Zitat: Und ja, es mag falsch sein, es mag amoralisch gewesen sein. Von ihm war es "falsch", aus gesellschaftlicher Norm aus beurteilt, denn er ist verheiratet, hat eine Familie.
Darum, also um die Norm, den Schein geht es mir gar nicht. Es geht mir darum, dass all das in einem schönen Gewand verpackt wird, dass er sich selbst als Opfer seiner ehe betrachtet, dass er nie bekam, was er brauchte (sorry liebe TE aber wer das nach 26. Jahren behauptet, der übernimmt keine Verantwortung), darum, dass er jetzt angeblich nur die Eheberatung seiner Frau zuliebe macht. Ob ihr nun S hattet oder nicht, spielt die geringste Rolle. Ich habe mich in seine Frau hinein verstezt- die gewiss auch das ihre dazu begetragen hat! und habe gedacht, ich könnte all das verstehen, wenn er ehrlich wäre und die Sache beim Namen nennt und ebenfalls Eingeständnisse macht. Und sicher macht er auch die Eheberatung weil er selbst Angstvor der Trennung hat. Das alles erscheint mir etwas charakterlos und es würde mir das Herz brechen, wenn mein Mann nach 26. Jahren diese Haltung hätte. Neu verlieben, ja das kann man sich aber man sollte sich vielleicht liebevoller trennen.
Er betrachtet sich selbst nur bedingt als Opfer, denn er hat mir folgendes gesagt: Ich habe keine Mühe damit, über die Probleme anderer zu sprechen, wenn es aber um meine eigenen geht, dann fällt es mir sehr schwer.
Er sagte auch selbst, er sei genauso schuld wie seine Frau, er hätte früher den Mund aufmachen müssen.
Aber ich an seiner Stelle hätte NIE SO lange damit gewartet. Ich hätte viel eher Klartext geredet, ansonten ist man danach wirklich auch selbst schuld. Klingt hart, ist aber so, finde ich. Man darf nicht erwarten, stumm zu bleiben und alle verstehen einen.
Er hat mir auch noch folgendes erzählt: Als er mit meiner Frau zusammenkam, gab es einen Moment der Irritation, und zwar bereits am 1. Tag (als sie offiziell zusammenkamen). Die beiden hatten einen schönen Abend, sind dann zu ihr, haben sich geküsst, und sie hat irgendwann gesagt: "Ich bin müde und würde jetzt gerne alleine sein." Und er hätte ja eigentlich kein Problem damit, aber wenn man frisch verliebt ist, gerade erst zusammengekommen ist, und dann alleine sein will, dann kann doch irgendwas nicht stimmen.
Wenn man verliebt ist, möchte man den geliebten Menschen am liebsten unbegrenzte Zeit bei sich haben,
man vermisst ihn schon, wenn man ihn erst gerade noch gesehen hat.
Er hätte merken müssen, dass bereits von Anfang an die Bedürfnisse nicht dieselben waren. Er hat es gewusst, von Anfang an, und doch hat er sie geheiratet, obwohl klar war, dass sie im Grunde nicht die selben Vorstellungen haben (es geht hier natürlich nicht nur um diesen 1. Tag, er soll lediglich als Beispiel dienen).
Und das verstehe ich nicht, dass er dennoch geheiratet hat. Es war dann ja klar, dass es irgendwann so weit kommt, wie es nun gekommen ist.
Zitat: Und klar, es kommt einem beinahe paradox vor. Erst schläft er mit mir, und im Anschluss macht er dann die Eheberatung.
Ja, er ist nicht konsequent und das finde ich extrem uns.y euch beiden gegenüber.
Er sagte, dass er es sein Leben lang bereut hätte, mich nicht berühren zu dürfen. Und er sah mich an und sagte: Ich liebe dich so sehr. Nicht nur, weil du so schön bist, sondern wegen deiner Seele, weil du es bist.
Er liebt mich wirklich, das weiss ich. Das mögen mir vl. manche nicht glauben, denn er macht ja nun doch die Eheberatung, aber ich habe ihm in die Augen geschaut, wir haben miteinander gesprochen - er empfindet wahnsinnig viel. Ich werde später noch erläutern, weshalb er die Beratung doch macht.
Und weil er mich so liebt, konnte er einfach nicht wiederstehen. Er wollte es, mehr als alles andere. Deshalb hat er es getan.
Zitat: Mir ist völlig bewusst, dass er über seine Bedürfnisse (von Anfang an) hätte offen mit seiner Frau sprechen sollen. Natürlich ist er mitschuldig am "Zerbrechen" der Ehe, denn seine Frau kann ja nur ahnen, was er sich wünscht, doch wenn er schweigt, jahrelang nichts sagt, wie soll sie dann wissen können, genau wissen können, was er will, wonach er sich sehnt?
Für das, was man sich wünscht, muss man auch kämpfen...
Dann siehst Du also doch klarer als ich dachte. Er tut die Dinge nicht selbstlos. Er tut sie wohl eben so wenig aus purem Egoismus.
Ja, das ist so. Er wollte mich, also hat er's zugelassen! Er hat dabei seine Frau, seine Kinder vergessen. Das ist egoistisch. Von mir aber auch, denn ich wollte ihn ja auch, wusste auch, dass er seine Frau damit betrügen würde. Trotzdem wusste ich, dass ich wohl nur so meine innere Ruhe finden würde. Hätte er mich abgeblockt bzw. wäre nicht auch auf mich zugegangen, ich hätte es akzeptiert, ich hätte ihn ganz bestimmt zu nichts gezwungen.
Zitat: Ich verstehe, dass du mich im Grunde verurteilst, ich tue es selbst. Ich wusste nicht einmal, dass ich in der Lage zu so etwas sein würde, doch ich habe es getan, um endlich abschliessen zu können.
Nein, ich verurteile Dich nicht, gar nicht aber eben ging mir die Hutschnur hoch, dachte halt, ihr beide hättet auf euren Augen Tomaten und seht die Realität überhaupt nicht und damit tätet ihr seiner Frau Unrecht. Ich bin immer für eine anständige, respektvolle und dankbare Trennung und würde niemals nach Jahren so über jemanden sprechen, den ich liebte, mit dem ich Kinder habe. Trennung ist nicht verwerflich wenn man es richtig macht.
Kein Problem

Und bei mir brannte bei meinem "obigen Text" die Euphorie durch. Er klingt furchtbar geschwülstig, das weiss ich.

Wir sehen die Realität schon. Er hat nur noch nie so intensive Gefühle für jemanden gehabt, konnte sich so sich selbst sein bei jemandem. Er spricht nicht nur negativ über seine Frau, so ist es schon nicht ganz. Der Grund, wieso er sie überhaupt vor mir kritisiert, ist auch der, weil ich weiss, wie er es meint und ihn nicht verurteile deswegen.
Nein, eine Trennung ist wirklich nicht verwerflich. Ich habe ja auch eine hinter mir (war fast 3 Jahre mit meinem Freund zusammen, haben zusammen gewohnt). Wir sind in Freundschaft auseinandergegangen und schätzen uns nach wie vor als Mensch.
Zitat: Ich habe mir schon lange gewünscht (ja, auch wenn ich erst 20 bin), einem Menschen, für den ich dermassen starke Gefühle habe, so nahe zu kommen. Und nie war dies der Fall, durch äussere Umstände - irrelevant welcher Art.
Und jetzt konnte ich meine Gefühle ausleben. Es ist, als ob ein riesig grosser Ballast von mir fällt, ich bin gelassen, bin gelöst, kann jetzt nach vorne sehen.
Hätte ich das nicht getan, hätte ich gelitten und es mein Leben lang bereut.
Ich verstehe sehr gut was Du meinst. Man sehnt sich nach jemandem, dem man sich mit Leib und Seele hingeben kann. Da Du eine sehr intelligente Frau bist, wirst Du damit bei Altersgenossen Schwierigkeiten haben. Wenn es Dir hilft, abzuschließen oder loszulassen, dann ist es doch gut.
Ja, so ist es

Es war richtig erfüllend.
Zitat: Ja, klar, jetzt leidet seine Frau bzw. seine Frau WÜRDE leiden, wüsste sie davon. Und ja, ihr gegenüber ist es unter aller Sau und ich schäme mich auch dafür, denn ich möchte niemanden verletzen. "Oh die Arme, sie wollte niemanden verletzen, treibt's aber trotzdem mit diesem alten Sack. Sie wusste doch, auf was sie sich da einlässt!".
Nein, so verächtlich denke ich nicht über Dich, mir gefiel nur nicht, wie all das verpackt wurde siehe oben. Fast jede "ältere" Frau wird einmal s.uell durch eine jüngere ersetzt- ist leider so. Frage ist nur, wie Mann damit umgeht. Übernimmt er verantwortung oder jammert er rum, dass er jahrelang Verzicht übte?
Ich war immer der Meinung, dass man jeden Betrug/Seitensprung beichten soll. Dann habe ich darüber in Foren gelesen. Viele waren ad der Meinung, dass, wenn man so lange treu war, und es dann einfach "passiert" (auch wenn es natürlich nciht einfach passiert, das ist eine billige Ausrede - ausser man befindet sich in einem enormen Rauschzustand...), dann sollte man nichts sagen. Man sollte nichts sagen, wenn es unbedeutend war und es nur um Sex ging, wenn es wirklich ein Ausrutscher war, man aber immer treu war.
Das kann ich dann irgendwie schon nachvollziehen, denn den Schaden, den man mit einem Geständnis anrichten würde, obwohl man weiss, dass es nie wieder vorkommt und es unbedeutend war, wäre wohl sehr gross. Doch im Umkehrschluss. Wenn es ja wirklich eine einmalige Sache war, und man weiss, dass es sich nicht wiederholen wird, sollte der Partner das auch verstehen (ich könnte es sehr gut verstehen, wenn er es nicht tut, denn diese Bilder, wie der Partner mit einer anderen..., wird man nur schwer wieder los), und sollte verzeihen können, wenn er einen wirklich liebt und sieht, dass man aufrichtig war zu ihm.
Aber "meiner" ist es nicht, und stell dir vor, das mit uns kommt irgendwann raus. Könnte seine Frau ihm dann je verzeihen?
Es ging bei uns ja nicht nur um Sex, es ging um viel mehr. Deswegen sagt er es ihr auch nicht, weil es eben doch SEHR bedeutend war.
Ich könnte das nicht, ich müsste mit der Wahrheit kommen. Ich finde, Ehrlichkeit ist immer der richtigste Weg - vl. nicht der beste und schon gar nicht der "eleganteste", aber man macht dem anderen dann immerhin nichts vor, er hat die Chance sich zu trennen, darf mitreden, sich entscheiden.
So hat seine Frau gar nie die Chance, sich zu überlegen, ob sie so eine Ehe weiterführen will, denn wüsste sie es, würde sie sich wohl diese Frage stellen.
Aber wie gesagt, es ist seine Entscheidung, ob er es ihr sagt oder nicht, aber er wird es wohl nicht tun.
Zitat: Ich habe jahrelang NICHT an mich selbst gedacht, ich habe ihn auch nicht bedrängt, habe ihm die Wahl gelassen. Aber klar, meiner Meinung nach bin ich genauso verantwortlich wie er, ich wusste, dass ich etwas in ihm auslöse.
Kennst Du ihn schon Jahre?
Nein. Es ging nicht primär um ihn, sondern darum, dass ich schon mehrfach in "unerreichbare" Männer verliebt war. Nicht deshalb, weil ich Beziehungsängste habe, weiss was ich, und deshalb der unerfüllbaren Liebe hinterhrejage, sondern aus dem simplen Grund, dass ich mich so gut wie nicht zu gleichaltrigen hingezogen fühlen konnte. Ich habe mich immer daüfr verteufelt, (denn es war schon mit 13 so). Natürlich waren diese Männer dann so um die 19 (allerhöchstens 30 - ja, ist schon heftig, ich weiss), aber ich konnte nichts dafür, litt aber sehr darunter, weil ich mich damals auch gefragt habe, ob etwas mit mir nicht ganz in Ordnung ist. Ich wollte nämlich nichts Sehnlichster, als meine Gefühle ausleben, mein Leben mit diesen Menschen zu verbringen. Mit 16, 17, 18 könnte man ja meinen, es wäre rein theoretisch machbar, diese dann wirklich zu leben, doch weil ich "ältere Männer" nirgends kennenlernte, ausser eben in der Schule!, erwischte es den Lehrer. Und mir war bewusst, dass das keine Zukunft haben würde, doch trotzdem sieht man sich ja mehrmals in der Woche und dann kann man die Gefühle nur schwer abschalten.
Deswegen bin ich jetzt so gelöst, weil ich jahrelang darunter gelitten habe.
Zitat: Und ja, würde mein Freund seinen Betrug mit den Worten "man lebt nur einmal" rechtfertigen, hätte ich kein, aber auch gar kein, Verständnis dafür.
Ja, das wäre ein zusätzlicher Schlag. Dnn doch lieber die Wahrheit "Ich weiß ich habe egoistisch gehandelt aber ich fühle mich so zu dieser Frau hingezogen, hatte Lust auf S..."
Es ging wie gesagt nicht nur um den Sex, es ist dennoch etwas Besonderes zwischen uns, sonst wäre er NIE so weit gegangen. Weisst du, ich kann mir vorstellen, wie du über ihn denkst, was du für ein Bild von ihm vor Augen hast, ich bin aber auch sicher, dass, würdest du ihn in der Wirklichkeit erleben, du ihm sowas NIE zutrauen würdest.
Aber ja, ich weiss, wir haben's trotzdem getan.
Zitat: Und nein, ich idealisiere ihn nicht, weil ich weiss, dass er es nicht fertig gebracht hat, offen über seine Bedürfnisse zu sprechen, dass er sich nun nicht zurückhalten konnte, und seine Frau hintergangen hat und es ihr in diesem Falle auch noch verschweigen wird.
Hmmm was für eine produktive Paartherapie. Voll der Betrug im Sinne von: er sagt das eine und seine Frau fühlt doch alles was geschah, wird es aber nicht benennen können weil er lügt. Das ist doch echt kontraproduktiv für alle.
Ja, so ist es. Er sagte zwar, dass er glaube, seine Frau merke ihm nichts an, aber ich glaube, dass jede Frau das spüren würde - auf irgendeine Weise. Ich bin mir nicht sicher...ich kenne seine Frau ja nicht.
Er wollte ihr ursprünglich nicht sagen, wann wir uns treffen, auch wenn sie wusste, dass wir uns treffen würden um uns zu verabschieden. Sie und die Therapeutin haben sich dazu einverstanden erklärt, mit der Bedingung, dass wir danach keinen Kontakt mehr haben.
Und er wollte gestern eigentlich "rechtzeitig" zuhause sein, so, dass sie nicht weiss, dass wir uns dann getroffen haben, doch wir bzw. er hat 3 Mal den Zug verpasst xD und ist dann natürlich viel zu spät nachhause gekommen und hat gewusst, dass er ihr dann sagen muss, wo er gewesen ist.
Er sagte, dass sie ihn nicht fragen würde, ob etwas gelaufen sei, doch vl. fragt sie gerade deshalb nicht, weil sie es weiss. Ich weiss es nicht...sie fragt nich, weil sie Angst davor hat, es gar nicht wissen will. Ich könnte das irgendwo verstehen, aber ich müsste halt einfach die Wahrheit erfahren, das würde mich nie loslassen, vor allem dann nicht, wenn ich dann in eine paartherapie zsm. mit meinem Mann gehe und dabei Konstruktivität gefragt ist! So ist das ja nicht möglich, dann is tdie Therapie von Anfang an auf Lügen aufgebaut, beide wissen, dass etwas in der Luft ist, aber beide haben nicht den Mumm, darüber zu reden.
Zitat: Wenn ich das alles so lese, kommt es mir schlimm vor - abartig beinahe.
Trotzdem empfinde ich so viel für ihn, denn er hat etwas in mir ausgelöst, das unglaublich war!
Kennst du dieses Gefühl denn nicht?
Doch natürlich kenne ich dieses Gefühl. Ich kenne auch Deine Sehnsucht nach wirklicher Innigkeit, nach Hingabe (auch psychisch) und weiß wie schwer das besonders in Deinem Alter ist, jemanden zu finden, der das versteht, der das annehmen kann, der es liebt...Ja natürlich und ich wollte auch nicht als Moralapostel auftreten aber es schien mir alles schon sehr idealisiert und der Typ hat mich einfach aufgeregt. Ich kenne diese Versuchung, ging mir auch mal so. Verheirateter Mann mit einem Kind...wir sahen uns täglich bei der Arbeit...ich liebte ihn...aber ich ließ die Finger von ihm, hat mir fast den Verstand gekostet. Eines Tages erzählte er mir, er sei seit 5 Wochen getrennt und so landeten wir im Bett. Am nächsten Tag sprang die Tür bei der Arbeit auf, eine junge Frau mit schwarzen Augenrändern stürmte das Büro und ohrfeigte mich wie wild und schrie. Ich ließ es geschehen und verstand, dass er gelogen hat und verstand ihre Qualen. In dem Moment hätte ich sie am liebsten in den Arm genommen. Es tut mir noch heute Leid wenn ich daran denke.
Oh jee. Das ist ja wirklich eine tragische Geschichte. Das tut mir auch leid für dich, und für sie.

Und ich finde es stark von dir, dass du die Finger von ihm gelassen hast. Und das ist der Grund, weshalb ich mich irgendwie doch schäbig, schuldig und unvernünftig fühle (obwohl ich letzteres übehaupt nich bin, ich bin richtig "brav", könnte man sagen. Rauche nicht, saufe nicht, beginne mit dem Studium, will was erreichen, usw...)
Doch hätte ich jahrelang mich nicht immer danach verzehrt, hätte ich vl. gleich gehandelt wie du, denn eigentlich finde ich es richtig, so wie dues gemacht hast.
Nur verdammt gemein von ihm, dich dann anzulügen! Ihr gegenüber natürlich auch!
Zitat: Und nein, ich kann ihm nicht nur Bewunderung schenken, auch wenn es ihm bestimmt schmeichelt, von so einem jungen Ding in seinem Alter noch begehrt zu werden. Daran zweifle ich nicht, das würde vielen Männern gut tun, ihr Ego stärken.
Aber ist das so schlimm?
Natürlich ist das nicht schlimm aber die Frage ist doch, ob er ein so schwacher Mensch ist, dass er 1. so viel Anhimmelung braucht, 2. ob er auch ein reiferen kritischeren Blick erträgt- denn wenn das nicht der Fall ist, so wirst auch Du ihm nach ein paar Monaten bzw. Jahren mit Deinem kritischen Blick ansehen

Das gehört dazu wenn man sich vertrauter wird und wenn er so ne Type ist, der das nicht aushalten kann, dann bist Du bei ihm an der falschen Adresse.
Dieser Abschnitt hat mir wirklich zu denken gegeben. Ich könnte ehrlich gesagt nicht mit Sicherheit sagen, dass er, würde ich ihm den Spiegel vor Augen halten, damit umgehen könnte.
Gut, wobei mir gerade einfällt. Ich habe ihm bereits vorgeworfen, keine echte Gefühle für mich zu haben, sich nur ein Abenteuer gesucht zu hben (habe es damals auf die wirklich harte Tour gemacht, weil er ja immer um den heissen Brei herum geredet hat). Er war danach so verletzt und hat wirklich bewiesen, dass ich mich geirrt habe.
Unsere Gespräche sind eigentlich jeweils sehr kritisch, wir nennen die Dinge auch beim Namen, und ich habe ihn auch schon oft geneckt und bin jemand, der direkt und offen sagt, was er denkt. Er konnte bisweilen gut damit umgehen, aber wohl vl. auch deshalb, weil er weiss, wie sehr ich ihn liebe.
Ich glaube dennoch, es würde ihn treffen, wenn ich ihn mal richtig "beleidigen" sollte, weil er halt so viel für mich empfindet. Ansonsten ist er eig. schon selbstkritisch, aber auch sehr selbstbejahend.
Dazu müsste ich ihn einfach noch besser kennenlernen...

Aber wir können sehr offen miteinander sprechen und wenn ich direkt sage was ich denke, ist es zwar direkt, aber ich glaube nicht, dass es verletzend auf den anderen wirkt, weil ich auch immer versuche, es so zu formulieren, dass es nicht als Anschuldigung rüberkommt.
Zitat: Wenn es nur das wäre, dann würde ich nicht von "rein" sprechen, aber - und es ist mir egal, wenn das nun vollkommen kitschig klingt, denn diese Geschichte ist nunmal kitschig, weil sie einfach frei von irgendwelchen Alltagslasten ist, weil sie noch nicht in der Realität angekommen ist - das, was zwischen uns ist, kann man nicht beschreiben. Wir VERSTEHEN uns einfach. Mehr kann ich dazu nicht sagen, ich weiss nicht, wie ich es beschreiben soll.
Genau, und mehr wollte ich nicht sagen. Eure Liebe ist frei von Altlasten, vom Alltag...Und nun stell Dir mal vor, Du würdest Kinder von einem Mann bekommen und durch alle Höhen und Tiefen mit ihm gehen, Routine stellt sich ein, S wird langweiliger, auch Du vermisst die Schmetterlinge...Und dann geht Dein Mann fremd und erkennt nicht, dass diese neue Liebe eben (nur) so wundervoll ist weil sie eben nicht der Realität standhalten muss. DAS wäre für mich der Betrug, nicht dass er fremdgeht. Sondern dass das Unabänderliche in einer Beziehung mit einem Mal nur einem Beziehungspartner in die Schuhe geschoben wird. Dabei könnte sie sich noch so winden, noch so bemühen...nie könnte sie ihm in ihrer Rolle das geben, was er so "braucht". Verstehst Du was ich meine?
Ja, und genau das verstehe ich nicht. Sie hat ihn zwar in manchen Momenten sehr glücklich machen können, aber was er wirklich braucht - mit jdm. ganz offen sprechen zu können, sich jdm. völlig, ohne jeglichen Schamgefühls, hingeben zu können, etc. - das wird sie ihm nicht geben können.
Doch trotzdem glaubt er daran, dass sie ihn doch "einigermassen" glücklich machen könnte, er glaubt so sehr ans Gute im Menschen (sei es auch noch so aussichtslos), dass er ihr, weil sie ihn darum gebeten hat, nochmals eine Chance geben möchte bzw. seiner Ehe. Weil er weiss, dass, wenn sie ihre Blockaden löst, vieles möglich wäre und es für die Kinder und für vieles andere einfach das beste wäre.
Doch als wir uns gestern verabschiedet haben, klang er plötzlich wieder anders. Er sagte, dass er mich doch nicht einfach so gehen lassen könne, er meine Angst doch verstehe, er mich doch nicht so traurig machen könne/wolle. Er sagte auch, dass, würden wir uns in einem halben Jahr wiedersehen, ich dann schon seit längerer Zeit nicht mehr auf der Schule sei und diese "Pause" deswegen eigentlich ganz gelegen komme! (das heisst ja beinahe, dass er seeeehr unsicher ist, dass seine Frau und er sich nicht doch trennen!).
Seit gestern ist er jedenfalls nicht mehr so überzeugt, er macht die Beratung eher aus Vernunft und weil er weiss, dass es schöne MOmente mit seiner Frau gab und er irgendwo daran glaubt, dass sie es hinkriegt, dass diese häufiger werden, weil sie ja "grundsätzlich" fähig dazu wäre, ihn glücklich zu machen.
Nie so glücklich wie ich ihn, das hat er auch gesagt, aber er sagte auch, dass ein fairer Vergleich wohl nicht möglich sei, weil die beiden schon viel länger zsm. sind, den Alltag miteinander erlebt haben, Kinder grossgezogen haben und wir uns nur "so" kennen würden.
Da hat er absolut recht.
Und doch glaube ich, dass, wenn es etwas SO besonderes ist, das auch vieles zu tragen vermag, weil man wohl noch mehr schätzt, was man an dem anderen eigentlich hat, weil die Person sooo viel in einem auslöst. Und ich weiss ja, wie es ist, miteinander zu LEBEN.
Jetzt nimmst Du sicherlich an, ich sei eine ebenfalls Betrogene. Nein, mir ist so etwas bisher nicht geschehen, ich bin in einer glücklichen Beziehung, noch gar nicht so lang und erwarte ein Kind und mir würde sich der Magen umdrehen wenn mein Mann nicht Klartext reden würde, sondern mir so ein verworrenes Zeug auftischen würde.
Nein, das nehme ich nicht an. Es ist einfach sehr schwierig, diese verdammt komplizierte Geschichte Aussenstehenden glaubhaft mitzuteilen. Jetzt muss ich gerade lachen, weil mein "kitschiger" Text alles andere als glaubhaft klingt.

Herzlichen Glückwunsch zum baldigen Kind

Zitat: Und noch etwas. Jetzt, nach diesem Erlebnis mit ihm, glaube ich, dass ich damit abschliessen kann. Würden wir nämlich doch zusammenkommen, so würde unsere Liebe von der Realität eingeholt und alles wäre nicht mehr so wie jetzt, nicht mehr wie in einem halb verworrenen Traum - da bin ich sicher.
Das ist klar, es belibt nie so wie am Anfang aber ist es nur das, was Du möchtest? Diesen Traum? Ganz allgemein gefragt. Denn eine Beziehung kann auch trotz Routine etc. wundervoll in der Realität sein- nur mal so am Rande erwähnt. Aber sie bleibt eben nicht so märchenhaft und "rein" wie sie jetzt ist. Traurig ist doch nur, wenn man sie dann beginnt, zu entwerten oder gar den Partner zu entwerten. Das hat für mich wirklich mit mangelnder Reife zu tun. Ja, man kann wirklich nach etlichen Jahren feststellen "Ich möchte nun etwas anderes Leben" Routine und Alltag in der Liebe müssen wohl unterschieden werden von erloschener Liebe. Was es bei Deinem geliebten ist, weiß nur er.
Wie gesagt, ich hatte eine "längere" Beziehung und die hat nicht geendet, weil der Alltag eingekehrt ist. Das, was ich als etwas vom schönsten empfand an jener Beziehung, war diese Vertrautheit, das Gefühl der Geborgenheit, einfach so sein zu können, wie man ist und so genommen zu werden. Alles zu teilen und doch versuchen, sich seinen eigenen Freiraum zu schaffen.
Ich kann mir vorstellen, mal zu heiraten und ein Leben lang mit demselben Menschen zusammen zu sein.
Aber bei meinem Ex und mir hat einfach zu viel nicht gepasst und ich konnte mir nicht vostellen, dass er der Mann fürs Leben sein soll.
Zitat: In 10 Jahren wäre er dann beinahe 60, und mir vl. doch zu alt. Jetzt noch nicht, jetzt wäre es mir schnuppe, aber mit fast 60, wenn ich erst 30 bin? Ja, jetzt wäre es ok, wie gesagt, aber wie kann ich wissen, ob es mir in 10 Jahren doch nicht mehr so egal wäre? Und wäre das nicht total unvernünftig (ja, gerade DIE spricht von Unvernunft, hat sie doch mit einem verheirateten, alten Typen....).
Ja das kann problematisch für Dich werden.
Angenommen er trennt sich, kommt zu mir, sagt, dass er jetzt frei ist. Ich bin mir jetzt, nach diesem Erlebnis, nicht mehr sicher, ob ich mih auf ihn einlassen würde. Könnte ich ihm dsa antun, das ich ihn vl. 10 Jahren sage: Sory, du bist mir zu alt, ich finde dich nicht mehr attraktiv.
Das klingt so oberflächlich und die, in welche ich mich verliebt habe, waren nicht mal alle mein Typ - das Aussehen spielt mir nicht eine so grosse Rolle, er muss mir schon einigermassen gefallen, aber die Ausstrahlung finde ich sehr wichtig, den Charakter.
Und doch bin ich nicht so "verzweifelt", dass ich mit 30 Jahren noch Interesse an Männern hätten, die 60 sind. Um Himmels Willen, NEIN! Doch es geht mir ja um ihn und trozdem. Er sieht dann einfach viel älter aus, er ist dann wirklich schon fast alt und auch wenn es jetzt hart klingt, ich weiss nicht, ob es mir dann vl. nicht schon fast grausen würde!
Dafür habe ich Angst, fühle mich auch schuldig, dass ich so denke, aber ich will einfach realistisch bleiben!
Es spielt eben doch eine Rolle und in 10 Jahren ist es einfach anders!
Ich wünsche mir, auch den Alltag mit ihm zu leben, alles mit ihm zu teilen, mich bei ihm aufzuregen und mit ihm darüber zu sprechen, ihm zuzuhören und ihm den Rücken zu stärken, mit ihm einkaufen zu gehen, zu kochen - alles. Ich könnte mir das mi tihm wirklich vorstellen, und ihm geht es auch so.
Aber ich habe jetzt trotzdem das Höchste mit ihm erleben dürfen, er hat mir im Grunde ALLES von sich gegeben - ok, nein, alles ist das falsche Wort. Er hat mir das "Tiefste" von sich gegeben, weisst du, was ich meine? Er hat sich mir hingegeben - ganz. Das ist das, was ich mir immer gewünscht habe.
Und wäre er 10 Jahre jünger, würde ich mir keinerlei Gedanken mehr machen, ich würd enicht zögern, würde er sich dann doch gegen seine Ehe entscheiden, aber in 10 Jahren und in 20 Jahren ganz bestimmt, täten sich solche immensen Probleme auf (es kann ja gut sein, dass er dann ein Pflegefall ist!), dass ich mich frage, ob ich ihm das antun kann, ob wir uns darauf einlassen sollen, wenn wir uns nun doch lieben konnten und uns schon so viel geben konnten. Ob man es dann nichr besser bei diesem "Traum" belassen soll und es so für immer im Herzen einschliessen soll.
Ich hoffe, du verstehst nun etwas besser, was ich damit sagen wollte...
Zitat: Nein ernsthaft. Unsere Liebe ist stark, aber Liebe alleine reicht nicht aus, im echten Lebne zu bestehen und seine Frau hat ihn erlebt: In allen Bereichen. Ich kenne ihn nur so. Ich sehe ihn anders an, als sie, das ist klar. Ich weiss, dass er Fehler hat. Ich könnte so einige aufzählen, aber ich nehme ihn so wie er ist!
Ich bin gespannt und das meine ich nicht zynisch.

Ok. Also. Er weiss nicht was er will und wenn ich ihm dann sage, dass es ihm nichts nutzt, wenn er sich ewig nicht entscheiden kann, dass es ihm später auch nicht leichter fallen wird, ist er beleidigt, fühlt sich unter Druck gesetzt (was ich auch irgendwo verstehen kann, aber ich verlange ja nicht von ihm, dass er sich entscheidet, ich sage lediglich, was ich darüber denke.)
Dann neigt er dazu, schwierigen Fragen auszuweichen (Am Ende dann doch nicht mehr, da konnten wir Klartext miteinander sprechen, da hat er mir ja auch dann wirklich vertraut), aber es fällt ihm schwer, diese zu beantworten, weil er a) wie gesagt, teils gar nicht weiss, was er eigentlich will, und b) es ihm unangenehm ist und eine schlechte Angewohnheit von ihm ist, unangenehmes aufzuschieben.
Er ist nicht ehrlich zu seiner Frau, jetzt, sagt aber von sich selbst, dass Ehrlichkeit eine seiner bedeutendsten Eigenschaften ist. Er ist eben auch "nett", erkennt aber nicht, dass Ehrlichkeit nicht nur bedeutet, auch "nett" zu sein, nein, Ehrlichkeit kann sehr verletzend sein, kann vieles zerstören, kann sehr negativ ausfallen, auch wenn sie an sich etwas Positives ist.
Er hat nicht die Stärke, GANZ zu sich zu stehen, zu seinen Bedürfnissen, ansonsten hätte er ja keine Probleme damit gehabt, offen über diese zu sprechen.
Dennoch nennt er sich selbst "selbstbejahend". Ja, bei sich ist er das, zu sich selbst ist er ehrlich, er sagte selbst, er neige dazu, eine Abwehrhaltung zu entwickeln, aber er ist, wie man daran deutlich sieht, nur bei Menschen selbstbejahend, bei denen er sich selbst akzeptiert fühlt. Und da er ja schon älter ist, hat er irgendwann akzeptiert, wer er ist und kann deswegen zu sich selbst so ehrlich sein und zu mir, weil ich ihn nicht veruteile, und seine Frau das tut.
Und deswegen ist er für mich trotzdem nicht selbstbejahend, weil er bei manchen Menschen doch nicht zu sich selbst steht, Angst davor hat, zu zeigen, WER er wirklich ist, WAS er BRAUCHT! DOch für seine Bedürfnisse braucht man sich nicht zu schämen, man darf dazu stehen, auch wenn man dabei riskiert, von anderen shcief angesehen zu werden - finde ich.
Zitat: Trotzdem danke für den desillusionierenden Beitrag! Glücklich
Alles Gute