Zitat von Balu85: dann sehe ich auch keinen Grund pauschal die Rückerstattung dem Teil zu geben der mehr Abzüge hatte.
Und Du liest wieder nur das, was Du lesen wolltest. Es ging darum, wieviele Netto der einzelnen Person angerechnet wird. Das, was auf dem Gehaltszettel steht? Oder das, was sie tatsächlich für die Familie erwirtschaftet hat?
Zitat von BernhardQXY: da wir IV/IV ohne Faktor trotz eines leichten Gehaltsvorteil meiner Frau haben
Also schützt Dich IV/IV davor, in so eine Denke zu kommen? Oder führt Deine Einstellung, dass euch beiden alles gehört, zu IV/IV?
Wie wäre es, wenn Du der Besserverdiener wärst und nicht Deine Frau?
Zitat von BernhardQXY: Die Handlung und denke deines Ex Shwiervaters finde ich abstoßend und wage nmich mal weit aus dem Fenster, dass die wenigsten Männer so ein framing haben.
Dann schau mal ins Forum, wieviele Männer, deren Frau sich gerade trennt, davon erzählen, was sie ihr alles ermöglicht haben. Und andere Männer ihm raten, jetzt (noch im Trennungsjahr, teilweise sogar davor) den Geldhahn zuzudrehen. Da hat keiner den Gedanken, dass das Gehalt des Mannes zur Hälfte der Ehefrau gehört. Sobald ihr Körper als Gegenleistung weg ist, soll er sein(!) Geld behalten.
Zitat von Ema: So jemand ist aber schon allein charakterlich völlig ungeeignet für jede Art von Beziehung, oder?
Hätten unsere Mütter und Großmütter so schon gedacht, gäbe es uns heute nicht. Dass der Mann führt, die Frau versorgt, sie dafür ihm die Wäsche wäscht, ist ja kein Konzept, das sich Frauen ausgedacht haben. Und es funktioniert auch nur so lange, wie der Mann die finanzielle Existenz der Frau bestimmt. Sobald sie finanziell frei ist, spielt sein Charakter und sein Verhalten überhaupt eine maßgebliche Rolle. Er schlägt nicht (oder nur die Kinder), er trinkt wenig und geht arbeiten war bis in die 90er das Mindestmaß eines guten Mannes. Eine gute Partie wurde er, wenn Einkommen oder Erbe groß waren. Dass ein Mann eine gute Partie dadurch wurde, dass es weniger verdiente aber besonders nett, gerecht und empathisch war, war nicht gesellschaftlicher Konsens.
Jetzt gerade im Forum läuft ein Threads, bei dem ein Mann völlig erstaunt ist, dass seine Frau sich trennt, obwohl er sich "nichts zu schulden kommen" hat lassen.
Da ist noch ganz viel alte Denke drin, dass Frauen nur gehen, wenn man trinkt, schlägt und betrügt. Und dann auch nur zu einem "besseren Mann". Dass sie ganz ohne Mann mehr Lebensqualität haben könnte, ist ein noch ungewohnter Gedanke, weil Generationen von Frauen doch Männer brauchten und wollten.
Zitat von Ema: Hatte deren Sohn, also dein Ex, auch so eine reizende Einstellung verinnerlicht?
Nein, hatte er nicht. Er war Feminist.
Allerdings hatte er Angst vor finanzieller Abhängigkeit. Weil er ja gesehen hat, wie das gegen den Abhängigen instrumentalisiert werden kann.
Zitat von BernhardQXY: Altersvorsorge, Sparpläne, Kredite, Taschengeld wird einvernehmlich besprochen.
Das ist der Idealfall. Frag mal Paartherapeuten, Rentenversicherungssachbearbeiter und Notare, wie es tatsächlich abläuft.
Es läuft immer darauf hinaus, dass einzelne Männer behaupten, dass sie es anständig machen und deshalb ja kein Machtungleichgewicht existieren kann, dem die schwächer Verdienenden nicht zugestimmt hätten oder irgendwie auch davon profitieren.
Dagegen spricht, dass Frauen nach eigenen Einkommen streben (und zwar mehr als nach Ehe und Kindern) und Mütter den Töchtern raten, sich auf keinen Mann festzulegen, bevor nicht die eigene Ausbildung und das eigene Einkommen gesichert sind.
Wenn das von beiden verdiente Gehalt in der Ehe immer beiden gehören würde und man Sparpläne, Taschengeld und Rente immer bespricht und gerecht verteilt, wieso nehmen dann so viele Frauen diesen vermeintlich leichteren, sicheren und gerechten Weg nicht, sondern arbeiten lieber selbst gegen eigenes Geld?