Zitat von cline: Alles in allem fühle ich mich als Frau recht wohl .
Darum geht es doch gar nicht.
Du kannst Dich auch mit schwarzer Hautfarbe wohl fühlen und dennoch nachweislich bei Vermietungen eher übergangen werden.
Patriarchalische Strukturen sind Umgebungen, in denen der Mann die Norm ist und die Frau die Ausnahme. Solche Strukturen verfestigen sich. Indem die Frau als Ausnahme festgelegt wurde, sind ihre Ansprüche Luxus und die Ansprüche des Mannes normal.
Siehe:
Zitat von ElGatoRojo: Aber was ist das Problem? Wenn"sie" sich auf seinen Namern einläßt? Muss sie doch nicht.
Wenn sie seinen Namen annimmt, ist das normal. Behält sie ihren oder trägt sie Doppelnamen, ist das ein politisches Statement. Nicht umsonst wurde sich über "Frau Dr. Doppelname" jahrzehntelang lustig gemacht.
Nimmt er ihren Namen an, fragt jeder: Warum?
Wie gut, wenn ihr Name dann einfach "bequemer" war. Die Rückfrage "Warum nicht"?" ist immer noch provokant.
Zitat von ElGatoRojo: Soll doch dein Arbeitgeber einen anständigen Bürostuhl besorgen. Also - nerve ihn!
Mein Bruder musste nie für ein Urinal im Büroklo nerven. Dabei kann er sich setzen wie jeder andere Mensch auch. Aber seine Bequemlichkeit und Zeitersparnis nützt dem Arbeitgeber. Meine unerfindlicher Weise nicht. Ich soll dafür nerven, worauf ich 8-10 Stunden sitze. Meine Ermüdung liegt dann eben am falschen Geschlecht.
Warum nicht 100% Frauenbürostühle und die Männer stellen sie sich halt auf ihre Bedürfnisse ein? Weil das nicht normal wäre? Zu viel Aufwand?
Und der, der nervt, der jammert. Und der, der jammert und nervt, hat wohl keine anderen Probleme. Etc.
Mann als Norm, Frau als Sonderfall -> Patriarchale Struktur.
Zitat von ElGatoRojo: Notfalls darf sie nicht heiraten.
My way or the highway.
Warum keine BGB-Änderung, nach der der kürzere Name automatisch Familienname wird? Oder die mexikanische Doppelnamenvariante in männlicher und weiblicher Linie?
Warum Namen wichtig sind?
Weil sie Identität stiften und Zugehörigkeit anzeigen.
Und sie sind Männern wichtig. Sonst würde man die Münze werfen.
Zitat von ElGatoRojo: Sie sind teurer, weil sie ein Nischenpürodukt sind.
Mann ist normal. Frau ist die Nische mit ihren 51% Bevölkerungsanteil. Genau das ist patriarchal.
Zitat von ElGatoRojo: Manche sehen dies indess als Luxusproblem.
Männerbedürfnisse = normal
Sollen sich die Frauen auch drin einrichten und sich nicht so anstellen.
Frauenbedürfnisse = Luxus
Kümmern wir uns drum, wenn alles andere, wichtigere geklärt ist.
Zitat von ElGatoRojo: Außerdem ist ihr Name auch nicht hübscher oder großartiger als meiner - beides Allerweltsnamen.
Und DAS ist eben der patriarchale Anspruch. Die Frau soll Chefin werden, wenn sie besser ist. Man kann ihren Namen nehmen, wenn der hübscher ist. Sie bekommt gleich viel Geld, wenn sie lauter ist.
Für das Gleiche mehr leisten - das ist Patriarchat. Das ist der GPG, der Data Gap und alle weiteren Gaps.
Zitat von ElGatoRojo: Weil das keine Frage der Gleichberechtigung ist, nichts Genderhaftes, sondern eine Frage des technischen Aufwandes, die Arbeitgeber leisten wollen oder müssen
Und das stimmt eben nicht. Für die Männer wird der Aufwand nicht gescheut, weil die normal sind. Frauenthemen sind Sonderthemen und damit unnötiger Aufwand.
Das Argument, dass bestimmte Maschinen/Arbeiten Werkzeuge erfordern, die nur mit einer Männerhandspanne wirkmächtig sind, ist ja albern. Es könnte jederzeit Motorsägen geben mit anderen Schwerpunkten und an kürzere Arme angepassten Griffpunkten. Aber das ist dann ja ein 51% Nischenprodukt. Und weil Motorsägen für Frauen wesentlich gefährlicher als für Männer sind, müssen sich Frauen entweder mehr anstrengen bei der Arbeit oder sie den Männern überlassen. Et voilá, eine sich selbst verfestigende patriarchale Struktur, die Männern Vorteile verschafft, die sie glauben macht, sie könnten etwas besser. Dabei laufen sie den 100 Meter Lauf einfach mit passendem Schuhwerk, während den Frauen 500 Gramm schwerere Schuhe zur Verfügung gestellt werden.
Wären Frauen die Norm, gäbe es Sportschuhe nur bis Größe 42 und auf eine weibliche Hüfte abgestimmt. Dann liefen die Männer mit zu engen Schuhen und falschen Sohlen mit und wären langsamer, der gleich schnelle Lauf viel beschwerlicher und die Frauen könnten stets behaupten, dass doch alle die gleichen Voraussetzungen haben und die Männer einfach nur faul und Jammerlappen sind.
Zitat von ElGatoRojo: aber was erwartest du von mir?
Von Dir gar nichts.
Außer der Anerkennung von Fakten.
Aber warum fühlst Du Dich persönlich zur Änderung aufgefordert?
Wenn mir jemand von Rassismus berichtet, fühle ich mich nur dann angesprochen, wenn ich diesen Rassismus lebe und ganz gern davon profitieren. Tue ich das nicht, kann ich mich doch mit braunen Menschen solidarisch erklären. Mir wird auch nichts genommen, wenn die genauso bei Mietwohnungen und Arbeitsplätzen berücksichtigt werden wie ich - außer natürlich mein angeborener Wettbewerbsvorteil. Wenn ich auf den angewiesen bin, dann müssen die anderen natürlich weiterhin Nachteile haben.
Zitat von ElGatoRojo: Bin ich verantwortlich für das BGB damals
Du bist verantwortlich für die Worte, die Du hier schreibst.
Zitat von Mann1989: Im Gegenteil, aber Frauen, gerade bei Depressionen werden "besser" behandelt.
Dann erklär mal, worin die Bevorzugung besteht. Ich bin gespannt.
Zitat von Mann1989: Ich werde benachteiligt wenn ich in ein poltisches Amt möchte, denn da gibt es Frauenquote, aber keine Männerquote
Sobald der Frauenanteil signifikant überwiegt, gibt es in Deutschland auch die Männerquote. Ist das in der Schweiz anders oder habt ihr einfach noch nirgends einen signifikanten Frauenüberhang erreicht?
Wie häufig fällt Dir denn auf, wenn ein Gremium z.B. mit 80% Männern besetzt ist? Stört Dich das auch oder ist das etwa normal?
Zitat von Mann1989: War man also qualifiziert, aber ein Mann, ja dann hatte man einfach Pech und durfte nicht antreten. Man stelle sich vor es wäre umgekehrt gewesen.
Muss sich keine Frau vorstellen. Das war und ist doch üblich.
Zitat von Mann1989: Dann gibt es auch noch softe Faktoren wie Frauensaunas, Frauenparkplätze, die hohe Dunkelziffer psychischer Gewalt an Männern usw.
Neben der Wehrpflicht hast Du diese "soften Vorteile" hier schon häufiger genannt.
Den notwendigen Schutz vor männlicher Gewalt als Vorteil zu werten ist echt Gold.
Da hätte ich noch eine Idee für Dich: Frauen werden überall bevorzugt. Selbst bei den gesetzlichen Krankenkassen wird die Rekonstruktion nach weiblicher Genitalverstümmelung von der Gemeinschaft bezahlt, während keinem Mann die Vorh. ersetzt wird.
Zitat von Mann1989: Also beispielsweise meine Partnerin sagt immer, sie könne die Debatte nicht verstehen, denn sie fühlte sich ihr Leben lang eher bevorteilt als benachteiligt.
Confirmation bias. Keine Frau mit anderer Sicht wird Deine Partnerin. Und wenn eine Frau so denkt, dann muss das auch für alle anderen gelten. Was würde denn passieren, wenn Deine Freundin Dir von struktureller Benachteiligung berichten würde? Würdest Du ihr zuhören, die genannten Zahlen und Kausalitäten akzeptieren oder alternative Begründungen erfinden?
Es gibt auch schwarze Menschen, die kein Problem mit der Skla. haben (Kanye/USA). Hat er da für alle Nachkommen von Skla. gesprochen oder darf man dennoch über generational wealth sprechen?
Zitat von cline: Mein Bürosessel lässt sich in jede erdenkliche Position bringen, wüsste jetzt nicht was man daran noch fraulicher gestalten könnte.
Mach Dich schlau zu der Sitzpolsterung, der Sitzlänge und -neigung und dem Bindegewebe bzw. Muskeln, die die Gefäße schützen (oder eben nicht).
Wir können über Details wie Bürostühle und Spannweiten von Zangen sprechen oder auch über die Arbeitszeitverteilung eines "normalen" Arbeitstages, Pendeljobs versus Home Office, einer 5-Tage-Woche mit zwei Tagen frei versus eines 3-Wochen Monats mit einer Woche frei. Oder eines 45jährigen Berufslebens mit durchgängig 38-Stunden-Woche versus einer epochal angepassten Arbeitszeit. Das eine ist eben "normal". Und die Norm ist ein Mann. Und das ist patriarchal.
Was ist daran schwer zu verstehen?