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Borderline und Gefühle / Vermissen von anderen Menschen

zebra2020


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@raider und dancing90: man muss sich schlicht immer wieder realistisch vor Augen führen, ob man solch eine Beziehung noch fortführen möchte. Denkt darüber bitte immer wieder ernsthaft nach. Schreibt euch auf, was alles sch.eiße war und was ihr von einer Beziehung eigentlich erwartet.

Wenn ich mich in meiner Ex-Beziehung z.B. mal an gute Zeiten erinnere, fielen die alle in die Zeit der Verliebtsheitphase seitens Ex. Und selbst da gab es schon viele Momente, die seltsam waren....

11.02.2020 00:12 • x 1 #136


Pascal90

Pascal90


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Zitat von Dancing90:
Also bei mir ist das so ein Auf und Ab momentan.
Manche Tage fühle ich mich gut, andere Tage wiederum sind die reinste Qual.

Obwohl die Trennung bei uns gar nicht spontan war und Sie nichtmals Schluss gemacht hat fühle ich mich schlecht.

Knapp 10 Jahre zu vergessen ist hart, obwohl es mehr Negatives als Positives gab.

Die letzte Nachricht von ihr kam letzte Woche. War vermutlich nur ein Test um zu schauen wie ich reagieren und ob ich eventuell noch verfügbar von.

Sie fehlt mir sehr obwohl ich weiß, dass mir die Beziehung nicht gut getan hat.
Ich versuche mit aller Kraft loszulassen, leider ist es nicht so einfach.


Ich kann deinen Schmerz total nachvollziehen.Mir ging es 5 Monate lang auch genauso.Jetzt merke ich mittlerweile das ich viel besser akzeptieren und langsam immer mehr loslassen kann.Die lösung ist einfach durch diesen Schmerz zu gehen und dann wird es langsam besser und wieder schlechter bis es immer mehr besser wird.

Habe sie zwar auch noch jeden tag im kopf aber nicht mehr so das da wut oder extreme Trauer mich komplett umhauen.Geb dir zeit und beschränke den Kontakt auf das wesentlichste sprich euer Kind. Auf deiner wunde muss sich erstmal Kruste bilden und der heil Prozess stattfinden. Lass sie nur nicht ran das sie die Kruste wieder abkratzen kann.Da du dafür ganz viel Kraft mobilisieren musst was gerade eh schwer ist solltest du dir so viel gutes gönnen wie es geht.Auch wenn deine Gedanken wo anders sind.Einfach machen.Aber auch mal fallen lassen ab und zu.Gehört zum gesunden verarbeiten.

Fals du dich melden willst schreib auf was du sagen möchtest und behalte es für dich.Das nimmt vielleicht etwas Wirrwarr aus dem Kopf.Und wenn es für kurze Zeit ist.Denk an deine Gesundheit.Ruhe lässt einen zwar viel grübeln aber die ist bitter nötig.

11.02.2020 01:42 • x 3 #137


Frank-und-frei


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Zitat von SimplyRed:
Dann verstehe ich Deine Aussagen inzwischen noch viel weniger, als am gestrigen Tage.

Du stimmst mir doch sicherlich dahingend zu, daß es ausgeschlossen ist, eine PTBS zu entwickeln, ohne zuvor traumatisiert worden zu sein?

Die von Dir zitierte Formulierung war unpräzise, und dies hatte ich anderer Stelle auch schon eingeräumt. Ich hätte schreiben müssen, dass nicht jeder Mensch durch dieselben Ereignisse traumatisierbar ist.

Ja, ich stimme Dir zu, dass nicht nur die Wahrscheinlichkeit einer PTBS für jeden Menschen größer als null ist, sondern natürlich auch die Wahrscheinlichkeit der zugrunde liegenden Traumatisierung. Diesbezüglich hätte ich Dir auch vorgestern schon zugestimmt, denn diese Frage stand für mich nie im Vordergrund, auch wenn durch meine unpräzise Formulierung dieser Eindruck entstanden sein mag. Mir ging es darum, dass die Schwelle, ab der eine Traumatisierung eintritt, individuell sehr verschieden sein kann.

11.02.2020 07:20 • x 1 #138


SimplyRed

SimplyRed


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Hallo Dennis,

wie geht es dir heute?

Simply

11.02.2020 17:11 • #139


Dancing90


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Meine Ex hat sich gemeldet und gesagt, dass Sie mich vermisst.

Bin etwas verwirrt.

12.02.2020 09:23 • x 1 #140


Zweizelgänger

Zweizelgänger


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Zitat von Dancing90:
Die letzte Nachricht von ihr kam letzte Woche. War vermutlich nur ein Test um zu schauen wie ich reagieren und ob ich eventuell noch verfügbar von.


Was soll ich sagen..?

Wie geht es dir damit bzw was möchtest du langfristig ?

12.02.2020 09:32 • #141


Dancing90


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Ich werde meine Gedanken sammeln und über alles in Ruhe nachdenken.

12.02.2020 09:40 • x 2 #142


SimplyRed

SimplyRed


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Hallo Dennis,

Zitat von Dancing90:
Meine Ex hat sich gemeldet und gesagt, dass Sie mich vermisst.


ja, soetwas habe ich erwartet - so wie wahrscheinlich alle hier, die Erfahrungen mit B-PSlern haben. Aber bitte, jetzt ganz langsam. Starke Worte, die genau den Knopf drücken, den Du in der vorderen Knopfleiste spazieren trägst - das ist das gefährliche an PSlern, aber auch ihre größte Stärke, in die richtigen Bahnen gelenkt. Dennoch, es sind erstmal NUR Worte, nicht mehr.

Zitat von Dancing90:
Bin etwas verwirrt.


Vollkommen verständlich!

Zitat von Dancing90:
Ich werde meine Gedanken sammeln und über alles in Ruhe nachdenken.


Nein, warum solltest Du jetzt nachdenken? Den brennenden Ball zurück zu ihr und zwar pronto!

Frage: Was genau denn? Was an mir vermisst Du? Was an uns vermisst Du? Was unterscheidet mich von anderen Männern, was macht mich besonders? Was siehst Du nur in mir und in keinem anderen Mann?

Dann warte ab, egal wie sehr Du sie gerade willst - schieß den brennenden Ball zurück, denn sie IST das Feuer, sie verbrennt nicht, Du aber schon und zwar langsam und qualvoll.

Das Wichtigste ist, in einer solchen Konstellation nicht zu reagieren, sondern zu agieren, die Kontrolle nicht zu verlieren, ohne daß der PSler das bemerkt. Gib jetzt nicht die Zügel aus der Hand, lass sie die Arbeit machen, lass sie die Scherben aufheben, lass sie die Suppe auslöffeln. Das ist nicht Dein Part.

Spiel das Spiel zu Deinen Bedingungen, nicht zu den ihren, denn in ihrem Spiel, hast Du bereits verloren, weil sie schummelt, ohne mit der Wimper zu zucken, doch das ist ihr nicht bewusst.

Sofern sie dann überhaupt an einer PS leidet, was wir lediglich mutmaßen können. Doch mir wäre beispielsweise ihre Reaktion darauf, äußerst wichtig. Wenn Du Dich völlig anders verhälst, als sie es erwartet, zeigt sich oftmals sehr klar, die Persönlichkeit eines Menschen. Damit meine ich nicht, eine Störung.

Liebe Grüße
Simply

12.02.2020 21:33 • x 4 #143


Zweizelgänger

Zweizelgänger


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Hallo @Dancing90
und bist du mit dem Indichhineinhören schon etwas weitergekommen ?

Höre auf Deinen Bauch und versuche möglichst nicht zu viel mit dem Kopf zu machen.

Alles Gute dir

13.02.2020 10:32 • #144


zebra2020


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Kann mich Zweizelgänger nur anschließen: hör auf deinen Bauch!

Wenn da irgendwas mulmig ist, lass es lieber...

13.02.2020 15:04 • #145


distress

distress


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Zitat von zebra2020:
Kann mich Zweizelgänger nur anschließen: hör auf deinen Bauch!

Wenn da irgendwas mulmig ist, lass es lieber...


Also bei mir ist meist der Kopf rationaler als der Bauch..
Letzterer siegt dann meist..

13.02.2020 18:05 • x 2 #146


Zweizelgänger

Zweizelgänger


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https://www.planet-wissen.de/gesellscha...index.html

Freier Wille oder nicht?

Strittig ist in der Entscheidungsforschung jedoch die Diskussion um die Freiheit des menschlichen Willens. Ein Teil der Gehirnforschung ist überzeugt: Es gibt keinen freien Willen, weil neuronale Aktivitäten im Gehirn die Entscheidung fällen, bevor der Betroffene sie bewusst äußert.

Diese Annahme beruht vor allem auf einemExperiment des Physiologen Benjamin Libet von 1979: Dabei sollten Versuchspersonen einen sich bewegenden Uhrzeiger beobachten und zu einem bestimmten Zeitpunkt, den sie sich merken sollten, die Hand heben.

Libet zeichnete die Gehirnaktivitäten auf und befragte die Probanden nach dem Versuch. Sein Ergebnis: Kurz bevor sich die Testpersonen fürs Armheben entschieden, war dieser Entschluss bereits im Gehirn gefallen.

Gefühl siegt über Verstand

Der portugiesische Neurowissenschaftler Antonio R. Damasio kam als einer der ersten seiner Zunft auf diesen Gedanken, nachdem er über Monate hinweg einen Tumorpatienten untersuchte und sein Verhalten beobachtete. Dem Mann, den er Elliot nannte, war ein Tumor entfernt worden und Teile seines Gehirns waren beschädigt. So hatte er die Fähigkeit zu fühlen verloren und konnte plötzlich keine Entscheidungen mehr treffen.

Diese Erkenntnis kam völlig unerwartet, denn von der Antike bis ins 20. Jahrhundert war die herrschende Meinung: Menschen handeln rational. Gefühle stören dabei nur.

Ausschnitte aus dem Artikel vom Link oben.

14.02.2020 07:28 • x 2 #147


distress

distress


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Es lassen sich unendlich viele Informationen über das Thema Borderline im Internet finden.
Aber das konkrete Empfinden der Betroffenen wird dabei eher selten beschrieben.

Anders hier, wie ich finde:

Der Autor ist Dr. Birger Dulz, den Link habe ich unten eingefügt.
Ich hoffe das ist urheberrechtlich ok?

Die frei flottierende Angst von Borderlinern

Angst ist ein notwendiger und normaler Affekt. Sie hat die wichtige Aufgabe, als ein die Sinne schärfender Schutzmechanismus, bei tatsächlicher oder vermeintlicher Gefahrensituation eine angemessene Gegenreaktion (etwa Flucht) einzuleiten. Angst kann sowohl bewusst als auch unbewusst wirken und ist die gelernte Verbindung von spezifischen Hinweisreizen in Ereignissen und deren schädlichen Konsequenzen. Das emotionale Gedächtnis spielt hierbei eine wichtige Rolle.

In leichteren Graden tritt Angst als Gefühl, noch etwas tun zu müssen, etwas noch nicht fertig zu haben, als Gefühl des Suchens, des Klarwerden Mögens auf.

Jeder Mensch kennt Ängste, darum reagiert man auch oft überrascht auf die heftigen Angst-Reaktionen von Borderlinern, die extrem übersteigert scheinen. Von einem Moment auf den anderen reagiert der Borderliner extrem impulsiv, abweisend und panisch. Oft ist dafür kein, von aussen sichtbarer, Grund vorhanden.

Ursache für diese plötzlichen Stimmungswechsel sind die frei flottierenden Ängste, unter denen Borderliner leiden. Unter Frei flottierende Angst wird jene Angst bezeichnet, die ohne erkennbaren Grund von einer Sekunde auf die andere eintritt.



Die (frei flottierende, diffuse) Angst ist der zentrale Affekt bei Borderline-Störungen.
Birger Dulz



Diese Ängste übersteigen normale Angstzustände extrem und gehen eher in Richtung Panikattacken, vergleichbar mit dem Gefühl des Ertrinkens. Nach Volker Faust (1995) grenzt sich die heftige, frei flottierende Angst gegen die vielfältigen angemessenen Ängste folgendermaßen ab:

die Unangemessenheit der Angstreaktion gegenüber den Bedrohungsquellen
die Symptomausprägung, wie Angstintensität, Angstpersistenz, abnorme Angstbewältigung und subjektiver und körperlicher Beeinträchtigungsgrad.

Die frei flottierende Angst wird als unvermeidbar, unkontrollierbar, von existentieller Bedrohlichkeit wahrgenommen und löst beim Betroffenen impulsive Abwehrmechanismen aus.

Angehörige und Partner nehmen sie bei Borderlinern i.d.R. als heftige unangemessene Wut wahr, die gegen sie gerichtet scheint. Otto Kernberg sah in dieser Wut sogar den zentralen Aspekt der Borderline Persönlichkeitsstörung. Birger Dulz hat 1999 in seiner Antithese für mich nachvollziehbar aufgezeigt das diese Wut jedoch erst durch die frei flottierende Angst ausgelöst wird.

Diese Ängste sind bereits in der frühsten Kindheit entstanden und haben im Laufe der Zeit durch re-traumatisierung an Intensität zugenommen. Sie lösen bei Betroffenen ein so hohes Stressniveau aus, dass ein gesunder Umgang damit schier unmöglich scheint. Auch wenn der Auslöser, soweit er überhaupt wahrnehmbar ist, nichtig erscheint empfindet der Borderliner die Situation, bedingt durch seine Angst als existenzbedrohend und handelt dementsprechend heftig.
Partner von Borderlinern werden mit dieser frei flottierenden Angst besonders häufig in Beziehungen konfrontiert.

Wie oben beschrieben treten die Ängste spontan und nicht immer aus ersichtlichem Grund auf, darum gibt es die unterschiedlichsten Einstiegspunkte.

Beispiel:
Der Borderliner befindet sich in einer intensiven, symbiotischen Verbindung und fühlt sich mit seinem Partner emotional verbunden. Alles ist toll:

dann kommt plötzlich der Gedanke, was passiert wenn sich das nun ändert? Wenn der Partner plötzlich wieder geht und der Borderliner allein mit seinen ganzen Emotionen zurück bleibt? (=Angst vor dem Verlassenwerden)
oder es kommt der Moment wo der Betroffene merkt das man sich so sehr mit dem anderen Menschen verschmolzen fühlt, dass man nicht mehr unterscheiden kann wo man selbst endet und der Partner anfängt (=Angst verschlungen zu werden)
oder dem Partner wird die Intensivität zu viel, was anfangs noch schön war, wird viel zu fordernd und er wünscht etwas mehr Eigenständigkeit, was der Betroffene als Bedrohung wahrnimmt. (= Angst vor dem Verlassen werden)
oder der Betroffene merkt, dass ihm die Nähe zu viel wird, dass er Abstand braucht und den Partner als klammernd wahrnimmt. (= Angst vor dem Verschlungen werden)
oder der Partner konfrontiert den Betroffenen mit Dingen, die er an ihm wahrnimmt. (=Angst vor dem Verschlungen werden + Angst vor dem Verlassenwerden gleichzeitig)
oder viele andere Gründe die diese, oder ähnliche Ängste auslösen.

Diese frei flottierende Angst kann leider nicht ausgeredet und somit beseitigt werden. Sie ist ständiger Begleiter des Borderliners und bleibt das auch. Echtes Vertrauen wird in der Regel nicht da sein. Zumindest nicht in dem Maße wie andere Menschen das kennen. Dazu sind Borderliner aufgrund ihres bereits Früh entwickeltem Misstrauen nicht fähig. Sind die Ängste mal da, fressen sie sich tief in einen rein hier kommt es nun darauf an, wie gut man mit ihnen umgehen kann. Manche Betroffene können diese Ängste besser aushalten, manche schlechter. Und die Reaktion darauf ist auch sehr unterschiedlich. Fast ebenso unterschiedlich wie die Gründe warum die Ängste kommen.

Ausgelöst durch diese frei flottierende Angst entsteht evtl. beim Betroffenen das Gefühl, dass die Beziehung im Rückblick gar nicht so toll ist, wie zunächst angenommen, bzw. es fühlt sich auch nicht toller an als der Rest des Alltags. So gesehen gibt es dann für ihn auch keinen Grund, die Beziehung zu erhalten. Im Gegenteil, durch Trennung beseitigt der Borderliner scheinbar die Ursache für die in ihm entstandenen, existenzbedrohenden Ängste.

Meist geht dem aber ein großer Zwiespalt voraus. Eine extreme Zerrissenheit, wo der Betroffene zwischen dem Gefühl ich muss weg und ich muss bleiben hin und her gerissen wird. Dieser Zustand ist garstig. Dies ist der Moment wo man das Außenstehender das Gefühl hat, der Borderliner wechselt alle Minute seine Stimmung das ist ja auch so.

Sehr häufig kommt es dann wirklich zur Trennung, weil dieses Gefühl der Zerrissenheit nicht auszuhalten ist und eine Trennung als einzige Möglichkeit erkannt wird, die er wirklich selbst beeinflussen kann.



Hier noch der Link:
http://www.grenzwandler.org/borderline-...nde-angst/

Gestern 14:22 • x 5 #148


Raida

Raida


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Zitat von distress:
Aber das konkrete Empfinden der Betroffenen wird dabei eher selten beschrieben


Danke für den Beitrag.
Damit ist alles gesagt?
Alles geklärt?
Alles erklärbar?

Meine Gedanken wandern...
Dann ist Borderline also eine Angststörung?

Gestern 14:54 • #149


SimplyRed

SimplyRed


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Zitat von Raida:
Dann ist Borderline also eine Angststörung?


Zumindest gibt es diese These, welche ich im Übrigen unterstütze, da sich das für mich ebenfalls deutlich dargestellt hat. Es ist ein Standpunkt, es muß nicht mehr richtig sein, als andere Sichtweisen, dennoch hat sie durchaus ihre Berechtigung, wie ich finde.

Dies gilt im Übrigen nicht für BL, sondern sämtliche PS die wir so kennen in dem gesamten Spektrum. Anders wäre aus meiner Sicht bislang nicht erklärbar, warum einge "PSler" glückliche Partnerschaften auf Augenhöhe führen können und andere in einen Kriegsschauplatz eintreten, weil das Gegenüber sich herausgefordert und /oder unterdrückt fühlt.

Liebe Grüße
Simply

Gestern 15:01 • #150