Also, auch wenn mir ja hier immer mal wieder gerne gesagt wird, dass ich als poplige Ergotherapeutin ja keine Ahnung hätte, aber da muss ich echt mal eingreifen. Ich hatte schon berufsbedingt die eine oder andere Begegnung mit einem echten diagnostizierten Narzissten und gleichzeitig auch schon per PN Kontakt mit Nalf und kann daher sagen: narzisstisch, frustriert oder wild um sich schlagend ist sie nun wirklich nicht.
Zitat von Metalmaniac: Mein Thema hier ist immer noch, dass ich mich an dem abwertenden Ton gegenüber (alleinerziehende) Mütter, die nunmal oft in Teilzeit arbeiten gestört habe.
Wenn dem so ist, ist das natürlich, wie schon vermutet, eine eigentlich positive Haltung, allerdings kann ich dir sagen, dass du dann erst recht mit der Falschen gerade diskutierst, denn ich weiß dass Nalf selbst hinter Alleinerziehenden steht, im Gegensatz zu einigen anderen Usern in diesem Thread, die Alleinerziehende gerne mal als B-Ware darstellen. Also, wie gesagt, im Kern steht ihr eigentlich auf der selben Seite.
Aber die TE hat ja auch nochmal richtig gestellt, dass sie da falsch verstanden wurde. Zugegeben, ich habe auch erstmal komisch geguckt beim Lesen, aber ich denke, da sollte man dann lieber direkt sagen "Hey, find ich nicht so cool von dir", statt dieses Einkommens-Ding zu bringen.
An Worrior: Sage mir, dass du keine Ahnung von Feminismus hast, ohne mir zu sagen, dass du keine Ahnung von Feminismus hast.
Das, was du als Feminismus wiedergibst, basiert nur auf ein paar Hardliner, die medial besonders präsent sind, aber bei Weitem nicht den modernen Feminismus repräsentieren.
Gerade beim modernen Feminismus geht es auch zunehmend um die soziale Rolle der Frau. Da ich aber in anderen Threads schon mehrfach versucht habe das zu erklären, bezweifel ich, dass du es diesmal verstehen würdest. Nicht weil du es nicht kannst, sondern weil du es nicht willst. Zumindest ist das mein Eindruck.
@Blindfisch: Vor dem Gesetz sind Frauen und Männer gleichgestellt. Da hast du Recht. Allerdings bestehen nach wie vor patriarchale Strukturen. Was meine ich damit:
zB. dass Frauen nach wie vor in einigen Branchen bei gleicher Leistung weniger verdienen.
Gründe dafür sind u.a. dass sie öfter in Teilzeit gehen.
Warum machen sie das?
Weil sie immer noch im Schnitt mehr Carearbeit NEBEN dem Beruf übernehmen (müssen), aber auch bei gleicher Arbeitszeit kommt es auch immer noch vor, dass sie im Schnitt weniger verdienen. Nun werden einige Leute sagen "Ja, dann müssen sie halt besser verhandeln" - das ist der Knackpunkt. Wie werden Mädchen denn geprägt von Eltern und Umwelt?
Mädchen, die laut, unangepasst sind und sich nichts sagen lassen, sind Zicken, nicht brav und verzogen.
Frauen, die sich beschweren sind hysterisch, "haben wohl ihre Periode" und sind nicht in ihrer "femininen Energie". Demzufolge sind die Voraussetzungen zum Verhandeln von Gehältern von Grund auf deutlich schlechter. Und die Ursache dafür sind tief verankerte vom damaligen Patriarchat geprägte Denkmuster, die sowohl bei Frauen als auch Männern immer noch bestehen. Das heißt, die historisch geprägten Rollenbilder sind immer noch aktiv. Wenn man es also korrekt sagen möchte, geht es nicht ums Patriarchat, sondern und patriarchale Strukturen und Muster, die weiterhin bestehen.
Die Frage ist also nicht:"Wo dürft ihr etwas nicht?", sondern "Wo habt ihr nicht die selben Chancen?"
Anderes Beispiel: Wie oft wird Männern wohl eine Sterilisation verwehrt? Eher selten. Wenn Frauen das wollen, dann werden solche Eingriffe von Ärzten (ja, selbst so erlebt) abgelehnt, mit der Begründung:"Was wenn sie noch Kinder wollen? Das können Sie doch jetzt noch gar nicht entscheiden."
Frauen kommen auch in gewisse Positionen oder an bestimmte Jobs gar nicht ran, weil sie ja schwanger werden könnten. Und dann setzen sie auch noch aus, weil sie mit den Kids ja Zuhause bleiben wollen/ müssen. Und was wenn die Kinder krank werden (da wird meistens die Mutter zuerst angerufen und muss dann auch mit Kind Zuhause bleiben).
Ergo, Chancengleichheit gibt es leider noch nicht. Auch wenn einige Frauen das bewusst so wollen und sich damit auch wohlfühlen (Feminismus lehnt das nicht ab, sondern möchte nur, dass Frauen sich selbst dafür entscheiden können, ob sie Hausfrauen sein wollen oder Karriere machen).
Der heutige Feminismus beschäftigt sich auch zunehmend mit der Rolle der Frau in der Gesellschaft, zB:
-Warum ist es ok, dass Männer sich gegenseitig auf die Schulter klopfen, wenn sie eine nach der anderen vernaschen, während Frauen als "verbraucht und minderwertig" gelten, wenn sie mehrere Sexualpartner hatten? Der Mann ist ein toller Hecht, die Frau ist eine Schl...e und leicht zu haben.
-Warum ist ein Mann, der viel arbeitet ein guter Mann, während Frauen als egozentrische Karrierebiester bezeichnet werden?
-Warum wird ein Mann gelobt, wenn er seiner Frau beim Haushalt "hilft", obwohl es genauso sein Haushalt ist?
-Wenn eine Frau Alleinerziehende ist, wird nicht danach gefragt, warum der Mann sich nicht kümmert, sondern es wird sofort abgewertet, dass die Mutter ja nun B-Ware ist, keiner sie haben will, sie nur einen Versorger sucht usw. Woher ich das weiß? Mich hat in all den Jahren noch nie ein einziger User hier gefragt, warum ich alleinerziehend bin. Dafür wurd mir aber schon sehr oft erklärt, dass ich als Alleinerziehende doch total frustriert sein müsse, kein Mann mich so will und ich kein Recht hätte, mir einen Mann ohne Kind zu suchen, sondern mir gefälligst einen Alleinerziehenden suchen solle oder warten, bis mein Kind erwachsen ist, da wir Alleinerziehenden ja keine Kinderlosen Partner verdient hätten und ja so anstrengend zu daten wären. Noch nie habe ich hier gelesen: Respekt, dass du das alleine wuppst.
-weiter geht's: Warum ist es total ok, wenn Männer kurz nach der Geburt wieder auf Achse sind? Aber wenn Mütter mal alleine ohne Baby irgendwo aufkreuzen, wird sofort gefragt: "Und wer kümmert sich um das Baby?" "Der Vater natürlich" - "Oh, du hast aber einen lieben Mann!" ...nein, er übernimmt nur seinen Anteil, er ist genauso Elternteil wie ich auch.
-Wie oft müssen Frauen sich dumme Sprüche auf der Straße anhören, sich anfassen lassen oder sich als prüde betiteln lassen, wenn sie beim 2. Date nicht küssen oder ins Bett wollen?
-Wie oft übernehmen Männer die Planung von Kindergeburtstagen, besorgen Geschenke für das Kind was zum Geburtstag eingeladen hat? Stehen nachts auf? Gehen mit den Kids auf den Spielplatz?
-Warum wird Frauen von Männern erklärt, sie dürfen nicht mit enger Leggings Sport machen, während die Männer selbst teilweise Oberkörper frei trainieren und dabei übertrieben rumstöhnen, wenn sie Gewichte heben?
-Warum werden weibliche Polizisten weniger ernst genommen?
-Warum werden Frauen ständig degradiert mit "Katzenlady" oder "die wird mal einsam sterben"?
Das sind nur einige Beispiele und sicherlich gibt es schon einige tolle Männer, die das alles nicht machen und sehr wohl sich gleichwertig beteiligen an Haushalt, Kinderbetreuung und die altmodische Denkweisen abgelegt haben, aber an die richtet sich die Kritik ja auch nicht.
Auffällig ist, dass selbst Männer häufig andere Männer ablehnen, die feministische Werte vertreten. Diese werden dann als „nicht männlich genug“ bezeichnet, von Frauen angeblich nicht ernst genommen und ihnen wird unterstellt ständig rumzujammern...
Mal im Ernst: Gefühle zeigen heißt doch nicht psychisch instabil zu sein, sondern zB sagen zu können:"Dass du dich so wenig von selbst meldest, gibt mir das Gefühl, dass ich dir nicht wichtig genug bin. So fühle ich mich nicht wohl." Statt sich zurückzuziehen und zu sagen "Ach, die hat eh 'n dicken Hintern. Ich such mir jetzt 'ne Ablenkung auf Tinder!".
Auch bedeutet Gefühle zeigen, dass man die Frau küsst und umarmt, wenn man sie mag, statt sich künstlich rar zu machen.
Das habe ich übrigens vermehrt bei ausländischen Männern erlebt: Die sagen ganz offen "Du siehst heute toll aus und umarmen einen", ohne Taktik etc, sondern einfach weil sie das in dem Moment so gefühlt haben. Natürlich ohne dabei übergriffig zu werden, wir waren ja in einer romantischen Verbindung.
Männer, die sehen, wenn es einem nicht gut geht und dann nicht überfordert erstarren oder "Ja, dann musst du halt...", sondern einfach nur da sind, zuhören und Verständnis zeigen. Liebe ich persönlich ja sehr. Schafft unfassbar viel Nähe und Vertrauen, statt nach ein paar Tagen anzukommen:"Na, hast dich wieder beruhigt?"
Ein Mann, der eine Beziehung ablehnt, wird teilweise sogar bewundert. Wenn eine Frau das tut, ist sie eine frustrierte Emanze, die eh keiner will und die irgendwann mal einsam sterben wird.
Hier auch: Nalf ist ja nun wirklich sehr sachlich, sehr klar auf den Punkt und kann sehr präzise ihre Sichtweise darlegen. Da ich schon öfters mit ihr geschrieben habe, kann ich sagen, dass sie eine Person isz, die gut bei sich bleiben kann und sich nicht schnell provozieren lässt.
Statt sich inhaltlich mit ihren Aussagen auseinander zu setzen immer die selber Leier: "Die ist frustriert, die kriegt keinen ab, die verbreitet Männerhass" etc.