Zitat von Hildegard:Liebe Noname93,
mach` Dich von dem Gedanken frei, die Schuld für diese ganze Misere bei Dir zu suchen, denn er hat schliesslich Dich in seine Angelegenheiten hineingezogen.
Du warst frei, also solo, als diese Geschichte ihren Lauf nahm, er hingegen war und ist besetzt, also wusste und weiß er genau, was er damit auf`s Spiel setzt.
Für mich stellt sich die große Frage, ob er Dich nicht etwa hinhalten will, indem er taktiert; erzählen kann man schließlich viel, ich denke, Du weißt, was ich damit meine.
Möchtest Du einer Hoffnung hinterherjagen, ohne die tatsächlichen Umstände zu kennen?
Was würdest Du tun, wenn sich herausstellte, daß vieles von dem, was er Dir gegenüber als Wahrheit und Fakt hinstellt, im Endeffekt gelogen war?
Lieber Hildegard
Danke, dass du mir nicht die Schuld gibst. Dennoch finde ich, dass ich mitverantwortlich bin an diesem ganzem Schlamassel! Ich hätte, bevor ich mich verliebt habe, den Stoppriegel schieben können, denn ich wusste ganz genau, dass er verheiratet ist und 2 Kinder hat! Also doch, bis zu einem Grad bin ich mit schuldig. Doch ich weiss auch, dass ich nichts für meine Gefühle kann, die sich dann entwickelt haben.
Ja, er hält mich hin - ganz offensichtlich. Er hat ja selbst gesagt, dass er nicht weiss, was er will. Er will mich nicht hinhalten, weder mich, noch seine Frau, er ist einfach vollkommen überfordert mit der gesamten Situation und hat Zweifel daran, ob die Eheberatung überhaupt einen Zweck erfüllen kann, wenn er dabei dauernd an mich denkt. Er ist aber auch der Meinung bzw. weiss, dass er wohl genauso intensiv an mich denken würde (zumindest in der Anfangszeit), wenn er den Kontakt nun abbrechen würde. Das, was zwischen uns ist/war, kann er, und kann auch ich, nicht so schnell vergessen.
Er hat mir mal gesagt, dass er, würde er nur auf seine Gefühle hören, sich sofort für mich entscheiden würde. Dann wäre der Fall absolut klar.
Aber er hat Angst um die Kinder, Angst, einen Scherbenhaufen zu hinterlassen, Angst davor, den gemeinsamen Freundeskreis zu verlieren, Angst vor der Reaktion seiner Familie/Freunde, der Freunde/Familie seiner Frau, usw...
und ich kann ihn verstehen. WIr wissen ja nicht, ob unsere Liebe, die jetzt unglaublich erscheint, im Alltag auch Bestand haben kann, nicht zu vergessen, dass er in 10 Jahren bereits 58 ist!
Was, wenn der Schuss nach hinten losgeht? Das wäre dann GANZ schlimm.
Und ja, er sollte den Kontakt nun zu mir abbrechen, aber er sagte, er täte es nicht, weil ich ihm so viel bedeute und wir uns so nahe seien. Und ganz ehrlich? Es geht mir besser dabei, noch immer zu wissen, was er denkt, was er macht, anstatt gar nichts von ihm zu hören. Ich habe es ja erlebt, auch wenn es "nur" eine Woche dauerte...es hat mich innerlich zerrissen, denn SO ETWAS habe ich noch nie gefühlt und ichw eiss, dass es ernsthafte Gefühle sind und es sich dabei nicht um eine reine Verliebtheit, einen Intensivrausch handelt, der es verunmöglicht, den Verstand einzuschalten. Nein, so ist es nicht, denn dann würde ich mir auch nicht so viele Gedanken machen...
Er muss nun selbst herausfinden, was er möchte. Seine Frau ebstimmt ja mit und wenn die Eheberatung zu Ende ist und die beiden sich trennen, dann, weil es in gegenseitigem Einvernehmen geschah! Weil sie davon überzeugt waren, dass es besser so ist. Dann werden so oder so Menschen darunter leiden - eine Trennung ist wohl immer etwas schreckliches, es werden dabei immer Menschen verletzt, das kann nicht verhindert werden. Aber ich bin der Meinung, dass es auch niemandem etwas nützt, in einer Illusion zu leben. Da ist man zwar vl. vor einer "Katastrophe" bzw. Tragödie gefeit, aber glücklich ist man dabei nicht und frei schon gar nicht - im Grunde verbiegt man sich selbst, ist sich selbst untreu, möchte nicht wahrhaben, dass es besser wäre, einen Schlussstrich zu ziehen...