Zitat von So-isses: Wäre Jules die Frau in dieser Beziehung, würdet ihr alle hinter ihr stehen und dazu raten, sofort die Kinder zu schnappen und sie aus diesem gefährlichen Dunstkreis des Vaters zu bringen.
Klare Antwort, Nein... ...das ist immer ein Verdacht, denn man schön benutzen kann - aber totaler Quatsch.
Ich müsste lügen, wenn mich die Geschichte von @Jules189, aber auch das was @Nalf schreibt, nicht triggern würde. Es versetzt mich ca. 7,5 Jahre zurück und die eine oder andere Träne muste ich hier schon verdrücken.
Ich kann gut nachvollziehen, dass sich sehr viele auch Sorgen hier um die Kinder machen - das mal vorweg.
Ich war damals grade ausgezogen, meine Ex-Frau hatte mich vorher terrorisiert, als ich noch in der alten Wohnung wohnte. Später vermutet man, dass Sie eine Manie hatte.
Sie litt schon vorher mehrere Jahre an Depressionen. Wir wolte beide die Trennung, ich war damit fein und sie auch.
Wir hatten uns noch ums Kind gestritten, sie wollte, dass ich das Kind nur alle 2 Wochen sehe, das war mir zuwenig.
Wir waren bei einer städtischen Beratungsstelle die den Trennungsprozess begleitete. Es war alles sehr schwierig mit ihr.
Dann kam der Tag, wo das Telefon klingelte und man sagte ich solle doch bitte meinen Sohn abholen kommen, meine Ex-Frau wäre auf der Geschlossenen mit dem Verdacht auf Psychose. Ich kann das Gefühl gar nicht beschreiben, mir wurde flau im Magen
😢, es hat mir den Boden unter den Füßen weg gezogen.
Plötzlich stand ich da, mit meinen 5 jährigen Sohn, Wohnung noch nicht fertig, nahm mir erstmal eine Woche Urlaub...
Irgendwie hab ich trotzdem alles hinbekommen, ich habe einfach nur funktioniert - für mein Kind.
Nach 2 Wochen wollte sie, dass ich mit unseren Sohn in der Klinik komme, sie wollte sich bei ihm Entschuldigen... ...ich dachte mir OK. Das Gespräch war begleitet von einer Psychologin.
3 Wochen später kam sie dann raus. Sie wollte unseren Sohn sehen. Die Frau von der städtischen Beratungsstelle meinte, das muss erstmal geklärt werden ob er sicher bei ihr ist, so dürfte sie erstmal nur begleitet Umgang haben.
Ihr Therapeut meinte "Ja, es bestände keinen Gefahr für das Kind", aber es wäre nicht seine Aufgabe das zu bestätigen, das muss das JA machen, das JA meinte, da müssten die ein Gutachten machen, das könnte Wochen, oder Monate dauern, die Klinik wo sie war sagte "da sind wir nicht für Zuständig"...
...ich kam mir in dem Augenblick komplett verloren vor - keiner wollte sich die Hände schmutzig machen.
Ich wollte ihr unser Sohn auf keinen Fall vorenthalten, ich habe dann selber entschieden, dass er zu ihr darf...
...aber mir viel es schwer.
Erst sah sie ihn Stundenweise, ich brachte ihn vorbei und holte ihn wieder ab. Immer noch ging es darum, wo soll unser Sohn leben.
Sie wollte den Teil über ihre Anwältin regeln lassen. Ich sagte zu ihr, entweder machen wir hier alles über die Beratungsstelle, oder alles via Anwalt - du kannst das selber entscheiden. Sie meinte sie wird das mit ihre Anwältin besprechen und am nächsten Termin bescheid geben.
Beim nächsten Termin nah alles eine unerwartet Wende, sie hatte eine Zettel dabei, wo ihr Therapeut (der auch Psychologe ist) ihr bezeugte, dass unser Sohn bei ihr keine Gefahr ausgesetzt ist - er hat sich scheinbar erbarmt...
...und sie sagte, ihr Anwältin hätte ihr geraten, dass sie weiter alles über die Beratungsstelle machen solle. Mir war klar was das bedeutet, dass sie mit dem Ar. an der Wand stand.
Sie sagte dann "Du wolltest das Wechselmodell, also machen wir das Wechselmodell", ich willigte ein, auch wenn es mir etwas mulmig war dabei...
...und dann kam noch was unerwartet, dass die Frau von der Beratungsstelle sagte "also ihrer Reise wäre hier vorbei, sie begleitet das nicht mehr weiter"...
...soll heißen, dass sie dem Schreiben des Therapeutens nicht vertraut hat.
Danach ist mein Ex-Frau immer wieder länger ausgefallen, mal Tagesklinik, mal Reha, Eingliederung... ...ich war ca. 2,5 Jahre alleinerziehend. Aber dadurch habe ich auch ein besonders Verhältnis zu meinen Sohn - wir sind ein gutes Team!
Was dem TE noch sagen will, glaub mir, dass alles kann gut werden. Mit meiner Ex-Frau läuft es auch jetzt in geordneten Bahnen. Wir reden zwar nur das nötigste miteinander, aber Absprechen klappen alle gut.
Aber tatsächlich hängen mir die Jahre auch noch hinterher - ich habe immer funktioniert, wenn ich musste, jetzt fühle ich mich nicht mehr so Leistungsfähig wie früher - ich muss eingentlich auch eine Therapie machen.
Und bitte, haltet immer die Kinder raus - versuche nie Öl ins Feuer zu geben, das bringt alles nichts.
Und die Kinder sollten auch nicht als Argumentationshilfe dienen. Kinder dürfen nicht instrumentalisiert werden!