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Wann ist ein Mann heute nach euer Ansicht stabil?

Razor_cgn
Zitat von H-Moll:
@Razor_cgn Ich bin heute einem stabilen Mann begegnet, seine Situation instabil, aber einem anderen Enthusiasmus vermitteln konnte er. Er sagte zu mir, es muss mir nicht gut gehen, um etwas Gutes für jemand anderen zu tun. Wer etwas anderes behauptet, liegt falsch. Es muss mir nicht gut gehen, um etwas Gutes zu tun. ...

Da hast du recht, weil er trotz seiner misslichen wirtschaftlichen? Lage, seinen Kernwerten treu geblieben ist, das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Erinnert mich an die "Stehaufmännchen" Mentalität in den USA. Man hat eine Pleite hingelegt, verliert aber nicht seinen Lebensmut und hat direkt einen neuen Plan. Genauso geht das.

#91


Blind-Meg
Zitat von H-Moll:
Das ist von meiner Seite ein eher moralisches Ding: willst du einen guten Freund, sei einer.

Ja klar, aber für "guter Freund" gibt es keine allgemeingültige Definition. Insofern hilft das nicht weiter, wenn man mit jemand anderem als seinem Spiegelbild redet.

#92


A


Wann ist ein Mann heute nach euer Ansicht stabil?

x 3


H
@Blind-Meg
Richtig.
Und nein.
Die Frage ist immer: weicher guter Freund bin ich?

#93


Blind-Meg
Zitat von H-Moll:
@Blind-Meg Richtig. Und nein. Die Frage ist immer: weicher guter Freund bin ich?

Du bist für den ein guter Freund, der sich von einem guten Freund das wünscht, was du ihm anbieten kannst. Du kannst aber nicht für jeden ein guter Freund sein. Weil sich darunter jeder was anderes vorstellt. Verstehst du was ich meine?

#94


M
Zitat von H-Moll:
Generell gilt: kann ich selber geben, was ich erwarte? Ansonsten kann man alles in die Tonne kloppen.

Das sowieso....

#95


M
Zitat von Re_ne:
@merretich mich als ADHS Betroffener würde interessieren, warum ich nicht stabil sein kann? Meine Psychologin ist da anderer Ansicht.

Ich sage nicht, dass keine Beziehung mit Betroffenen möglich ist.
Nur ich selbst komme aus dem medizinischen Bereich und habe viel Kontakt mit v.a. Männern mit
ADHS, oft kombiniert mit Dro. und oft anderen Störungen.
Hier gibt es fast immer ein Thema mit der Impulskontrolle. Meine Haltung hat sich auch entwickelt, weil
ein nahes Familienmitglied von mir ADHS hat (ich habe meine ganze Kindheit unter den Aggressionen und Wutausbrüchen und Spannungen gelittenund war 24/7 in der emotionalen Kompensation und auch zeitweise Punchingball) und ich hatte auch mal zwei kurze Dating
Erfahrungen mit Männern, die mir sagten, dass sie diese Diagnose haben.
Am Ende habe ich sowohl bei dem Familienmitglied als auch bei den kurzen Dates gemerkt, dass ich
privat null Lust habe, die Therapeutin zu spielen, "beruhigend" auf das Gegenüber einzuüben (mir wird das
immer wieder gesagt, wie gut ich den menschen tue durch meine ruhige, reflektierte ausgleichende Art. Ist ja auch
im Job meine Aufgabe 😇 ). Nur ich selber bin meiner Erfahrung nach nach privaten Kontakten dieser Art
total ausgelaugt, erschöpft und ausserhalb meiner Mitte und verliere auch meinen inneren Frieden, da es mich
nervös macht, jemand angespannten oder aggressiven neben mir zu haben.
Im Job ist das was anderes. Da öffne ich mich ja nicht und will mich fallenlassen wie in einer beziehung auf Augenhöhe. Da mach ich das gerne,
habe Distanz, und werde auch dafür bezahlt. Privat möchte ich keine Therapeutin sein wurde jedoch schon
öfter in die Rolle gedrängt. Ich hoffe Du verstehst jetzt meinen Punkt.

x 5 #96


M
Zitat von Zylinderella:
@merrettich, sehr durchdachter Beitrag finde ich. Sowieso viele deiner Beiträge, die ich schon gelesen habe. Danke sehr. Dafür nehme ich mir auf jeden Fall noch mal in Ruhe Zeit.

Ich meine das sind meine persönlichen Kriterien, die ich mir über viele Jahre erarbeitet habe und die
als Ideal zu sehen sind (natürlich tappe ich selbst auch mal daneben).
Aber für mich sind diese Kriterien enorm wichtig, da in meiner Ursprungsfamilie Instabilität Gesetz war
(Bordelrine, ADHS, päd. Narzisst als enge Familienmitglieder).
Ich denke bei so einer Herkunft muss man irgendwann seine Regeln selbst aufstellen, sonst geht man
dran kaputt. Das klappt auch ganz gut. Es schafft inneren Frieden.

x 4 #97


R
@merretich ok bei der Impulskontrolle muss ich dir leider recht geben. Das war bei meiner Trennung auch so ziemlich der Hauptgrund. Das ironische: ich habe das seit Anfang des Jahres so gut wie komplett im Griff aber leider zu spät...

x 2 #98


Z
Zitat von Razor_cgn:
.. wenn man jeden mit einem Grundrespekt behandelt.

Das finde ich z.B. sehr wichtig.
Zitat von Razor_cgn:
.. wenn man das Verhalten sozial kalibrieren kann, die Prinzipien bleiben aber

Das auch.
Zitat von Razor_cgn:
... wenn das Verhalten konstant ist, selbst nach 20 Jahren

Das nehme ich mal raus, hört sich erst mal gut an. Ich glaube, für mich - klingt das nach zu viel Festigkeit oder Festgelegtheit. Ich glaube, das Leben eine Reise ist. Und mir wäre dieser Punkt wohl nicht so wichtig. Das ist aber ja immer eine Verständnisfrage. Ich glaube Scheitern gehört dazu. Auch, dass wir nicht immer unseren Weg kennen.
Ich messe dem Leben mittlerweile auch keine sehr übergroße Bedeutung bei.
Es ist da und hoffentlich einigermaßen schön. Und mit guten Menschen gesegnet, die sich eingermaßen durchschlagen und sich immer weiter entwickeln mögen. Ich glaube diese Neugier ist mir das Wichtigste.
Ich möchte mich über die Welt unterhalten, gemeinsam gucken und Sachen schön finden.
Aber einen Weltrekord in irgendwas Tollem aufstellen müsste ich persönlich jetzt nicht.
Oder nicht mehr.
Liegt sicherlich an meiner Lebensphase.


Was meinst du mit konstantem Verhalten? Wie ist deine persönliche Definition?
Zitat von Razor_cgn:
... ständige Entwicklung, das Streben nach einem besseren Selbst

Ja in Teilen fände ich das schön. Aber in Maßen.
Ich bin da ehr der Fan der sanften Wege.

#99


Z
Zitat von merretich:
Privat möchte ich keine Therapeutin sein wurde jedoch schon
öfter in die Rolle gedrängt. Ich hoffe Du verstehst jetzt meinen Punkt.

Ich kann das sehr gut verstehen. Wenn man eine Weile im Forum mitliest, ich dachte es gerade heute morgen wieder, dass wir ein Land voller Diagnosen sind.
Gibst noch Menschen ohne Diagnosen.?

x 1 #100


Z
Ich finde es instabil, wenn jemand rumschreit, wenn überfordert ist, oder fies wird.
Und nicht einsehen will, dass er überfordert ist.

#101


Z
Ach, und ich finde es schön, wenn jemand seine Schwächen auch zugeben kann.
Oder sich entschuldigen.

Und wenn man es schafft, nach einer Meinungsverschiedenheit, auf den Anderen zuzugehen.
Und zwar leicht.
Mit Freude.
Weil der Konsens bzw. die Konsensfindung wichtig ist.

x 1 #102


Z
Zitat von merretich:
Ein solcher Mann sagt offen was er denkt und fühlt, wenn es wichtig
für die Beziehung ist


Zitat von merretich:
Ebenso ist er in der Lage, der Frau offen und ohne Abwertung zuzuhören,
wenn sie es ebenso tut, ohne in Kampfmodus (Angriff, Beleidigungen, Schreien oder gar
Gewalt) oder Fluchtmodus (abhauen, nur noch schweigen ohne Ankündigung, abtauchen,
mauern) zu verfallen.


Zitat von merretich:
Er hält es aus, unterschiedlicher Meinungs zu sein und kann sachliche
kontruktive Kritik von Zeit zu Zeit annehmen und als Näheangebot sehen, statt aufgrund eines brüchigen Selbstbildes in Wut zu geraten.


Zitat von merretich:
Er kann auch selber sachlich und begründet konstruktive Kritik äussern.


Zitat von merretich:
Nimmt dabei sowohl seine eigenen Gefühle als auch die der Frau ernst, ohne sie blind auszuagieren.
(Beispiel: ruhig sagen: das macht mich wütend, anstatt rumzuschreien.
Oder ruhig sagen: das macht mir Angst, anstatt abzutauchen).


Zitat von merretich:
Man könnte statt von Stabilität auch einfach von emotionaler Reife sprechen.


Zitat von merretich:
Erkennen kann man das daran, dass es nicht viel Drama gibt sondern eher konstruktiven
Austausch in Krisensituationen wo beide offen ihre Perspektive beschreiben könne und gehört werden
damit sich eine Lösung findet.

Ich kann dir wirklich in jedem Satz zustimmen.
Deshalb ist das im Gespräch bleiben eben doch sehr wichtig.
Es hat sicherlich jedes Paar sein eigenes Maß, aber schön ist es allemal.
Man könnt sich tatsächlich gemeinsam weiterentwickeln.

x 1 #103


Z
Ein Mensch, der nich auch mal entspannt über sich lachen kann...

#104


M
Zitat von Re_ne:
@merretich ok bei der Impulskontrolle muss ich dir leider recht geben. Das war bei meiner Trennung auch so ziemlich der Hauptgrund. Das ironische: ich habe das seit Anfang des Jahres so gut wie komplett im Griff aber leider zu spät...

vielleicht gibt es auch menschen, die damit zurecht kommen.
Ich bin selber viel zu bedürftig nach Frieden und habe schon in Kindes- und Jugendjahren viel zuviel
emotionale Federn in Dramen gelassen, als dass ich eben heute privat auf Eierschalen laufen oder
jemand anderen mitregulieren möchte. Ich kann es mir gefühlt auch gesundheitlich garnicht mehr leisten,
krieg da direkt Magenschmerzen und so...sogar wenn das nicht der Partner ist, sondern jemand
entfernteres...der sich nicht im Griff hat

x 2 #105


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