Zitat:Ich habe sowieso seit geraumer Zeit den Drang, meinen Rucksack zu packen und irgenwohin zu fahren. Aber es scheitert momentan noch an fehlender Kraft und fehlendem Mut.
Das ist für den Monatwechsel März/April eine gute Idee! Nicht zögern, einfach buchen. Ich kenne den Gedanke des Zauderns und Zögerns, aber es lohnt sich, ihn auch mal zu ignorieren. Du wanderst schließlich nicht aus sondern verreist für einen überschaubaren Zeitraum. Solltest Du Dich für eine organisierte Wanderreise entscheiden, kostet sie zwar etwas mehr, aber das Geld könntest Du momentan nicht besser anlegen als in Dich. Ich zum Beispiel habe mir gesagt, die Hochzeit findet nun nicht statt, also gönn ich mir ab jetzt ein paar schöne Dinge.
Das man am Stichtag an sein Kind denkt, ist doch normal. Ich war zwar nicht so weit wie Du, aber ich habe sowohl beim ersten am 24.12. daran gedacht und werde es beim zweiten am 19.4. dann wohl auch tun. Genauso bzw. wahrscheinlich etwas schlimmer wird es an den Tagen werden, an denen ich die Fehlgeburten hatte. Wenn es Dich so sehr schmerzt, könntest Du ja am 1.4. ein kleines Ritual für Dein Kind planen, um es wertzuschätzen und Abschied zu nehmen. Sowas kann zur Verarbeitung sehr hilfreich sein. Solltest Du an einem Fluss o.ä. sein, wäre doch ein Papierschiffchen schön, das Du wegschwimmen lässt und worauf Du das schreibst, was Du ihm mit auf den Weg geben möchtest. Nur mal so als Idee.
Der Abschiedsbrief von gestern ist sogar der zweite an meinen Ex, aber auch der letzte. Die Idee zum ersten Brief kam mir kurz nach der Trennung, weil ich im Gespräch vor lauter Aufregung nicht an alles gedacht hatte bzw. auf seine Vorhaltungen so spontan gar nicht eingehen konnte. Er endete damit, dass ich die Trennung zwar nicht möchte und sie mich fast zerreisst, ich sie aber annehme. Im meinem zweiten Brief bzw. diesmal nur eine Mail gestern habe ich den Menschen gewertschätzt, den ich so sehr geliebt habe aber eben auch geschrieben, wie sehr mich seine aktive Täuschung und das perfide und entwertende Ende verletzt haben. Er hat auch noch Geld unterschlagen und darauf musste ich ohnehin noch eingehen.
Ich sehe es genauso, warum soll man nicht dort den Schmerz platzieren, wo er hingehört. Ich habe ihn schließlich nicht beschimpft oder mit tausend Briefen bombardiert, sondern bin lediglich auf ihn eingegangen, habe ihm gespiegelt, was er gemacht hat, was das bei mir angerichtet hat und ich habe leb wohl gesagt. Das sollte der Mann aushalten. Ob er ihn liest oder nicht, liegt nicht in meiner Hand. Eine Antwort habe ich beim ersten nicht erwartet oder bekommen und erwarte sie auch nicht beim zweiten. Es ist auch egal, denn ich konnte mich zumindest damit sortieren und wieder ein Stück loslassen.
Die Sache mit der Familienplanung habe ich sofort für mich auseinandergedröselt, um nicht total verrückt zu werden. Wenn man loszieht, um den Vater seines Kindes zu suchen, ist das der falsche Ansatz (jedenfalls für mich). Ich wünsche mir einen Partner für mich und zudem noch ein Kind. Im September werde ich 40 und dann habe ich vor, Bilanz zu ziehen, wo ich stehe. Wenn ich einen neuen Freund habe, umso besser Offenheit für Kinder natürlich inbegriffen. Falls nicht, werde ich mir das Thema Kind ohne Mann konkret durch den Kopf gehen lassen. Das ist für mich vorstellbar, aber keine ganz einfache Entscheidung, da man sich mit dem Modell wahrscheinlich erstmal für die ersten Jahre auf ein Singledasein einstellen muss. Bis zu meinem Geburtstag gebe ich mir nun Zeit, mich nicht damit konkret auseinanderzusetzen sondern die Dinge auf mich zukommen zu lassen. Ich muss nun erstmal wieder zu mir finden. Ohne das geht es eh nicht.
Zitat:So hast du für dich nochmal die Chance dein Leben neu auszurichten.
Das finde ich übrigens einen sehr wertvollen Hinweis. So sollte man das auch sehen und handhaben. So schmerzlich es ist, es sollte mit dem Menschen, der einen verlassen hat, aus welchen Gründen auch immer nicht sein. Es ist eine Chance zu reflektieren, was einem selbst vielleicht gefehlt hat und worauf man zukünftig besser achtet. Wahrscheinlich kommt dabei als fast wichtigster Punkt raus, dass man sich selbst mehr wahrnehmen muss und nicht wieder in einer Beziehung total verlieren sollte ...