E-Claire
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Zitat von Nalf:Lass uns mal die Gold Digger, die real existieren, aufzählen. Der Vorwurf kommt häufig. Aber selbst bei den Ana Nicole Smiths dieser Welt hatte der Mann von diesem materiellen Austauschgeschäft ja durchaus was. Sie hat ihn ja nicht ausgenutzt, sondern ihm den Lebensabend versüßt und seinen Status angehoben.
Hm, ist das so ein gutes Beispiel? vielleicht war meine Antwort auch einfach zu kurz.
Wenn ein Austauschgeschäft besteht, bei dem beide von vornherein wissen, daß es sich dabei um ein solches handelt, be my guest.
Zitat von Nalf:Ich kenne auch im privaten Bereich keine Frau, die (sofern sie Bereicherungsansicht statt Zuneigung hatte) ohne entsprechende Gegenleistung mit vollen Taschen aus den Beziehungen rausgegangen ist. Meist sind es nicht mal 50% vom Gemeinsamen, was schon zum "Gold Digger" Vorwurf führt
Hm, das eine wäre, die Nichtoffenlegung der Interessenlage, also ich behaupte ich bin verliebt, bin aber eigentlich nur an finanzieller Absicherung interessiert.
Das andere ist, wie der Vorwurf "golddigger" allgemein brauchbar gemacht wird.
Sind in meinen Augen zwei unterschiedliche Dinge. Denn ja klar, daß der häufig (meistens) dazu genutzt wird, Frauen zu shamen, bin ich völlig bei Dir. Aber die Frage war, was hat eine Frau davon, zu behaupten, sie wäre verliebt und darauf war meine ja tatsächlich zu verkürzte Antwort, Partizipation an wirtschaftlichem Erfolg.
Nicht mal 50% vom Gemeinsamen finde ich da nicht ganz richtig gerechnet, sondern Berechnungsfaktor für mich wäre eigenes Ausgangsvermögen plus eigene Erwerbsfähigkeit. Wenn eine Frau durch die Behauptung verliebt zu sein, die eigene Wirtschaftslage so weit verbessert, daß sie sich selbst unter normalen Lebensumständen nicht in diese hätte bringen können, dann sind 50% vom "gemeinsamen" (was es ja dann eigentlich von vornherein nicht war) in meinen Augen eine ganze Menge.
Zitat von Nalf:Dagegen ist der "Heiratsschwindler"-Vorwurf zwar ein seltener, aber wenn er erhoben wird, sind da echte Soziopathen am Werk, die hauptberuflich reiche Frauen ausnehmen und deren Lebensabend nicht sonderlich versüßen.
Ach puh schwierig. Mir ist das alles zu sehr in Anna-Nicole Smith (an die hatte ich nicht mal gedacht) und Mr. Ripley Kategorien gedacht.
Wie wäre folgendes: ja, ich hätte das besser und anders umschreiben können, denn "Golddigger" ist zu besetzt und ein zu schwieriger Begriff. Gemeint habe ich, daß auf die Frage, was eine Frau davon haben könnte, zu behaupten, sie sei verliebt, die Antwort Partizipation an wirtschaftlichem Erfolg sein kann.
Ich mein OnlyFans hat daraus ein ganzes Geschäftsmodell gemacht, bei dem jetzt beide Parteien eigentlich von vornherein wissen, was Sache ist. Aber die Existenz des Geschäftsmodells würde für mich erst einmal indizieren, daß es da schon eine ganze Reihe Frauen gibt, die sich grundsätzlich für die Teilnahme am wirtschaftlichen Erfolg von Männern interessieren. Oder denke ich da falsch?
Bei der Frage von der Häufigkeit von Heiratsschwindlern habe ich denktechnisch ein Henne/Ei Problem. Bis vor kurzem gab es einfach nicht besonders viele Frauen, die auszunehmen gelohnt hätte. Daher könnte die (geringere) Anzahl von Heiratsschwindlern auch an der geringeren Anzahl von lohnenswerten Opfern gelegen haben.
Persönlich würde ich zudem denken, daß um so etwas zu tun, es immer irgendeine Psychopathie braucht, völlig geschlechtsunabhängig. Und frage mich, ob wir an der Stelle nicht ehr blinde Flecke für Täterinnen haben, eben weil wir nach wie vor männliche Versorgung noch zu sehr normalisieren.
So dala, Golddigger ist gestrichen. 🐧