Hallo @Nalf
Zitat von Nalf: Haben denn die Frauen um Hilfe gebeten?
Oder ist er nur anhand des Schuhwerks davon ausgegangen, dass die es nicht selbst schaffen?
Ich war ja dabei und kann sagen, dass sie nicht um Hilfe gebeten haben, sie haben die Hilfe aber auch nicht abgelehnt. Sie haben alle die Hilfe dankend angenommen, die ihnen mein Kollege und Freund angeboten hat.
Ist danach nie wieder passiert, er hat einfach niemandem mehr geholfen und das war dann seine gelebte Gleichstellung. Eine schöne Welt in die wir da rein schlittern.
Worüber wir damals verwundert waren, war die Tatsache, dass nicht direkt etwas gesagt wurde, sondern erst im Nachgang diese Situation "gepetzt" wurde. So kann man auch mit Problemen umgehen. Ich als Mann würde solche Dinge direkt ansprechen, wenn sie mich so sehr stören würden.
Es hatte sich übrigens kein Mann beschwert, daß ihm nicht geholfen wurde, das nur mal als Nebeninfo.
Wir hatten im männlichen Kollegenkreis im Nachgang mal darüber nachgedacht, bei den Trainerinnen ebenso auf Gleichstellungsverfehlungen zu achten und diese dann auch zu melden. Haben wir nicht gemacht, weil es unsere Kolleginnen waren, aber ich denke da wären wir auch erfolgreich geworden.
Zitat von Nalf: Eine Abmahnung war zu viel des Guten. Aber eine Ermahnung darf bei derart geschlechterbezogener Ungleichbehandlung durchaus erfolgen.
Das sehe ich zu 100% anders. Die Dame die sich beschwert hat, hätte doch in der Situation die Hilfe einfach freundlich aber bestimmend ablehnen können. Hat sie aber nicht gemacht. Ich denke aber mal, auch hierfür gibt es wieder Gründe die wissenschaftlich belegt sind.
Schlussendlich denke ich werden wir uns in diesem Punkt und in vielen anderen einfach nicht einig. Finde ich aber nicht schlimm.
In Köln sagt man: Jeder Jeck is anders und so sehe ich das hier auch.
Zitat von Nalf: Ich erinnere meine Jungs, wenn sie nicht frühzeitig auf Gegenverkehr auf dem Bürgersteig achten, dass sie zur Seite treten sollen. Dass sie im Supermarkt den Wagen immer an den Rand schieben, auch wenn noch keiner vorbei will. Dass sie auf dem Spielplatz nicht mit Gebrüll auf ein Klettergerüst stürmen und es ihnen wurst ist, dass die Mädchen, die vorher schon da drauf waren, daraufhin reißaus nehmen.
Kurz: Dass sie sich umsichtig und vorausschauend durch den öffentlichen Raum bewegen, sich ihrer Wirkung bewusst werden, mehr Abstand halten, für andere mitdenken und sich nicht mehr Platz nehmen als sie benötigen.
Ich nenne das gute Kinderstube und hat bei mir nichts mit weiblichen automatismen zu tun. Ich finde es braucht nicht immer ein "Label" um einfach Dinge zu beschreiben.
Auf vieles von dem was du geschrieben hast, haben wir auch geachtet, aber definitiv nicht auf alles und das schon gar nicht unter diesem Label. Bei der Kinderspielplatz Situation zum Beispiel. Kinder können laut sein und ich finde auf Spielplätzen können sie das auch sein. Das heisst ja nicht automatisch, dass mein Sohn Mädchen vom Gerüst verjagt hat, auch wenn diese dann das Gerüst eventuell verlassen. Vielleicht wollten die nur ihre Ruhe. Sollte ich meinem Sohn (Kleinkind wohlgemerkt) deshalb verbieten laut zu sein auf einem Spielplatz. Ich bin nur dazwischen gegangen, wenn es zu direkten Auseinandersetzungen zwischen Kindern kam.
Zitat von Nalf: Wenn mich Männer genauso behandeln würden wir meinen Bruder, hätten wir mehr gemeinsam.
Mein Erster Gedanke war:... aber nur wenn es passt.
Willst du wirklich immer so behandelt werden und damit handeln müssen wie dein Bruder?
-Bei Regen gehst du das Auto in deinem Abendoutfit holen und fährst vor dem Lokal vor um alle anderen aufzunehmen?
-Du klettererst auf das Dach um die Satellitenschüssel zu Reparieren?
-Du trägst die schweren Einkäufe?
- usw.
-Du wirst für all die Dinge die Dein Bruder so macht angesprochen und erledigt diese auch?
Ich könnte noch Seiten weiterschreiben, mache es aber nicht.
Wie ich aber oben schon schrieb. Wir werden uns nicht einig.