe. Ich will mich nie wieder so abhängig von einem Mann machen und jetzt ist auch alles viel zu früh. Aber ich erwische mich manchmal dabei, dass ich mir in Tagträumen ein neues Leben mit Partner ausmale. Das ist doch auch nicht gesund, da ist die Enttäuschung vorprogrammiert und die Sehnsucht wächst noch mehr.

Danke

x 1 #369


Heloise
Zitat von Mohnblume_:
dass ich es nach 30 Jahren nicht mehr wert war, geliebt zu werden


hinterfrage mal deine Gedanken. Stimmt das wirklich? Du hast nu seine Liebe nicht mehr. Alle anderen, die dich lieben hast du doch noch. Also bist du es auch wert geliebt zu werden. Nimm mal jeden deiner Gedanken rational auseinander. Versuch zu widerstehen, in Selbstmitleid zu schwelgen. Wenn das nicht geht, verschiebe es. Sag dir heute Nachmittag von 16:00 bis 16:30 tue ich mir selber leid.

Zitat von Mohnblume_:
Am Anfang hatte ich immernoch gehofft, dass er mir mir reden möchte. Keine Ahnung, was ich mir dabei gedacht habe. War das, weil ich es gewohnt war, immer mit ihm zu reden? Oder


Also mit Gewohnheiten ist es so, dass die nicht von alleine verschwinden. Sie müssen durch andere Gewohnheiten ersetzt werden. Schreibs halt auf, was du ihm gesagt hättest oder mach dir ne Tasse Tee und rede mit ihr. Jede neue Gewohnheit muss 21 x wiederholt werden und die Abstände müssen halbwegs regelmäßig sein, damit das funktioniert.
Übst du sowas? Hat dir deine Therapeutin keine Hausaufgabe oder Erste Hilfe Lektion mitgegeben?
Wenn du dich aber gedanklich treiben lässt wird’s noch dauern. Und wenn du meinst, dass bei dir nichts geht, fang mit 3-4 Minuten an und steigere dich langsam auf 10. Es wird besser. Versprochen.

x 1 #370


M
Meine Therapeutin hat mir noch keine hilfreichen Tipps gegeben.
Mal schauen, was sie mir nächste Woche sagt.

Meine Tochter hat mit überall im Haus Post its hin geklebt. Mit lieben Sätzen.
Bin so dankbar, meine Kinder zu haben.

x 5 #371


Plague
Zitat von Mohnblume_:
Warum fühle ich mir wertlos, oder weniger wert, weil ich jetzt keinen Partner mehr habe? Wäre mir bei anderen Freunden doch auch egal, ob sie Single sind oder nicht.

Weil sich das im ersten Moment nach 30 Jahren wie Scheitern oder Niederlage anfühlt?
Weil du deinen Selbstwert zu stark von diesem Menschen bzw. der Beziehung abhängig gemacht hast?

Zitat von Mohnblume_:
Wann hört es auf, dass man in jeder freien Minute nachdenkt? Wann versteht das Hirn, dass das keinen Sinn macht?

Eine Trennung verläuft in der Regel in fünf Phasen.
Du steckst glaub ich noch in Phase 1, in der man es noch nicht wirklich wahrhaben will und mit der neuen Realität hadert.

Zitat von Mohnblume_:
Aber ich versuche es weiter.

Der Weg ist das Ziel.

Zitat von Mohnblume_:
Meine Therapeutin hat mir noch keine hilfreichen Tipps gegeben.

Weiss sie denn, dass du das von ihr erwartest?

#372


M
@Plague ich war ja erst einmal dort. Da wollte sie nur wissen, was die Situation ist. Ich war noch nie in Therapie, also hab ich auch keine Ahnung, was passiert

#373


Plague
Zitat von Mohnblume_:
also hab ich auch keine Ahnung, was passiert

Das sollte dir zu Anfang allerdings schon ein bisschen erklärt werden.

Zitat von Mohnblume_:
Da wollte sie nur wissen, was die Situation ist.

Das ist der Sinn eines Sprechstundentermins:
Abklären, ob eine Indikation für Psychotherapie vorliegt und ob die therapeutische Beziehung passt.

#374


M
Zitat von Mohnblume_:
Meine Therapeutin hat mir noch keine hilfreichen Tipps gegeben.
Mal schauen, was sie mir nächste Woche sagt.

Sie kann dir bestimmt einige Tipps geben, zusätzlich haben sich für mich die Tipps aus Literatur von auf Trennung spezialisierten Therapeuten und Coaches als äußerst hilfreich herausgestellt. Vielleicht wurde das im thread schon angesprochen? Ich arbeite u. A. mit dem Buch "Die 7 Phasen des Loslassens' von Dorothea Behrmann, darin finden sich viele Tipps und Hinweise und Übungen, die man machen kann, diese durchzuführen bringt mich auch in mehr Selbstwirksamkeit. Es gibt noch mehr solche Bücher, sofern du es nicht ohnehin bereits getan hast, einfach mal im Netz schauen, was dich anspricht, vielleicht ist ja etwas für dich dabei ....

#375


A


x 4