Zitat von ElGatoRojo: Ein Tier der Art "homo sapiens" ist der Fötus allemal und er hat ja auch ansonsten allgemein einen besonderen Schutz. Letztlöich ist das keine religiöse Frage - das ist viel zu kurz. Aber ab wann bist du ein Mensch?
Wenn der Fötus den Status "Tier" bekommen soll (höre ich hier zum ersten Mal, ist als Gedankenspiel aber durchaus valide), dann wäre das Tierschutzgesetz zu beachten, also keine vermeidbaren Schmerzen bei Tötung. Finde ich ein bisschen wenig Schutz. Ist aber nur mein ethisches Bauchgefühl.
Ab wann der Mensch ein Mensch ist, ist für Deutschland längst geklärt. Ab den Austreibungswehen bzw. Der Geburt. Als rechtstreuer Bürger halte ich mich an diese demokratische erreichte und verfassungskonforme Definition.
Mein ethisches Bauchgefühl sieht das anders und unterscheidet zwischen "unabhängig von anderen Körpern lebensfähig" und "unabhängig von anderen Körpern nicht lebensfähig". Das ist eine gynozentristische Sicht. Das halte ich bei diesem Thema für mehr als gerechtfertigt.
Ein Loslösen des Fötus/Embryos vom Mutterkörper (aka Geburt, Abtreibung, Kaiserschnitt, Abnabelung) führt entweder dazu, dass "die Leibesfrucht" (mit medizinischer Hilfe) lebensfähig ist (also ein Frühchen). Dann handelt es sich um eine Geburt mit allen sich daran anschließenden Rechten und Pflichten für Kind, Mutter, Vater und Gesellschaft. Ist die Leibesfrucht nicht lebensfähig (z.B. im ersten und frühen zweiten Trimester), handelt es sich schlicht um ein Körperteil der Schwangeren und sie allein kann darüber verfügen, wie sie auch über alle anderen ihrer Körperteile selbstbestimmt und straffrei verfügen können soll (also z.B. Blinddarm oder Ovarien). Sie muss natürlich einen Arzt finden, der sich zu dem von ihr gewünschten Eingriff bereit erklärt. Und für die Krankenkassenübernahme des Eingriffs kann das gleiche gelten, das auch für z.B. Brustoperationen gilt. Gibt es einen psychischen oder physischen Leidensdruck, übernimmt die Kasse die Kosten. Handelt es sich um eine Wunschoperation aus ästhetischen oder Lifestylegründen, muss die OP selbst bezahlt werden.
Außer religiösen Gründen oder dem Willen, die Körper von Frauen zu kontrollieren, sehe ich keine Gründe, die gegen dieses Modell sprechen.
Zitat von Arella: Tierisches Protein kann der Körper höher und besser verwerten.
Stimmt. Aber das habe ich dazu gefunden:
Pflanzliches Protein ersetzt tierisches effektiv, wenn man 20–50% mehr isst, um die gleiche Muskelstimulation zu erreichen – z. B. 100 g Hähnchen (ca. 25 g Protein) durch 120–150 g Tofu oder Linsen (je nach Quelle).
Je kg Körpergewicht werden 0,8g Protein pro Tag empfohlen. Bei 80 kg Mann also 64 g Protein. Da kann er sich freuen, dass er bei Linseneintopf mehr essen kann als beim Steak.
Im Schnitt wiegen Männer 17 kg mehr als Frauen. Also täglich rund 14 g mehr Proteinbedarf als Frauen. Das sind etwa 50g Erdnüsse, die er sich dann beim abendlichen Fernsehknabbern gönnen darf.
@FloraVita: Also wärst Du für frei verkäufliche oder sogar kostenfrei ausgegebene hormonelle Verhütungsmittel auch in Deutschland und ein paar Millionen mehr Entwicklungshilfe, um auch in anderen Ländern kostenfreie Verhütung für Frauen ausgeben zu können?
Edit zum Flächenbedarf von 100g Protein:
Rindfleisch rund 164 m², Schweinefleisch 10 m², Hühnerfleisch 7 m2
Tofu 2,2 m²,
Getreide 4,6 m²