Zitat von Nalf: eine lange Bank mit Schwerlastauszug
Zitat von Nalf: Auch das Faible für Siebdruckplatten kann ich eindeutig einem Geschlecht zuzuweisen.
Musste sehr lachen - bei uns gab's auch eine Bank mit Schwerlastauszug, die ich nicht bewegen konnte

. Und die Diskussion um OSB-Platten, die ich gruselig finde, obwohl sie stabil und günstig sind, da stimme ich Dir und @Balu85 zu. Ich glaube, dass Werkeln und Bauen ein "nach Geschlechtern verschieden zugängliches und letztlich erlerntes Interesse" ist, siehe unten.
Zitat von Nalf: Meine Theorie dazu: Wenn Kraft das einzige ist,
Weiß ich nicht, gehe da eher nicht mit. Männer machen viel früher und öfter die Erfahrung des "sich Messen"s. Kleines Beispiel: rangeln als Kinder. Sich körperlich etwas beweisen, das kann schon sein. Bei meinem Beispiel war's nicht so: Die Steinquader hatten wir zusammen ausgesucht, die sollten optisch die Größe haben und brauchten so viel Stabiliät wie möglich, damit sie nicht verrutschen.
Zum Video: Ich schaue es gleich zu Ende, aber hab bei Minute 6:30 ausgemacht, weil ich es nicht hoffnungsvoll, sondern bitter fand. Plus den Aufbau echt kontraproduktiv. Inhaltlich: Vor 55 Jahren (!) waren die Aktionen gegen Abtreibungsverbot - und wie wenig ist passiert? Blick in die USA braucht's noch nicht mal. Plus alle hier zum Teil erwähnten strukturellen Probleme. Das ist bitter.
Aber was wird im Video als erste Aktion "für Frauengerechtigkeit" gezeigt? Dass man die Urinale zuklebt, weil sie nur für Männer sind. Was für eine bescheuerte Aktion in meinen Augen. Na klar ist das ungerecht, dass es keine öffentlichen Toiletten für Frauen gibt. Oder dass die Geld kosten. Aber dann was Gutes wegnehmen? Ist genau der Take, über den sich alle mit Recht lustig machen können und gleich noch Feminismus diskreditieren. Ich bin über jedes Urinal froh (komme aus Köln, bin Leid gewohnt) und DASS man die braucht, zeigt natürlich ein anderes Problem. Frauen könnten sich genauso in die Ecke setzen, machen sie aber nicht. Die Urinale zukleben ist meiner Meinung nach trotzdem eine kontraproduktive Aktion. Weiter geht's zu einer Dollen Minna der ersten Stunde nach Hause, die wohnt quasi in einem Palast, und man ergeht sich in Schilderungen von früher.
Ich bin jetzt vielleicht ungerecht, weil ich das Video so früh pausiert habe, aber dachte ich mir: Was für eine fatale Botschaft senden diese "Dokumentarfilmer" mit diesem Einstieg: Feminismus muss man sich leisten können, die Frauen sind wieder mal für die Deko zuständig und sie wollen Männer dissen. Einstieg echt gerissen.
Zitat von Zylinderella: Gemischte Teams, und voneinander lernen, wäre da sinnvoll.
Das wäre eher mein Ansatz. Ich hab das Gefühl, das "Kämpfen"
innerhalb einer Gesellschaft führt auch nicht zu Veränderung. Vielleicht eher noch das Solidarisieren unter Frauen, aber nicht gegen Männer, sondern gegen die Strukturen und Systeme. Nur bräuchte es eben eine gehörige Anzahl von Männern, die AUCH wollen, dass das aufhört. Sogar, wenn sie dafür Raum oder Macht oder Vorteile aufgeben müssen. Also ein Solidarisieren von Männern und Frauen und allen weiteren Menschen. Ich verstehe nicht, warum Männer diese "Equity" so oft niedermachen. Ok, das führt jetzt zu weit. Sorry, not sorry - ist mein letzter Beitrag

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Leider, und da bin ich vermutlich wieder eher bei Nalf: Spätestens beim Versuch, über Fakten zu strukturellen Themen zu reden, passiert dieses seltsame Abwehr-Ding, ich schrieb es schon: "Die (im Zweifel: woken) Frauen wollen uns was wegnehmen." Tja, könnte passieren, aber so what? Dann müssten sich Männer ggf. etwas mehr anstrengen. Zitat: "Die Gleichberechtigung der Geschlechter ist erst dann erreicht. wenn mittelmäßige Frauen hohe Posten einnehmen." von Francoise Giroud, französische Staatssekretärin und »L'Express«-Herausgeberin.
Zitat von Balu85: Auch binde ich sie im Rahmen des Möglichen in Arbeiten hier mir ein. Letztens hat sie eine Trockenbauwand gespachtelt....hat ihr Spass gemacht
Zitat von Balu85: erstes Auto, was nach einem Unfall darauf wartet wieder hergerichtet zu werden. Ich habe die Hoffnung das ich sie dann dafür begeistern kann und wir das zusammen machen.
Zitat von Balu85: Ein frühzeitiger Ansatz ist am zielführendsten. Kita,Schule.
🎯 Stimme zu 100 Prozent zu und finde super, dass Du das so machst, Balu. Es ist (eigentlich) das Normalste der Welt, Kinder in die eigene Lebenswirklichkeit mitzunehmen, und dann machen so viele - immer noch - geschlechtsspezifische Unterschiede. Mein Vater hat mir beim Auszug in die erste Wohnung gezeigt, wie man Lampen anschließt. Ich habe eine Zeit lang bei Umzügen alle Lampen angeschlossen, weil meine Freundinnen das nicht konnten (danach schon). Und das ist echt kein Hexenwerk.
Es gibt Dokus, die zeigen, dass Kinder bei der Berufswahl für sich erstmal nur die geschlechtsspezifischen Berufsbilder vor Augen haben. Dann gab es Ausflüge zu Menschen, die vermeintlich nicht geschlechtsspezifisch passende Berufe innehaben: ein Erzieher, eine Pilotin, sehr plakativ, klar. Aber es hat das Blickfeld der Kinder verändert. Andere Berufe wurden im Kopf erstmal möglich.
Das sind Chancen für unsere Gesellschaft (belegt). Und es ist schade, dass die so oft nicht gesehen werden.
So, Ihr Lieben hier - erneut ein Roman. Ich hatte länger überlegt, hier überhaupt mitzuschreiben, aber fand's ganz gut. Ich wünsche Euch ein entspanntes Wochenende und bin raus
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