Zitat von Golem: Das vermischt sich gern, wenn man verletzt ist. Die Wahrnehmung ist stark beeinträchtigt.
Absolut! Das ging und geht uns doch allen so.
Umso dankbarer war ich damals den Frauen, die mich nicht in all meinen Fehlwahrnehmungen und emotionalen Schutzhandlungen bestätigt haben, sondern mich Netvenbündel in die Realität geholt haben. Ich hätte sonst viele Fehler gemacht.
Zitat von Golem: Warum soll er warten? Er ist ein Mensch und hat auch Bedürfnisse.
Vielleicht eben nach Klärung.
Weil es aus meiner Sicht abzusehen ist, dass sie diese Bedürfnisse aktuell nicht interessieren und er sich dann eine weitere blutige Nase an ihr holt, sich an ihr verausgabt und die Zustände unter einem Dach erst richtig unerträglich werden.
Ich glaube, es wird Jules kurzfristig als auch langfristig besser gehen, wenn er sich auf das konzentriert, was aktuell machbar und auch wirklich nötig ist.
Was machbar ist, ist der kleinste gemeinsame Nenner zwischen ihm und seiner Frau und das, was er ganz allein bewegen kann : z.B. mit den Kindern viel draußen zu sein, um der auch für sie neuen Situation zu Hause nicht zu viel Raum zu geben. Aber vor allem auch Selbstfürsorge, wann immer er die Kinder gerade nicht hat.
Zitat von alleswirdbesser: Sie will die Trennung, nicht Jules, also gehört die Couch ihr.
Das sind meines Erachtens Ego Spielchen bzw. "Gewinnenmüssen". Ich würde es mir eher selbstbestimmt in einem Zimmer meiner Wahl außerhalb des Schlafzimmers gemütlich machen, als mit der Ex Rangeleien um Moralfragen anzufangen.
Zitat von alleswirdbesser: Nein, aber sie hat den geplanten Besuch, auf den sich die Kinder sicherlich gefreut haben, einen Tag vorher abgeblasen,
Jemand in Reha sagt einen geplanten Besuch ab. Teert und federt sie.
Wenn sie nach einem Herzinfarkt in Reha gewesen wäre und sich NICHT von Jules getrennt hätte, hätte jeder Verständnis gehabt.
Zitat von alleswirdbesser: Auch wenn sie sich von ihrem Mann trennt, dann doch nicht von ihren Kindern?
Hat sie auch nicht. Sie hat eine Woche nicht nach ihnen gefragt. Nachdem Jules einen Notfall der Kinder vorgetäuscht hat, um seine Ex zu einem Telefonat zu zwingen.
Zitat von alleswirdbesser: nach Wochen ohne Kontakt
Wo steht das?
Zitat von alleswirdbesser: Wieso hältst du das für das normalste der Welt?
In einer Trennung mit einem hochgradig übergriffigen Partner ist es leider manchmal nötig, das größte Einfallstor, die Manipulation über die Kinder, zu schließen. Jules vermischt doch beides und nutzt die Kinder, um die Bindung zur Frau zu erzwingen. Wie soll sie sich da anders wehren?
Zitat von alleswirdbesser: sondern darf geschockt sein, traurig, verzweifelt, verloren
Klar darf er das. Das spricht ihm doch auch keiner ab.
Nur muss das seine Ex nicht mehr interessieren und er kann sie nicht zwingen, auf seine Gefühlslage Rücksicht zu nehmen.
Klar wäre eine einvernehmliche Trennung unter Freunden für alle Beteiligten besser. Aber die gibt es hier nicht. Und das liegt wahrscheinlich eher an 6 Jahren Beziehungsdynamik als an 6 Monaten Medikamente oder 6 Wochen Reha.
Solange Jules die Trennung nicht akzeptiert, muss sie ihn mit allem, was sie hat und kann, von sich wegstoßen. Denn dieses "Freunde sein" dient doch nur "auch" der Elternebenen. Primär soll es dazu dienen, die Leere aus dem Beziehungsabbruch zu füllen.
Zitat von alleswirdbesser: Offenbar hast du überlesen, dass ihre schlechten Launen und Aggressivität auch im
Umfang mit den Kindern präsent waren
Ich habe kein einziges Beispiel mit Kontext gelesen.
Schlechte Laune auch im Umgang mit Kindern ist doch hoffentlich genauso normal wie gute Laune.
Und was genau an der Frau "aggressiv" war, steht hier nirgends. Manche Männer halten schon ein "Nein" oder ein "jetzt lass mich doch verdammt nochmal in Ruhe" von einer Frau für aggressiv. Oder eine laute Stimme, nachdem die ersten siebzehn Mal mit normaler Stimme keinerlei Wirkung gezeigt haben. Oder eine genervte Mutter, der das Schuhe anziehen der Kinder nicht schnell genug geht, nachdem sie mitten im Burnout immer noch die emotionale Regulierung für die gesamte Familie übernehmen soll.
Jules darf Panikmodus, aber Jules Ex soll sich in einer psychischen Notlage gefälligst zusammen reißen oder das Aufenthaltsbestimmungsrecht verlieren. Während 6 Wochen Allein Vaterschaft, während die Frau in der Klinik ist, bereits zum Residenzmodell reichen. Die zweierlei Maß fallen hier wirklich auf.
Zitat von alleswirdbesser: so vermute ich
Du vermutest, während Jules genau schrieb, was bei denen passiert ist. Seine Ex wollte arbeiten, was wegen des Umzugs inkl. Kitaplatzverlust nicht ging.
Zitat von alleswirdbesser: Es gibt natürlich Frauen, wie du, die kein Problem damit haben ihr Baby ganzen Tag lang nicht bei sich zu haben, weil sie die Alleinverdiener Rolle übernehmen und dem Mann die Elternzeit überlassen, aber die Regel ist es nicht unbedingt.
Was soll diese Verurteilung?
Deine zweierlei Maß zu Lasten der Frauen solltest Du wirklich mal reflektieren.
Es soll ja auch Männer geben, die "kein Problem damit haben, ihr Baby den ganzen Tag nicht bei sich zu haben". Das sind dann wohl die schlechteren Väter und denen sollte auf keinen Fall ein Wechselmodell gegeben werden, denn das ist ja nicht die Regel. Denn das Kind gehört zur Mutter?