Meiner Meinung nach hast Du zwei Baustellen, die Du getrennt voneinander fertigstellen oder als Ruine stehen lassen kannst.
Du musst nicht ins Detail gehen, aber ein paar Infos zu Deiner Ehe wären schon hilfreich, um Deine Situation einschätzen zu können:
Du bist Alleinverdienerin. Warum arbeitet Dein Mann nicht?
Ihr (bzw. Eure Bank) habt ein Haus, für das Ihr beide im Grundbuch eingetragen seid. Welchen Anteil hat Dein Mann an diesem Haus geleistet, gar keinen? Also ist es so, dass Du für alles zahlst und ihm gehört die Hälfte?
Warum ist das so? Ich könnte es verstehen, wenn Ihr das klassische Rollenmodell umgedreht hättet und er z. B. als Hausmann die gemeinsamen Kinder versorgen würde. Aber die gibt es ja nicht

Es gibt anscheinend hohe Schulden (negativer Schufa-Eintrag): Deine, seine, Eure?
Es gibt lt. Deiner Aussage Gewalt und Aggressionen in Eurer Ehe. Spätestens das sollte doch ein Auslöser sein, um etwas zu ändern: Hast Du jemals mit Deinem Mann über eine Trennung gesprochen, wie sieht er Eure Situation?
An Deiner Stelle würde ich zu einem (Fach)Anwalt für Familienrecht gehen und mich beraten lassen. Falls Dein Einkommen zu gering ist, kannst Du Verfahrenskostenhilfe bekommen, darüber kann Dich der Anwalt beraten. Dein Mann muss davon zunächst ja gar nichts erfahren, aber Du könntest für Dich sortieren, was im schlimmsten Fall auf Dich zukommen würde.
Der nächste Schritt wäre für mich der Kontakt mit einer Schuldnerberatung. Die sind momentan sehr überlaufen, deshalb solltest Du Dich zeitnah um einen Termin kümmern und Dich ggfs. auf die Warteliste setzen lassen.
Als erstes empfehle ich wie @Brightness2 jedoch einen Gang zum Hausarzt und einer Beratungsstelle.
Die zweite Baustelle (Deine Jugendliebe) hast Du eröffnet, um die erste notdürftig zu flicken. Bei sowas kommt allermeist nur Pfusch dabei raus, so wie auch hier.
Dieser Mann hat Dir Kraft gegeben; ich kann versehen, dass Du Dich durch ihn und dadurch, dass er einfach da war, gestärkt gefühlt hast. Aber eben nur gefühlt - Deine ganzen Probleme sind ja trotzdem da geblieben und Du musst sie - ob mit oder ohne ihn - alleine lösen. Da wirst Du so oder so nicht drumherum kommen. Es sei denn, er wäre Krösus und bereit dazu, Dich aus Deiner finanziellen Misere freizukaufen.
Nun, ist er anscheinend nicht und ich kann ihn verstehen. Du kannst keine Verbindlichkeit von ihm erwarten, wenn Du überhaupt nicht bereit bist, selber verbindlich zu sein. Das Verschweigen der eigenen Adresse ist schon eine Hausnummer. Selber würde ich mich niemals auf eine Beziehung einlassen, wenn mir so elementare Dinge verschwiegen werden
Ihr hab mehr oder weniger (okay eher weniger) geglückt versucht, an dem anzuknüpfen, was vor Jahrzehnten mal zwischen Euch war. Es liegen aber Jahre dazwischen, in denen Ihr (jeder für sich) Euch weiterentwickelt, ein Leben geführt und das eine oder andere Päckchen zu tragen habt.
Dein Verhalten (blocken, Dinge zurück schicken, 4seitiger Brief) zusammen mit dem Vorwurf, dass er Dich „wie früher“ einfach sitzen gelassen hat, zeigt viel von der damals verletzten jungen Frau und wenig von einer gestandenen Frau mitten im Leben.
Du bist die einzige, die für Dein Leben verantwortlich ist. Niemand sagt, dass es einfach ist, aber auf Dauer sicher einfacher, als in einer unglücklichen, gewalttätigen Ehe zu verharren.