Lukrethia
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Zitat von Heloise:Richtig. Nur vorwärts orientieren und Gedanken an die Vergangenheit einstellen. Die Gedanken rufen die Gefühle hervor. Beeinflussen kann man das ...
Weißt du, @Heloise, dein Tipp klappt sicher wunderbar für Kopfmenschen, für viele andere aber nicht. Es gibt eben Leute, die sind eher auf der emotionalen Seite zuhause und andere, die eher auf der rationalen Seite daheim sind und dazwischen gibt es ganz viele Mischformen. Emotionsmenschen tun sich viel schwerer damit, ihre Gefühle rational in die Schranken zu weisen.
Es herrscht ja auch oft das Vorurteil, dass rationale Menschen nicht so tief empfinden. Würde ich persönlich nicht unterschreiben, sie haben eben einen anderen Umgang mit Gefühlen.
Die Gedanken an die Vergangenheit einstellen.... warum? Die Vergangenheit ist ein Teil von mir, mit allem Guten und Schlechten. Klingt mir schon stark nach Verdrängung als nach Verarbeitung.
Es hat jeder sein eigenes Tempo bei der Verarbeitung einer gescheiterten Beziehung oder auch nach einem Todesfall. Wie ich letztens zu meiner Mutter sagte: Trauer kann man nicht in Kilo wiegen. Jede Trauer ist schlimm für einen persönlich, egal, ob andere auch trauern oder einen noch schwereren Verlust zu verarbeiten haben. Ich finde es ganz schlimm, jemandem, der verletzt ist, zu sagen, er soll sich nicht so anstellen, anderen geht es viel schlechter. Ich würde ja auch bei einem Rettungseinsatz nicht jemandem mit Beinbruch sagen "stell dich nicht so an, geh mal allein zum Rettungswagen, da drüben liegt jemand mit einer doppelten Beckenfraktur".
Ich denke, solange es eine Bewegung nach vorne gibt, ist alles gut. Wenn man in einer Schleife feststeckt, ist das natürlich schlecht, dann sollte man sich Hilfe suchen - in welcher Form auch immer. Manche brauchen dafür eben Tabletten und auch das ist nicht schlimm, wenn es damit in die richtige Richtung geht.
@mohnblume ich bin jetzt seit ziemlich einem Jahr getrennt und mittlerweile auch geschieden. Und ich bin sehr weit davon entfernt, dass ich das schon verarbeitet habe, aber nichtsdestotrotz würde ich sagen, dass ich ein sehr gutes Leben führe. Man kann dem einen noch hinterhertrauern und sich trotzdem vorwärts bewegen und glücklich sein. Lass dir nicht einreden, dass es jetzt mal gut sein müsste, dass du schon längst darüber hinweg sein solltest etc. Andere haben da gar nix mitzureden und wer solche Aussagen tätigt, hört nicht zu. Die Frage muss lauten: Was brauchst du? Wie kann ich dich unterstützen? Was kann ich tun, damit du dich besser fühlst? Ich finde, zuhören bringt oft so viel mehr als eigene Ratschläge an den Mann oder die Frau zu bringen. Viele haben einfach ein großes Redebedürfnis, weil der Mensch, mit dem sie bisher alles geteilt haben, weggebrochen ist. Alles Gute weiterhin für dich und glaub ganz fest daran: es wird wieder gut!