Zitat von alleswirdbesser: Und das hat er zu verantworten?
Nein. Wieso suchst Du denn nach Schuldigen?
Beide haben es nicht geschafft, ein Leben aufzubauen, das für beide erträglich bzw. wünschenswert war. Und deshalb gibt es jetzt die Trennung. Die ist eine Konsequenz und keine Strafe.
Warum nimmst Du jemandem übel, dass er sich getrennt hat?
Zitat von alleswirdbesser: Und warum hat sie zwischen den beiden Kindern nicht gearbeitet? Warum so schnell das zweite?
Geht uns das irgendwas an?
Würde es irgendwas an der Trennung ändern?
Gibt es neuerdings besondere Bedingungen, unter denen Frauen sich trennen dürfen? Und wenn die nicht vorliegen, dann trägt sie die Schuld? Schuld an was denn? Dem Scheitern der Ehe?
Zitat von alleswirdbesser: Ich kann nur mit dem Bild nicht mitgehen, das du oft malst, wenn es um die Mutterschaft geht.
Musst Du doch auch nicht.
Du siehst die Kinder eben automatisch bei der Mutter. Das sehen viele heute auch noch so. Und andere sehen es anders.
Wie schön für uns alle, dass wir uns das aussuchen können.
Wobei ich nicht mitgehen kann, ist dass Du Frauen jede Reaktion auf Situationsänderung absprichst.
Du klingst so, als bedeute "in guten wie in schlechten Zeiten", dass eine Frau, die zwei Jahre Elternzeit noch toll findet oder gut weg steckt, nach vier oder fünf Jahren Elternzeit mit Corona und Finanznöten nicht den Wunsch entwickeln darf, arbeiten zu gehen. Und dass sie auf keinen Fall verlangen darf, dass der Partner dann ihre Berufstätigkeit genauso wertschätzt wie die eigene.
Das meine ich mit "zweierlei Maß".
Zitat von alleswirdbesser: Das ist keine Verurteilung, sondern das, was ich im breiten Umfeld erlebe, siehe auch mein Hinweis auf das Gespräch mit der jungen Kollegin.
Ich denke, dass man sich sein Umfeld auch aussucht. Ich habe auch genügend konservativen Kolleginnen, die ihre eigenes Lebensmodell mit meinen Zukunftsplänen abgleichen wollten, nach dem Mund geredet, damit die Diskussion "Wie kannst Du nur als Mutter!" gar nicht erst aufkommt.
Wir sind uns hoffentlich einig, dass das, was man sich vor dem ersten und zweiten Kind vorstellen kann und das, was dann die nächsten 20 Jahre passiert, häufig von einander abweicht. Aber natürlich gibt es auch immer noch Frauen, die ein "das Kind gehört zur Mutter" oder "Kinder gehören die ersten 3 Jahre nicht fremdbetreut" propagieren. Dürfen sie. Für sich und ihre Kinder. Nur das Urteil über andere Frauen und deren Kinder dürfen sie sich sparen. Denn natürlich war Deine Ausdrucksweise eine Vorwurf, den Du einem Vater nie gemacht hättest. Daher die Frage an Dich: Lieben Väter ihre Kinder in den ersten 3 Jahren oder lebenslang weniger als Mütter? Und sollte deshalb konsequenterweise das Residenzmodell bei der Mutter und die volle Unterhaltspflicht des Vaters als feste Regel ins Gesetz geschrieben werden?
Zitat von alleswirdbesser: wenn sie in letzter Zeit berufstätig war
War sie das? Wo steht das?
Jules schrieb, dass sie beide zu Hause bleiben, weil seine Frau am Ende war und er den Haushalt übernehmen musste.
Zitat von So-isses: Wieso soll er einfach so gehen?
Steht doch nirgends.
Zitat von So-isses: Und wie komnst du drauf, dass sie nach einem Zusammenbruch zur Reha kam?
Weil sie erst durch Corona, zwei Kinder, Psychoterror Nachbarin, Umzug und dadurch Kitaplatzverlust und Wiedereinstiegsverlust so am Ende war, dass sie nicht Mal mehr Körperhygiene betrieben hat, per Antidepressiva wieder in die Gänge gebracht wurde und dann erst in die Reha kam.
Wenn jemand nicht mal mehr Körperpflege betreiben kann, nenne ich das einen Zusammenbruch. Ich tippe auf Burnout.
Zitat von So-isses: Er war viel zuhause, Stichwort Homeoffice.
Ich hab schon Homeoffice mit Kitakind gemacht. Man wird weder der Arbeit noch den Kind gerecht. Homeoffice spart nur die Pendelzeiten. Die Kinder versorgen oder gar altersgerecht betreuen kann man nicht, wenn man wirklich arbeitet und dafür bezahlt werden möchte.
Zitat von alleswirdbesser: Wer A sagt, soll auch B sagen.
Zitat von alleswirdbesser: Auf das B meines Exmannes habe ich übrigens über 6 Jahre gewartet
Und das wünschst Du Dir jetzt auch für Jules?
Dass er 6 Jahre darauf wartet, dass seine Ex das Schlafzimmer frei macht? Und so lange liegt er Rücken an Rücken neben ihr?
Du bist doch das beste Beispiel dafür, dass man jemanden, der sich emotional entfernt hat, zu nichts mehr zwingen kann.
Ich hätte keine Lust, 6 Jahre zu warten, nur weil ich es für "fair" halte, wenn ein Verlasset dies und ein Verlassener das macht. Das ist doch nur Etikette. Auf die die meisten Verlasser shaizen. Jedem Verlassenen würde ich raten, das zu tun, was ihm/ihr gut tut. Dem einen tut 6 Jahre Limbo gut. Dem anderen klare Verhältnisse, auch wenn man die selber schaffen muss.
Zitat von So-isses: Wenn er sich 50% kümmern kann, hat er da ein Recht drauf.
Nach der Scheidung vielleicht, wenn sie bis dahin die Elternebene geklärt haben. Aber im Trennungsjahr sehe ich bei ihm eher eine Erwerbspflicht, wenn er der Alleinverdiener war. Am Ende entscheiden das aber die Paare selbst oder ein Richter für sie. Deshalb ist der Gang zum Rechtsanwalt definitiv dringend zu raten.
Zitat von So-isses: Nur, warum sie die Kinder im Residenzmidell bekommen sollte, wie Nalf fordert, erschließt sich mir absolut nicht.
Ich fordere gar nichts. Anderer Leute Betreuungsmodell betrifft mich überhaupt nicht. Ich sage nur, dass im Trennungsjahr die eheliche Übung fortgeführt wird. So zumindest habe ich es bislang erlebt.
Zitat von Balu85: naja....ist eigentlich bei jedem Thema die selbe Masche. Böser egoistischer Mann,
Das ist sinnvoll, sich an mir abzuarbeiten, statt Jules handfeste Tipps zu geben, was auf ihn zukommt und wie er damit umgehen kann.
Den Wunschtraum, die Ex wegen einer psychischen Belastung als unfähige Mutter darzustellen, und sich dadurch in der Trennung über die Kinder besser zu stellen, hatten schon viele. Ohne handfeste Nachweise wird das aber in der Realität nichts.