Zitat von mest11: m Gespräch habe ich erfahren (was mir hier schon prophezeit wurde), dass er auch nicht ehrlich zu mir war. Aktuell versucht er einfach nur für sich zu retten was zu retten ist.
Soll er retten was sich retten lässt. Und glaub mir, kein Affärenführer ist richtig ehrlich. Da wird immer abgeschwächt, verschwiegen usw. Schonungslose Ehrlichkeit tut aber auch nicht gut. Was soll's? Jeder weiß was in Affären passiert und obwohl es jetzt drei Jahre waren oder nur eines, wie er vielleicht erzählt, so what?
Vielleicht hat er jetzt kapiert wo er hingehört und das will er sich erhalten. Ich freue mich immer wenn eine Ehe sich retten lässt. Blöd nur, wenn man selbst den Kürzeren dabei zieht.
Ich hatte vor Jahrzehnten auch mal eine Liebesbeziehung mit einem gebundenen Mann. Er war nicht verheiratet, lebte aber schon lange mit seiner Freundin zusammen, in ihrem Haus (auf dem Land hat man sowas). Jeder wartete nur noch auf die Heirat die nicht kam.
Stattdessen kamen wir uns näher und aus einem harmlosen gemeinsamen Kaffee wurde ein Abendessen und dann eine Knutscherei im Hofgarten und wir schlitterten fröhlich in eine Affäre. Ich dachte mir damals wirklich er würde sich trennen. Aber stattdessen diente ich als Katalysator dass die beiden sich wieder mehr mit sich befassten, redeten und zusammen kochten. Ich hoffte immer noch, blöd wie ich damals war mit knapp über 20.
Ein halbes Jahr später sagte er mir, er wolle mit ihr alt werden, bei ihr bleiben. Ich war maßlos enttäuscht. Vor allem hatte er mir zum Geburtstag einen sauteuren Daunenschlafsack gekauft, den ich heute noch habe. Dasselbe Modell wie er, damit man ihn koppeln konnte. Also, wenn das nichts hieß?
Wie genau es damals ablief weiß ich nicht mehr ganz. Jedenfalls habe ich sie mal gesehen als er sie in der Stadt abholte und sie sah eigentlich recht sympathisch aus. Ich schrieb ihr eine Karte und wir verabredeten uns. Was an diesem Abend an Lügengebäude aufkam, die er uns beiden aufgetischt hatte, war schon fast lustig. Er hatte sich, hilflos und überfordert wie er, so durchlaviert. War er bei mir, glaubte er, das ist es. War er bei ihr, the same. Er lebte praktisch in zwei Parallelwelten. Ich nahm es ihm nicht mal mehr übel. Aber es war ein lehrreicher Abend mit ihr. Wir mochten uns, obwohl wir ja doch in Konkurrenz zueinander standen.
Irgendwann wurde alles gut. Er lebte wieder schön brav daheim, wir gingen aber am Freitag nach der Arbeit oft noch einen Kaffee trinken, also der Mann und ich.
Viel später erfuhr ich, dass er sich doch iwann getrennt hatte und eine 12 Jahre jüngere Frau geheiratet hatte mit der er 2 Kinder hatte. Ich traf ihn mal als ich auf einer Dienstreise in seinem Ort war. Er telefonierte mit ihr und sie sagte ihm was er auf dem Markt einkaufen soll. Milch und dies und das und alles bio. Warum er später nach Hause kommen würde, sagte er nicht. Ich grinste und dachte mir, jaja, aus dem unbezähmbaren Tigerchen war ein braver Hausmann geworden der zu Hause nicht viel zu sagen hatte, ja schon eher Angst vor ihr hatte. Sie hatte ihn gezähmt und in ein Spießerleben nach ihren Vorstellungen eingepasst.