Zitat von NurBen:Ich denke auch, gerade im Hinblick auf die Wehrpflicht ist es natürlich wichtig hier um Gleichberechtigung der Frau zu kämpfen. Sollte also eine ...
@NurBen Hi
Vielen Dank für deinen Beitrag. Ich möchte gerne ein paar Gedanken ergänzen, allerdings aus einer etwas anderen Perspektive.
Für mich steht an erster Stelle, dass ich mir weder für meinen Sohn (wenn ich einen hätte) noch für meine Tochter -und ehrlich gesagt für niemandes Kinder- wünsche, dass sie in einen Krieg ziehen müssen. Auch wenn ich selbst keine Kinder hätte, würde sich an dieser Haltung nichts ändern. In einer demokratischen Gesellschaft sollte der Staat so weit wie möglich darauf ausgerichtet sein, Frieden zu sichern, nicht Menschen für den Krieg vorzubereiten.
Was die Frage der Wehrpflicht angeht: Echte Gleichberechtigung bedeutet für mich gleiche Rechte und Pflichten, aber nicht, dass man eine Gruppe bevorzugt belastet oder bewusst zu riskanteren Aufgaben heranzieht. Die Argumentation, Frauen „bevorzugt“ an die Front zu schicken oder dadurch gesellschaftliche Probleme wie Geburtenrate oder Pflegenotstand zu lösen, halte ich weder sachlich noch realistisch für sinnvoll.
Ich persönlich sehe den entscheidenden Punkt darin, dass Pflichtdienst und Zwang immer problematisch sind, egal für welches Geschlecht. Es gibt genügend Menschen, die freiwillig bereit sind, militärische oder zivile Aufgaben zu übernehmen. Eine Gesellschaft sollte meiner Meinung nach auf Freiwilligkeit, Professionalität und Motivation setzen, anstatt Menschen zu etwas zu verpflichten, das mit Leben und Sterben verbunden ist.
Pflege und Kindererziehung sind außerdem keine Aufgaben, die man einfach Frauen „zuteilen“ kann, weil sie das „könnten“. Das sind professionelle Tätigkeiten, die Respekt, Ausbildung und faire Bedingungen brauchen, unabhängig vom Geschlecht.
Kurz gesagt zum Thema Gleichberechtigung/Wehrpflicht:
Ich bin für Gleichberechtigung, aber dagegen, dass man Menschen, egal ob Männer oder Frauen. in Pflichten zwingt, die sie nicht freiwillig übernehmen wollen. Und ich bin dafür, dass wir alles daran setzen, Situationen zu vermeiden, in denen überhaupt jemand an der Front stehen muss.
Friedliebende Grüße
🙂