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Wann kommt es bei euch zum Date?

Balu85
Zitat von Blind-Meg:
Es geistert immer noch in vielen Köpfen herum, dass man kein "richtiges Paar" ist, wenn man nicht zusammen wohnt. Die allermeisten ziehen zusammen und man erwartet das irgendwie auch automatisch. ZB wird gefragt "Wohnt ihr schon zusammen?" Als wäre das naturgegebene Tatsache.

hm....ja, das ist ja wie die Aussage das man unbedingt einen Partner oder Partnerin braucht. Also Single zu sein ist irgendwie auch so ein Zustand die als "nicht normal" betrachtet wird.
Ist ja auch immer so ziemlich eine der ersten Fragen wenn man mal auf Feiern oder sonst wo auf jemanden trifft den man eine Weile nicht gesehen hat. "Und, hast wieder jemanden?".
Ob man zusammen lebt oder nicht kommt halt darauf an wie man sich selbst eine Beziehung vorstellt und wie die Rahmenbedingungen sind. Da ist vielleicht eher die Frage, wie schnell es denn geht.
Zitat von Blind-Meg:
Aber es ist nunmal nach Ansicht der meisten Paartherapeuten und auch aus der Forschung bekannt, dass unter allen Paaren nur etwa 5% "bewusste Paare" sind,

Also scheint es ja für 95% der Paare auch anders zu gehen. Und ich vermute mal das von 5% sich auch die ein oder anderen wieder trennen werden. Was vermutlich weniger häufig vorkommen dürfte wäre ein festhalten an einer kaputten Beziehung oder ausharren in dieser.
Zitat von Blind-Meg:
Beziehungsunfähig meine ich damit gar nicht, sondern Verbindungen bleiben halt oberflächlich.

Aber deinen Exmann hast du ja ausdrücklich als passiv-aggressiv und beziehungsunfähig bezeichnet.

Ich musste ein wenig suchen....
Zitat von Blind-Meg:
Wenn einer in der Partnerschaft ein Bedürfnis hat, haben dieses Bedürfnis automatisch beide, weil es nicht sein kann, dass einer entscheidet, dass dafür kein Platz ist.

Den Punkt fand ich interessant und frage mich wie das in der Praxis dann aussieht. Z.B. bei dem schwierigen Punkt Sexualität. Ich kann mich nicht entsinnen das mein Bedürfnis da irgendwie auch das meiner Exfrau war. Aber was macht man da?
Bei anderen sind es soziale Kontakte..der eine Teil feiert Geburtstage gern groß mit der gesamten Familie inkl. Übernachten weil weitere Anreise, den andere Part überfordert das. Zu viele Menschen, zu laut einfach eine Reizüberflutung. Wie löst man das auf?
Und was bringt es für eine Verbindung wenn man das ausdiskutiert. Weder wird eine Person in Sachen Sexualität an anderes eigenes Bedürfnis entwickeln noch wird es im zweiten Beispiel die Familienfeiern weniger belastend.

#6661


Blind-Meg
Zitat von Balu85:
Was vermutlich weniger häufig vorkommen dürfte wäre ein festhalten an einer kaputten Beziehung oder ausharren in dieser.

Ich bin sehr überzeugt, dass die meisten genau das tun.

Zitat von Balu85:
Z.B. bei dem schwierigen Punkt Sexualität. Ich kann mich nicht entsinnen das mein Bedürfnis da irgendwie auch das meiner Exfrau war. Aber was macht man da?

Da gibt es viele Möglichkeiten. Kompromisse über die Häufigkeit, einer befriedigt "nur" den anderen, (einseitige) Öffnung der Beziehung, sich auf neue Konzepte einlassen (zB Slow Sex), Sexualberatung, Sensate Focus nach Masters & Johnson..... müsste man halt als Paar zusammen überlegen, was für wen denkbar ist

Zitat von Balu85:
Weder wird eine Person in Sachen Sexualität an anderes eigenes Bedürfnis entwickeln noch wird es im zweiten Beispiel die Familienfeiern weniger belastend.

Das ist sehr männlich gedacht. Zeig mir ein Problem und ich suche eine Lösung, und wenn es keine einfache Lösung gibt, ist Pech.
Zunächst mal müsste man halt klären, was genau einem fehlt, was sich jeder wünscht, wo Grenzen und Schnittmengen sind. Und daraus ergeben sich meistens schon Anhaltspunkte, wo man ansetzen könnte.
Und selbst wenn nicht, tut es einfach beiden (!) Gut, wenn man weiß, wo der Partner steht, wie es ihm geht und auch weiß, dass man von seinem Partner gehört und verstanden wird, selbst wenn es keine einfache und schnelle Lösung gibt

#6662


Balu85
Zitat von Blind-Meg:
Da gibt es viele Möglichkeiten. Kompromisse über die Häufigkeit, einer befriedigt "nur" den anderen, (einseitige) Öffnung der Beziehung, sich auf neue Konzepte einlassen (zB Slow Sex), Sexualberatung, Sensate Focus nach Masters & Johnson..... müsste man halt als Paar zusammen überlegen, was für wen denkbar ist

hm...ja sicher. Aber allein schon der Kompromiss über die Häufigkeit ist ja schon schnell übergriffig. Nein heißt nein sag ich da nur. Und da ist auch einseitige Befriedigung nicht drin.
Also Lösungsmöglichkeiten gibt es. Aber halt auch nur wenn der Part der deutlich weniger möchte über die eigenen Grenze geht und sei die Grenze (hab ich keine Lust zu). Und das ist gerade bei dem Thema sehr schwierig da etwas einzufordern.
Zitat von Blind-Meg:
Und selbst wenn nicht, tut es einfach beiden (!) Gut, wenn man weiß, wo der Partner steht, wie es ihm geht und auch weiß, dass man von seinem Partner gehört und verstanden wird, selbst wenn es keine einfache und schnelle Lösung gibt

Ganz ehrlich, allein der Umstand das meine Ex mir sagte "ja verstehe dich da und ich weiß das dir alle paar Wochen mal fix zu wenig ist". Brachte mir nichts, also rein gar nichts. Im Gegenteil...es fühlte sich sogar so an als wäre es ihr völlig Wurst. Weil sie ja dann wusste und verstanden hat (lt. eigener Aussage) das es da eine Schieflage gibt, das es Bedürfnisse gibt die mehr als nur auf der Strecke bleiben.

Also je nachdem um welchen Thema es geht ist es schwer. Denn wie ich schon sagte, ein Bedürfnis ist nicht weg nur weil der andere einem erklären kann warum er/sie es nicht mag. Je nachdem um was es geht und was der Grund ist versteht man den anderen vielleicht besser. Aber dann ordnet man sich ja auch nur unter.

#6663