Zitat von Knallers:
Ich suche einen gebildeten Mann mit Disziplin und Ehrgeiz, der was aus seinem Leben machen will. Ein Bachelor oder Master weisen auf diese Charaktereigenschaften hin.
Disziplin und Ehrgeiz bedeuten in dem Zusammenhang nur noch, dass jemand es perfektioniert hat, innerhalb kurzer Zeit Unmengen an Wissen in sich reinzufressen, um es dann auf Kommando wieder rauszukotzen. Der entscheidende Faktor ist aber, ob davon auch irgendwas nach dem Bulimie-Lernen hängen bleibt. Bildung hat darüber hinaus nicht nur was mit Wissen, sondern auch mit Werten zu tun. Das erfordert ein bisschen mehr als nur Auswendiglernen, sondern eigenes Nachdenken über den Displayrand des eigenen Handys hinaus. Bologna und Co. haben meiner Ansicht nur dazu beigetragen, die anachronistischen Strukturen des Gymnasiums und des ohnehin entwerteten Abiturs im "Studium" noch weiter zu kultivieren. Dort wo ich studiert habe, war das Lernen wenigstens noch von Eigenverantwortung geprägt.
Wenn ich mir darüber hinaus anschaue, was es heute oft bedeutet, "etwas aus seinem Leben zu machen", dann muss ich feststellen, dass es dabei vor allem um eines geht: Ich, icher, am ichesten. Ist allerdings auch mehr als logisch, wenn ich die Grundgedanken des deutschen Schulsystem - Leistung, Wettbewerb, Konkurrenz, nur die Harten in den Garten - auch weiter auf die Unis übertrage. Wir züchten damit leider immer mehr solcher Generationen von Ich-lingen, die folgerichtig aufgrund entsprechender Persönlichkeitsstrukturen auch nicht mehr in der Lage sind, Beziehungen auf Augenhöhe zu führen, weil Partner/in nur noch ein weiteres Instrument zur eigenen Selbstwerterhöhung ist.
Just my 2 cents ...