Zitat von Blind-Meg: Die heutigen 20jährigen sind doch oft noch reichlich kindlich.
Ich glaube nicht, dass es an den heutigen 20jährigen liegt, sondern daran, dass der präfontale Kortex erst mit etwas 25 Jahren voll ausgereift ist.
Nun ist diese Hirnregion nach heutigen Erkenntnissen für Entscheidungsfindung, Impulskontrolle, Planung und rationales Denken zuständig.
Das heißt nicht, dass ein 18jähriger oder eine 18jährige noch kein rationales Denken besitzt, sondern dass ihr volles Talent zu rationalen Denken etc. sich erst mit 25 zeigt und jeder zuvor noch mit etwas weniger Talent dazu unterwegs ist.
Ich finde es übrigens bezeichnend, dass in der Red Pill Community (nur) Frauen bis 25 Jahre als ideale Partnerinnen betrachtet werden. Angeblich, weil sie dann den Peak an Attraktivität und Fruchtbarkeit überschreiten, während das bei Männern erst mit 35 bis 40 Jahren der Fall sein soll. Angeblich soll das Macht Ungleichgewicht zwischen einem 35jährigen und einer 18jährigen bzw. einen 40jährigen und einer 25jährigen dabei keine Rolle spielen und auch nicht, dass bis 25 der präfontale Kortex noch nicht völlig ausgereift ist.
Zitat von alleswirdbesser: Aber ungeplante Schwangerschaft sollte nicht zwingend ein Grund für die Abtreibung sein.
Selbstverständlich nicht. Und schon gar nicht zwingend.
Aber von der Frau ungewollte(!) Schwangerschaften sollten eben jederzeit ein Grund für Abtreibung sein (bis zur selbständigen Lebensfähigkeit des werdenden Menschen).
Zitat von alleswirdbesser: Nur eben nicht wenn man nicht gut verhütet und eben keine Lust hat die Verantwortung zu tragen.
Wenn eine Schwangerschaft ungewollt ist, hat man ja stets nicht (ausreichend) gut verhütet. Es sei denn, die Schwangerschaft war von der Frau gewollt und es ergeben sich bei Verkündung der frohen Kunde neue Tatsachen (z.B. die Ablehnung der Schwangerschaft durch die Familie oder den Partner, plötzliche Krankheit oder unerwartbare finanzielle Härten), die eine Abtreibung notwendig machen. Das wird aber wohl sehr selten der Fall sein.
Und was verstehst Du unter "keine Lust, die Verantwortung zu tragen"?
Wenn es um die Finanzierung oder eigenhändige Pflege des geborenen Kindes geht, so muss ja niemand die Verantwortung tragen. Sowohl Vater als auch Mutter können sich durch Adoption oder bloßes Tun entziehen.
Die Verantwortung für die Schwangerschaft trägt die Frau (und allein die Frau) ja in jedem Fall. Ob sie sie nun beendet oder nicht. Es sei denn, die trinkt oder raucht (o.ä.) während der Schwangerschaft, wenn sie das Kind zur Welt bringen will. Dann trägt sie die Verantwortung tatsächlich nicht und sollte aus meiner Sicht das lieber eingestehen und kein (geschädigtes) Kind auf die Welt bringen.
Das ist aber ein zweischneidiges Schwert, weil man darin auch die Aufforderung zur Abtreibung in anderen Fällen kranker oder beeinträchtigter Embryonen sehen könnte.
Daher bleibe ich dabei, dass nur die Frau selbst bestimmen kann, welche und wieviele Verantwortung die in welcher Weise tragen kann. Und da regelmäßig Frauen Schwangerschaften auch unter widrigen Bedingungen austragen, habe ich keine Zweifel, dass durch die hormonelle Verfassung einer Schwangeren ausreichend Lebensschutz für die befruchtete Eizellen hergestellt wird. Die mütterliche Immunabwehr wird geschwächt und Progesteron und Placentahormone verursachen das, was als "mütterliche Verhaltensweisen" oder "mütterlicher Schutzinstinkt" bekannt ist. Warum den nun Frauen, die sich zu Abtreibungen entschließen, absprechen will, verstehe ich nicht. Sie entscheiden sich (außer bei Progesteronmangel) sogar gegen ihr eigenes Hormonkostüm zu einem Schwangerschaftsabbruch, müssen also Gründe haben, die gewichtiger sind als der biologisch eingebaute Schutzinstinkt.
Leichtfertig finde ich da eher, wenn jemand, der diese hormonelle Umstellung auf Selbstlosigkeit noch nicht erlebt hat, sie denen, die sie gerade erleben, absprechen will.
Werdende Väter machen übrigens eine ähnliche Hormonumstellung durch, die Testosteron mindert und Östrogen, Prolaktin und Cortisol beim Mann erhöht, um den Fötus zu schützen. Voraussetzung dafür ist jedoch eine enge und positive Bindung und viel Kontakt zur Schwangeren. Eine biologische Verwandtschaft zum Embryo ist nicht erforderlich.
Statt also Schwangeren, die abtreiben, fehlende Mutter Instinkte vorzuwerfen, kann man theoretisch werdenden Vätern, die viel abwesend sind (z.B. auf Montage) Verantwortungslosigkeit vorwerfen.
Ich wäre allerdings dafür, sowohl den Schwangeren als auch den werdenden Vätern zuzutrauen, dass bei Ihnen geistig und hormonell alles in Ordnung ist und sie über die Schwangerschaft bzw. die Anwesenheitszeiten nach bestem Wissen und Gewissen selbst entscheiden können.
Ich würde auch keinen Mann zwingen wollen, zum Lebensschutz des Kindes beizutragen, indem er sich während einer von ihm verursachten Schwangerschaft unmittelbar und in jeder freien Minute neben der Schwangeren aufhalten muss, wenn er das nicht möchte.
Zitat von ElGatoRojo: Jetzt könntest du natürlich noch erklären warum alle, die älter als du selbst sind, als konservativ gelten.
Wer behauptet das denn?
Ich sicher nicht.
Schon allein hier im Forum gibt es einige, die jünger oder gleich alt wie ich sind und sehr konservative Ansichten vertreten.
Und ich stehe außerhalb des Forums mit gesichert älteren in Kontakt, die eindeutig progressiver unterwegs sind als ich.
Zitat von ElGatoRojo: Selbstbeweihräucherung bis zum Beweis nachprüfbarer Untersuchungen.
Steht doch da. Ich habe die KI (ist bei mir Perplexity) befragt, ob es Studien zur Kritikfähigkeit gibt, die Unterschiede zwischen Männern und Frauen und Konservativen versus liberalen und linken Personen untersucht haben. Und das kam dabei heraus.
Dass mich das Ergebnis nicht überrascht hat, weil es sich mit meinem subjektiven Eindruck deckt, muss ich nicht verschweigen. Aber ich bin immer froh, wenn sich jemand schon vor mir die gleichen Fragen gestellt hat wie ich und die wissenschaftlich ordentlich untersucht hat.
Manchmal stimmt mein subjektiver Eindruck, manchmal nicht.
Ich hatte z.B. nicht erwartet, dass 57% der abtreibenden Frauen in Deutschland bereits Kinder haben. Das fand ich ungewöhnlich viele und kam dann darauf, dass ja nicht nur Vater und Mutter, sondern auch die schon vorhandenen Geschwister von einem weiteren Familienmitglied bzw. einer Abtreibung betroffen sind.
Zitat von ElGatoRojo: Soziologie ist doch eine feine Wissenschaft. Es kommt immer das dabei heraus, was man schon von vornherein gedacht hat. Oder zumidest meist.
Ist es nicht bei jeder wissenschaftlichen Arbeit so, dass man eine These aufstellt und sie methodisch verifiziert oder falsifiziert, dann zur Debatte stellt und von Fachleuten überprüfen lässt und dann veröffentlicht?
Wieso machst Du Dich über wissenschaftliches Arbeiten lustig?
Wie wäre denn Deine Methodik?
Zitat von Schusseline: Danke für deine ganzen darauffolgenden arroganten Belehrungen und Unterstellungen
Arroganz lasse ich mir gerne vorwerfen. Aber waren die Fakten (Rechtschreibfehler ausgenommen) falsch?
Zitat von Mann1989: Dann habe ich aber deine Aussage widerlegt, dass der Unterschied zwischen Deutschen und Nicht-Deutschen sehr gering sei
Nein hast Du nicht. Weil Du nur den Unterschied zwischen Deutschen und Nicht-Deutschen hinsichtlich des Durchschnittsalters bereinigt hast und die anderen Faktoren als unwichtig bewertet hast.
Zitat von Mann1989: Brauch ich Bildung um Frauen nicht zu schlagen und zu missbrauchen?
Und wenn man den Gender Pay Gap um die Bildungskomponente in bereinigt lässt, steigt er um rund 3% von 6 auf 9%.
Und eine Untersuchung der Uni Tübingen hat eben nachgewiesen, dass bei deutschen Sexualstraftätern Höhe Bildungsabschlüsse ebenso selten sind wie bei deutschen weiblichen Sexualstraftätern. Bildung scheint also eine Einfluss auf die Straffälligkeit zu haben (ist übrigens nicht nur bei Sexualdelikten, sondern auch bei Eigentumsdelikten so). Dein Umkehrschluss, dass Ungebildete ja auch nicht automatisch straffällig werden, ist hingegen nicht zulässig. Man braucht also keine hohe Bildung, um nicht zu vergewaltigen. Es ist lediglich festzustellen, dass Personen mit hohem Bildungsgrad es signifikant seltener tun. Und dass der Bildungsgrad in der Flüchtlingsbevölkerung sehr viel niedriger ist als in der Durchschnittsbevölkerung, mit der Du die Straffälligkeitstendenz ja vergleichen möchtest.
Ich hingegen habe keinerlei Interesse, Nationalitäten zu vergleichen. Mir reicht völlig, dass Männer doppelt so viele Eigentumsdelikte begehen wie Frauen und zehn mal so viele Sexualdelikte. Vielleicht können wir ja da erstmal ansetzen.
Und zu Deinem Einwand, ich hätte keine Ahnung vom Christentum. Das kann ich belegt bestreiten. Frag mal meinen ehemaligen Pfarrer, der mich konfirmiert hat.
Und dass Levitikus im Alten Testament steht und dennoch von vielen Christen zur Ablehnung von Gleichgeschlechtlichen Beziehungen verwendet wird, weißt Du aber auch, oder?