Zitat von Blind-Meg: In den Fünfzigerjahren war es einer Frau aber auch kaum möglich, auf eigenen Beinen zu stehen. Da war es als Frau essentiell, einen "guten Mann" abzubekommen und zu halten (und "gut" definierte sich als "säuft nicht und hat einen Job"), weil sie als eigenständige Person gar nicht hätte leben können oder mindestens gesellschaftlich geächtet wäre. Die Frau aus den 1950ern brauchte einen Mann, um in Sicherheit zu sein, und Sicherheit war wichtiger als Glücklichsein. Und das ist bis heute in den Köpfen tief verankert, leider.
Auf jeden Fall. Ich habe mir auch gedacht, dass du darauf noch einmal hinweist und finde es gut. Selbiges habe ich auch schon gedacht und es war auch nicht nur in den Fünfzigern so.
Ich lockere ja gern mal einen Faden auch ein bisschen auf, weil ich das ganz gern mag und es meiner Art entspricht und es halt auch nicht in einen Kampf zwischen Männern und Frauen ausarten soll. Es wäre schön, wenn wir voneinander erfahren oder lernen können, wie die unterschiedlichen Seiten diese Fragen sehen. Einfach austauschen.
Es liegen ja immer auch individuelle, ganz persönliche Realitäten neben der Realität, die dann eine ganze Gesellschaft als Gesellschafts-Dach-Modell erlebt hat. Und in dem Fall war es die gesellschaftlich gesetzte finanzielle Abhängigkeit der Frau von einem Mann.
Wenn er das Geld besitzt und die Macht und sie nicht. So war das damals und lange. Und das ist Besitzdenken. Und Besitzhandlung. Kein Mensch und keine Frau soll der Besitz eines Mannes sein müssen.
Sie sollen Individuen sein können und wenn es zwischen ihnen, aus welchen Gründen auch immer, nicht mehr gut läuft, dann soll auch sie in Würde gehen "dürfen", ohne Angst vor Abstrafung und finanziellem Ruin und als Bittstellerin beim Sozialsystem und der Willkür von Ämtern.
Ein Mensch soll nicht der Besitzt eines anderen sein müssen und dürfen. Um so funktionieren und fühlen "zu müssen", wie es der, der das Geld hat, haben möchte.
Ich habe hier durch das Mitlesen schon sehr viel über unsere patriarchale Vergangenheit gelernt.
Aber auch die Männer hängen da eben auch blöd mit drin. Wenn beide frei sind, ist die Lage sehr viel ehrlicher und beide haben vielleicht auch die Chance, wieder eher ein glückliches Leben zu führen, wenn sie gehen und jemand finden können, wo die Passung besser ist. Damit hätte man viel mehr glückliche Menschen.
Ich bin mir in dem Zusammenhang auch noch nicht klar, ob die Abschaffung des Ehegattensplittings nicht sogar freie Menschen schafft.
Meine Meinung dazu ist noch nicht abgeschlossen gebildet.