Zitat von Mohnblume_: Sagt er das für sich selber, damit er keine Schuld auf sich laden muss oder ein schlechtes Gewissen haben muss?
Das ist doch das übliche Gelabere vom Verlasser. Er spendet dir in ach so großzügiger Weise durch dahin gesagte Worte scheinbar einen "Trost" und - das ist vermutlich der wichtigere Aspekt - er steht vor sich selbst gut da, weil er dir ja gut zuredet und dir indirekt sagt: nimm's nicht so schwer, du findest bestimmt schnell einen Ersatz ... Ich bin ja so edel und nehme Anteil an deinem Leid. Dass er der Verursacher des Ganzen ist, blendet er dann halt mal aus. Aber Hauptsache, er ist raus und kann zu neuen Ufern aufbrechen.
Was soll das? Nimm es nicht so schwer, bald schon steht der Nächste vor der Tür. Als ob es damit getan wäre. Es geht ja nicht nur darum, diesen einen Menschen gehen zu lassen, denn dein gesamtes bisheriges Leben muss neu aufgestellt werden Und in der ersten Zeit bist du doch gar nicht offen für einen anderen Mann, weil du die Enttäuschung für dein bisheriges Exemplar noch gar nicht überwunden hast.
Ja, das ist nur scheinbar empathisches Gelabere und nützt nur einem: ihm nämlich.
Dann macht er die Haustür zu, atmet erleichtert auf und steigt beschwingt ins Auto zur neuen Dulcinea.Uff, das habe ich jetz doch ganz gut hinter mich gebracht ...
Und du setzt dich dann hin und registrierst dich bei Tinder um deinen "Marktwert" zu testen?. Das doch wohl sicher nicht!
Karma is a Hexe - das glaube ich wirklich. Es ist gar nicht so unwahrscheinlich, dass er nach einigen Monaten ein wenig desillusioniert ist und sich - wenn er ehrlich zu sich ist - sagt: Naja, ganz so wie ich es mir vorstellte, ist es nun doch nicht. Oder noch desillusionierter: Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich mich nicht zu trennen brauchen.
Alles, was ihn mit Nextie verbindet, sind Flausen, Projektionen des idealen Partners und hormongeschwängerte Ausnahmezeiten. Aber der Alltag ist immer noch weit weg, aber er wird kommen, wie er in jeder Beziehung kommt.
Und erst dann muss sich die Alltagstauglichkeit der neuen Verbindung zeigen.
Warte es mal ab. Das Schicksal meint es jetzt nicht gut mit Dir. Das denkst du sicher, denn für ihn ist die Freude, die Neugierde, das aufregend Neue und für Dich sind die sauren Gurken. Nichts ist ewig auf dieser Erde und auch das Glück ist höchst wetterwendisch.
Während Du gezwungenermaßen dein Leben neu aufstellen musst, darüber hinaus trauerst über das Verlorene und noch weiter darüber hinaus über den nun mehr Ex. bitter enttäuscht bist, werden dir mentale Höchstleistungen abverlangt. Du musst dich umstellen, dich immer wieder stabilsieren und wirst einer Vielzahl unterschiedlicher, aber meist starker Gefühle ausgesetzt sein. Eifersucht, Neid, Missgunst, Rachegefühle, Wut, Taurigkeit, Hoffnungslosigkeit, Selbstmitleid - es kann alles dabei sein.
Aber ich denke, dass diese Gefühle durchaus ihre Berechtigung haben und dass es auch wichtig ist, sie durchzuleben, denn sie gehören zum Ablöseprozess dazu. Also verdränge sie nicht, aber gönne dir bei allem Chaos immer wieder mal mentale Ruhepausen. Ein Bad, ein Plausch mit einer Freundin ... sind jetzt sehr wichtig, um die Selbstachtsamkeit zu stärken und sich selbst zu signalisieren: bei aller Traurigkeit lasse ich mich nicht nur hängen.
Such dir deine kleinen persönlichen Auszeiten, in denen du möglichst auch bei dir bist und diese bewusst wahrnimmst.
Pflege dich und tu dir immer wieder was Gutes.
Wenn du viel später darüber hinweg bist, sagst du dir womöglIch. Was, wegen dieses Larifaris bin ich 1000 Tode gestorben, war der Verzweiflung näher als der Hoffnung, hatte Angst vor dem neuen Leben? Aber verdammt, mir geht es jetzt gut, ich brauche diesen Menschen doch gar nicht (mehr).
Und während du ein neues Glück mit dir selbst oder mit Günter aus dem Kleingartenverein gefunden hast, schaut dein "Alter" dumm aus der Wäsche, aber dann ist es halt zu spät. Nextie ist nicht so toll wie geglaubt oder schon wieder weg und die Tür zur ehemaligen Ehefrau ist nun auch zu. Tja, dumm gelaufen, so kann es gehen.
Aber vielleicht kommt es ja auch anders. Er wird glücklich und du auch. Du wirst jedenfalls NICHT untergehen und NICHT in Depressionen verfallen, das bist du dir schuldig.
Und wenn es mal ganz schlimm kommt, kommt es eben schlimm. Dann heulst du, schreist du, beschimpfst dieses A...loch, diesen oberflächlichen Losser, dem du die Krätze an den Hals wünschst und Nextie obendrein! Aber halt, die Krätze ist ja viel zu wenig. Ein Gehirntumor oder so was wäre die gerechte Strafe oder ein schwerer Unfall mit Rollstuhlaufenthalt hinterher.
Ja, das täte dir gut!
Nichts davon wird eintreffen, aber Fantasien in Krisenzeiten sind zum inneren Spannungsabbau erlaubt. Finde ich. Ich habe sie mir gegönnt. Ich finde das in Ordnung weil man mit den inneren Gefühlsexkapaden ja zurecht kommen muss.
Tatsache, jeder Mensch überlebt normalerweise eine Trennung. Es gibt wenige Stressoren die schlimmer sind. Z.B. kriegsbedingter Heimatverlust, der immer stark nachwirkt oder Situationen wo es um Leib und Leben geht. Dagegen sind Trennungen doch eher Pipifax.