Mindtricks
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Ich habe mich viel mit dem Thema beschäftigt in letzter Zeit - aus aktuellem Anlass heraus.
Generell wird wohl als "stabil" verstanden, dass ein Mann:
1) In sich ruht, also emotional gefestigt ist
2) Unabhängig von anderen Menschen ist
3) Mit beiden Beinen im Leben steht
4) Selbstbewusst und souverän auftritt, ohne dabei arrogant zu wirken
Also ein Mann, welcher für die Frau Ruhepol, Ratgeber, "Fels in der Brandung"sein kann und seine eigenen Ziele und Wünsche nicht aus den Augen verliert.
So ein Mann war ich, bevor ich meine Partnerin vor zwei Jahren kennengelernt habe. Nach vielen Jahren Wachstum und der Erkenntnis, dass ich mittlerweile viel Lebenserfahrung und Reife mitbringe und auch schwierige Situationen meistern kann.
Durch diese neue Partnerschaft habe ich mein Herz geöffnet und mich damit verwundbar gemacht.
Meine Partnerin, die mich als "stabilen" Mann kennengelernt hat, hat mich plötzlich auch von meiner verletzlichen Seite erlebt:
Mal in Erinnerungen/Emotionen schwelgend, mal mit ihr herumalbernd...ja, auch mal verzweifelt, fassungslos oder traurig.
Dann kam ihr Lebenseinschnitt in unsere Beziehung (neuer Job, neue Wohnung, schlechte Finanzen...) und sie begann damit, sich emotional zu distanzieren. Wohl um sich und ihre Gedanken zu ordnen.
Das wiederum hat mich in mein Ur-Muster zurückfallen lassen: In mir kam eine Verlustangst hoch, die ich schon lange nicht mehr gespürt hatte. Ich begann ihr Handeln zu hinterfragen, wollte die Beweggründe für ihre plötzliche Distanz wissen. Ich habe mir Gedanken gemacht, begann zu grübeln, Fragen zu stellen....
Und damit war ich plötzlich nicht mehr der stabile Partner, den sie kennengelernt und vermutlich gebraucht hätte.
Heute stehe ich da mit einer Beziehung, die sich weder richtig noch komplett falsch anfühlt - ich bin in der Schwebe.
- Aber darf ein Mann nicht auch emotional werden? Wenn er seinen Job verliert oder fürchtet, dass seine Partnerin die Beziehung ausschleichen möchte?
- Darf ein Mann nicht auch Angst haben und um eine Beziehung kämpfen wollen?
- Ist es verwerflich, wenn ein selbstbewusster und souveräner Mann nach Jahren denn auch mal durch eine emotional schwierige Phase geht?
Ich habe das Gefühl, dass viele Frauen hier kein Verständnis aufbringen und ihren Partner (der plötzlich verletzlich wirkt) schnell in eine Schublade stecken. Der stolze Ritter hat seine Rüstung verloren...der Fels in der Brandung braucht nun selbst Halt und Stütze. Sieht eine Frau sich dann ggf. in vertauschten Rollen und distanziert sich weiter emotional?