Zitat von Fenjal: Du glaubst, wer mehr verdient hat automatisch komplexere Gedanken, ist das eigentlich wissenschaftlich bewiesen?
Das habe ich weder geschrieben, noch gedacht.
Geld, Bildung und fester Kern/Souveränität sind drei Ressourcen, die nicht den Menschen zu einem besseren Menschen machen, sondern das Leben für einen Menschen leichter machen.
Von komplexen Gedanken hast nur Du etwas geschrieben. Hast Du da einen Bias?
Zitat von Balu85: Und nebenbei werden Menschen dann auch noch in sowas wie besser/schlechter eingeteilt. Nach Einkommen, Bildung und damit indirekt auch soz. Stand.
Auch hier: Ich habe niemanden in einen besseren oder schlechteren Menschen eingeteilt, sondern in einen besseren oder schlechteren Partner.
Das witzige ist, dass das, was ich geschrieben habe, eine der wenigen Schnittstellen zwischen echtem Leben und Red Pill ist. Wenn Red Pill behauptet, Frauen stehen auf 6stelliges Gehalt, 6-Pack und 1,80 m Körpergröße, führt das zu keinem Aufschrei. Aber wenn ich schreibe, dass ein (über Gehalt, Bildung oder Souveränität) selbstsicher gewordener Mann ein Frau, die sich weiter entwickeln und nicht um einen Mann herumwickeln möchte, ein besserer Partner ist, kommt Widerspruch. Finde ich interessant.
Zitat von Balu85: Aber was meinst du mit dem zweiten....ändert sich der/die Partner/in oder wurde die falsche Wahl getroffen?
Weder noch. Der Partner behindert die Veränderung, also auch ein Wachstum, der Frau.
Zitat von Balu85: Was ist denn eine männliche Rolle? Und welche Standards fallen weg?
Bei der Definition der männlichen Rolle kann Dir bestimmt Blindfisch besser weiterhelfen. Für mich sind Männer grundsätzlich Menschen und die männliche Rolle zwar historisch verbrieft, aber ähnlich albern wie "die Rolle eines Menschen mit Schuhgröße 42".
Die Standards, die dann wegfallen, wenn frau auf Männer steht, die ihre "männliche Rolle" ernst nehmen, sind all die Attribute, die "der weiblichen Rolle" zugeschrieben werden.
Zitat von Balu85: So richtig zusammen gefasst?
Nein.
Ich erscheine übrigens meistens dann, wenn meine Lebenserfahrung sagt, dass da jemand gerade groben Blödsinn von sich gibt und niemand dem widerspricht.
Zitat von Balu85: mit Pfefferspray in der Hand an der Haustür steht. Wenn ich es nicht falsch verstanden habe nicht drin sondern draußen. Daher ging ich davon aus das "die Gefahr" in dem Beispiel im Haus auf sie lauert und nicht draußen.
Du bist davon ausgegangen, dass eine Frau sich mit Reizgas gegen häusliche Gewalt schützen kann? Echt jetzt? Oder war das jetzt eine reine Schutzbehauptung, um das Narrativ des "Boss Babes", das doch zu Hause auf keinen Fall vom Partner verprügelt werden kann, weiter zu spinnen?
Zitat von Balu85: Und wenn hier einer Schreiben würde das ihm das passiert ist würde er sich der Lächerlichkeit Preis geben.
Du denkst also, es gibt eine hohe Dunkelziffer von Männern, die aufgrund einer politischen oder gesellschaftlichen Meinungsäußerung von Frauen verletzt werden?
Und die schweigen alle darüber, weil sie sonst ausgelacht werden?
Wie kommst Du auf solche Gedanken?
Zitat von Balu85: Denn die Stereotypen und Vorurteile die du einerseits (teils auch zurecht) kritisierst nutzt du ja selbst. Nur eben umgekehrt.
Nein. Das eine (Boss Babe, die zu Hause nur nervt) ist ein Stereotyp/Vorurteil. Das andere (Frauen, die für Meinungsäußerung tätlich angegriffen werden) ist eine Statistik/Erfahrung.
Zitat von Balu85: sich den aus "ihrer Sicht leichteren Gegner" ausgesucht haben.
Interessant, dass Du eine Begründung für den Täter suchst, der nicht geschlechtsspezifisch ist. Nur dass die Bedrohungen und Beleidigungen rundweg geschlechtsspezifisch waren.
Wenn es nur darum gegangen wäre, sich "den leichteren Gegner" auszusuchen, warum dann die Referenz aufs Frausein?
Zitat von ElGatoRojo: Tja, manche Siege in Mikrosituationen sind einfach nur ungehobeltes Benehmen
Es geht doch gar nicht um Siege, sondern um Emulation männlichen Verhaltens und Registrieren der Reaktion darauf. Megs Sozialexperiment wurde schon weltweit unter dem Stichwort "Patriarchy Chicken" durchgeführt und auch soziologisch beschrieben. Es geht darum, dass Männer weltweit höheres Territorialverhalten zeigen als Frauen und dadurch mehr öffentlichen Raum einnehmen. Wenn Frauen, die ja offiziell gleichberechtigt sein sollen, es ihnen nun gleich tun und ebenfalls Territorialverhalten zeigen, wird das von Männern als sehr störend, ungehörig und aggressiv wahrgenommen. Während Männer Territorialverhalten von anderen Männern als ganz normal wahrnehmen.
Es hat also nicht mit Höflichkeit oder mit ungehobeltem Benehmen zu tun, sondern mit einem unterschiedlich zugewiesenen Raum. Und lustigerweise sind sich Männer weltweit einig darüber, dass Frauen, die einen gleichberechtigten Raum einnehmen, ungehörig sind, selbst wenn sie offiziell pro Gleichberechtigung sind.
Zitat von ElGatoRojo: Höflichkeit sind Konventionen, um Streitigkeiten durch Zurückhaltung zu vermeiden.
Die Frage ist eben, von wem mehr Zurückhaltung erwartet wird und wer davon profitiert. Schöne Grüße vom Privileg, das erst auffällt, wenn es fehlt oder man es teilen muss.
Zitat von Zylinderella: Aber die Angleichung der Geschlechter könnte doch ein Punkt sein, warum Männer teilweise Frauen nun auch wie Männer behandeln.
Tun sie eben nicht. Würden Männer Frauen einfach nur wie "kleinere Männer" behandeln, würde Patriarchy Chicken gar nicht funktionieren.
Zitat von Zylinderella: Gesellschaftlich hat er keine Frau mehr gesehen.
Sondern einen Gleichen unter Gleichen.
Wenn wir so weit wären, wäre die feministische Bewegung beendet.
Zitat von ElGatoRojo: Man kann es auch übertreiben. Und solche Sachen sind es, bei denen viele Männer genervt die Augen verdrehen.
Nein - es war keine gute Idee, es hier zu teilen. Weil dein Verhalten einfach ziemlich unangemessen herüber kommt.
Ja, schon unbequem.
"When you’re accustomed to privilege, equality feels like oppression."
Zitat von ElGatoRojo: Heute sind Frauen genau so drängelig wie Männer
Sind sie nachweislich nicht.
Sie handeln sich in der Mehrheit immer noch nach dem Unterwerfungsprotokoll und legen z.B. den Kopf schräg und lächeln, sobald ein Mann aggressiv zu werden droht. Während Männer auf eine Bedrohung mit Aggression reagieren.
Zitat von ElGatoRojo: Solange du reine Kompromisse aus Höflichkeit als "Unterordnung" betrachtest, solange machst du dir das Leben schwerer als es ohnehin schon ist und erzeugst gedankliche Probleme, die keine zu sein brauchten.
Der "Kompromiss" lautet, dass die Frauen auszuweichen haben, damit Männer nicht in sie reinlaufen. Dass das für Dich nie ein Problem war, ist plausibel. Aber einer Frau erzählen zu wollen, was für sie ein Problem darstellen darf und womit sie sich einfach abzufinden hat, damit sie sich (bzw. Du ihr) nicht das Leben schwer machst und sie lächerlich machst, ist genau die Breitbeinigkeit im öffentlichen Raum, um die es geht.
Zitat von Zylinderella: Vielleicht haben diese mehr Testosteron zur Verfügung.
Warum muss eine Frau hormonell vermännlichen, wenn es um Teilhabe und persönliche Talente geht?
Zitat von Zylinderella: Ich möchte gern fraulich sein dürfen. Frauen dürfen doch alles.
Nur weich sein dürfen sie irgendwie nicht mehr.
Du darfst gerne weich oder Konfliktscheu sein. Aber nenn das doch bitte nicht "weiblich sein". Denn ich bin nicht weniger weiblich als Du, habe nicht mehr Testosteron als Du und weiche trotzdem nicht aus, habe Kämpfen zu meinem Beruf gemacht und sehe das in keinerlei Widerspruch zu meinem Geschlecht.
Zitat von Zylinderella: Und ich bin wie ich bin.
Keine Kämpferin um jeden Preis.
This!
Du bist keine Kämpferin, weil Du Du bist. Nicht, weil Du eine Frau bist. Und es gibt auch eine Menge Männer, die weder kämpfen können, noch wollen. Willst Du denen jetzt einen hohen Östrogenspiegel Ansichten oder das Mannsein absprechen, nur weil sie für Dich kein kompatibler Partner wären?
Zitat von Zylinderella: Und das soll nicht heißen, dass die coolen, kühlen, sehr analytischen Frauen, die Strategen, die Rationalen usw. nicht fraulich sind.
Sie sind wie sie sind.
Ist fraulich für Dich das gleiche wie weiblich?
Zitat von Zylinderella: Und ja, ich gebe es zu, mein Harmoniebedürfnis konnte nich an sich halten.
Du hast da gerade die emotionale Beziehungsarbeit für einen Mann übernommen. Du hast Gatow einen Ausweg gegeben, sein Gesicht zu wahren und trotzdem weiter an einem Dialog teilnehmen und aus ihm lernen zu können. Das wäre eigentlich seine Aufgabe gewesen, sich soweit emotional zu regulieren und sein Ego zu streicheln, dass er für Argumente zugänglich wird und in einen Austausch treten kann, ohne alles abwehren zu müssen. Das was Du "Harmoniebedürfnis" nennst, ist eine erlernte Rolle des Ausgleichs, die vor allem Männern nützt, die sich aufgrund von impulsiven emotionalen Abwehrreaktionen verrannt haben. Du stärkst ihn damit und ermüdest Dich selber.
Zitat von Balu85: Wieso gehst du davon aus das der Mann sich den Vortritt automatisch nimmt?
Weil das Patriarchy Chicken Experiment das sowohl individuell als auch global gezeigt hat und die Wissenschaft es mit dem Territorialverhalten begründen konnte.