Zitat von Birkai: wenn man lernt sie zu benennen
Definitiv. Die komplette emotionale Ebene wird von so vielen total vernachlässigt, da liegt quasi alles brach.
Und dann fangen die Leute an, sich vor ihren eigenen Gefühlen zu fürchten und unterdrücken sie noch mehr und das Unheil nimmt seinen Lauf.
Zitat von Birkai: Hinter dem Drama stecken oft Gefühle wie Traurigkeit, Angst, etc
Immer, nicht nur oft.
Zitat von Birkai: Es wird dann gerne als Wut interpretiert, aber dies ist es meistens nicht.
Oft ist auch Wut das einzige Gefühl, was noch halbwegs ausgedrückt werden kann. Das primäre Gefühl, zB Angst, wird weggedrückt, weil man Angst als Schwäche interpretiert, dann kommt noch Scham hinzu, und über all das wird die Wut als sekundäres Gefühl quasi "drübergelegt", weil Wut das einzige Gefühl ist, das man ausdrücken kann oder das nicht schambesetzt ist. Und das machen gerade Männer recht häufig.
Wäre alles nicht nötig, wenn es gebräuchlicher wäre, über Gefühle zu reden und die Menschen es ihren Kindern beibringen würden. Dann würde man sich nicht schämen und könnte einfach sagen "Xyz macht mir Angst" und es gäbe deutlich weniger Drama.
Genau deshalb piekt es mich auch immer so am, wenn hier im Forum die Rede ist vom "emotional stabilen Mann". Ich würde darunter einen Mann verstehen, der zB seine Angst auch als Angst fühlt, dem Auslöser zuordnet, benennen kann und dazu steht. Das ist aktiver Umgang mit dem Gefühl. Die meisten verstehen aber unter dem "emotional stabilen Mann" einen, der seine Anhst unterdrückt, nicht zeigt und emotional unbeteiligt bleibt. Halte ich für ungesund und finde es für mich halt extrem abstoßend.