Zitat von Deejay: Ich habe gerade wieder dieses Bild vor Augen, wie da unser inneres Kind in der Ecke sitzt, vernachlässigt und allein, während wir umherirren und ständig fremde Leute (Partner) ansprechen, sich doch bitte um dieses arme verlassene Kind da in der Ecke zu kümmern.
Ach herrje, das arme Kind, das so traurig ist. Weil wir offenbar nicht in der Lage sind, ihm zu helfen, wollen wir es andere tun lassen.
Ich wollte auch viieles. Ich wollte geliebt werden, damit ich endlich daran glauben konnte, dass ich liebenswert war. ich wollte ein anderes Leben, das er mir ermöglichen wollte und in dem ich den Platz der Prinzessin einnehme. Wo mein Platz war, habe ich dann schon gemerkt und damit begann das Leiden.
Und dann strengte ich mich an und spielte eine Rolle, von der ich annahm, dass er sie für gut befinden würde. Und damit hielten Lügen und Taktiererei Einzug.
Dasselbe als Kind. Streng Dich an, hab dich nicht so, sondern werde, wie sie Dich haben wollen. Dann bekommst Du Liebe und Zuwendung, die dann auch nie stabil gewährt wurden, sondern je nach Befindlichkeit und Würdigng meiner Person.
Dass ich ihn benützt habe, wurde mir erst viel später bewusst, als er keine Rolle mehr in meinem Leben spielte. Da fiel er mir auf einmal ein und ich war irritiert. Warum, was wollte ich von ihm, mit ihm? Wollte ich Kontakt? Nein, wozu auch? Wollte ich Beachtung? Die hätte ich mir oft gewünscht, aber jetzt war sie mir egal. Was also sollte das jetzt? Und dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen, dass er die Dinge in mir richten sollte, die ich selbst nicht zu Wege brachte. Und dann schämte ich mich, vor mir selbst, weil er etwas in mir richten sollte und das alles unter dem Deckmäntelchen von angeblicher Liebe. Ich wollte was von ihm und das hat er mir verweigert, denn keiner kann die Blessuren des Anderen dauerhaft heilen- Das muss jeder selbst tun.Und so wurde die Liebe als Egoismus entlarvt.