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Wann kommt es bei euch zum Date?

QueenA
Ich habe heute früh etwas gelesen, das ich richtig spannend fand und hier einfach mal teilen möchte.

Es geht um einen anderen Blick auf Familie, nämlich dass sie nicht nur etwas Privates ist, sondern auch stark von äußeren Rahmenbedingungen geprägt wird. Zum Beispiel, wer Care-Arbeit übernimmt, wie Arbeit organisiert ist oder wie viel Unterstützung es im Alltag gibt. Ein Begriff, der mir dabei hängen geblieben ist, war „Community Care“ , also die Idee, dass Familie eigentlich nicht isoliert funktionieren kann, sondern ein Umfeld braucht, das mitträgt. Die Gedanken stammen u. a. von Teresa Bücker, sie ist Journalistin und Autorin und schreibt viel zu Themen wie Familie, Arbeit und gesellschaftliche Strukturen aus einer feministischen Perspektive. Sie war u. a. Chefredakteurin des Onlinemagazins Edition F und schreibt heute Kolumnen für das SZ-Magazin. (Wikipedia)

Ich fand daran interessant, dass es den Blick ein bisschen erweitert: weg von „wie handeln einzelne Personen“ hin zu „unter welchen Bedingungen leben wir eigentlich Familie“.

Wer mag: Das ist aus dem Buch Unlearn Patriarchy (Ullstein), Beitrag „Unlearn Family“. Es gibt auch einige Interviews und Podcasts mit ihr. Es geht ihr viel um Lebensqualität und nicht nur um Arbeitszeit, wohingegen es in der politischen Debatte so zu verstehen sein kann, dass diese alles andere außer Arbeit auszublenden scheint.

Hat bei mir auf jeden Fall ein paar Denkprozesse angestoßen. Vllt. für jmd. anderen hier interessant.

VG

x 1 #8431


Fenjal
Zitat von NurBen:
Auch Gewalt gegen Frauen. Was bringt es, sich hierbei auf ein Geschlecht zu fokusieren, anstatt gegen Gewalt im Allgemeinen etwas zu tun.

So ist es, wenn man Feminismus wirklich als einen ausgleichenden Ansatz ( Gleichberechtigung für alle), versteht, übt man nicht pauschal Kritik am anderen Geschlecht.
Hier, so vermute ich, sehen Frauen Feminismus eher mit konfrontativem Ansatz, Kritik breit auf Typen und System gerichtet, das,kommt vielfach aus der Ecke enttäuschter Ehefrauen, so jedenfalls meine Erfahrung.
Aus sachlicher Analyse wird schnell Verallgemeinerung.
Wir sind für ausgleichenden und fairen Feminismus, weniger für anklagenden Ansatz, wenn jemand pauschal gegen ein Geschlecht argumentiert, passt das nicht sauber zur Gleichberechtigung.
Frauen sind ebenfalls gewalttätig, nur ihre Muster sind andere, das wird oft vergessen, genau dieser Thread zeigt das.
Beide Geschlechter sind Täter und Opfer.
Wenn man ständig verkürzt und emotional auflädt, lässt man gern die Typen im Rampenlicht der körperlichen Gewalt glühen, weniger impulsiv betrachtet ist Gewalt kein geschlechtsspezifisches Thema, nur die Schwere unterscheidet sich, so jedenfalls sehe ich das.
Frauen nur als Opfer zu sehen, ist falsch, ich bin selbst Frau und habe mehr als 1 mal kräftig austeilende Geschlechtsgenossinnen erlebt, sei es verbal gegenseitig oder und mit Ohrfeige.... gegenüber dem XY Chromosom, von Geschirrnachkauf im Nachgang mal abgesehen.

x 1 #8432


A


Wann kommt es bei euch zum Date?

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ElGatoRojo
Zitat von Nalf:
Deine These ist also, dass es mehr Gewalt von Männern an Männer gibt, weil Männer übergriffiger sind und die Abwehr des Übergriffs dann nur als Gewalt erfolgen kann, weil alles andere wirkungslos ist.
Könnten wir also die Gewalt von Männern gegen Frauen dadurch verhindern, dass Frauen bei geringeren Übergriffen auch zum Gewaltexzess greifen, um die wenigen übergriffigen Männer zu erziehen?
Beim Catcalling sofort anspucken?
Beim Griff an den Po sofort ein Tritt in die Eier?
Bei Drohungen in der Beziehung sofort eine Schelle?

siehe weiter unten ..........
Zitat von Nalf:
Wenn behauptet wird, dass Frauen hypergam ihre Partner auswählen, ist das dann ein Vorurteil, eine Verachtung und damit eine Misogynie?

Ist es nicht einfach nur eine Strategie von vielen Frauen, bei der Wahl ihres Partners das zu erhalten, was gewünscht wird und möglich ist? Einfachste Interessenlage?
Zitat von Nalf:
Was spricht dagegen Dich vor die Frau zu stellen und sie derart zu schützen?
Warum die Selbstjustiz und damit selbst zum Täter werden?

.. (auch zum 1. Zitat) Das ganze Gewalt-Problem ist nicht nur das Problem, dass Frauen unter Männer leiden. Wenn man dann schon theoretisch einsteigt ist der Beginn die Ressourventerteilung einer wandernden Horde von halbmenschlichen Primaten und ihre Stategie, mit den Löwen umzugehen. Fenjal könnte mich verstehen. Auch schon dann gibt es Verhaltensregeln und Sanktionen. Der Pazifist in mir ist oft genug schier verzweifelt, was es alles im Lokaltreil der Zeitung lesen muss über das, was nachher im Strafgericht verhandelt wird.

Dass Männer um Einfluss, Prestige, Macht und Ressourcen mehr oder minder legal bemüht sind ist ja nun nichts Neues mehr und auch einer der Gründe sind Frauen, die den Initiativen und Erfolgreichen bevorzugen. O.k. - die Einwände, die jetzt kommen, ahne und kenne ich. Dessen ungeachtet ist es auch so und dies die Lebenserfahrung vieler Männer. Nicht umsonst soll er 1,80 m sein, den Führerschein haben und dies und das. Klar - die Interessenlage vieler Frauen ist eben jemand als Mann, der nicht immer der Verlierer ist. Da beißt sich die Katze in den *beep*.

Wenn man also über Gewalt nachdenkt ist einfach die weibliche Sicht, dass Männer gefährlich sind, zwar irgendwie verstehbar, aber doch nur ein Teilaspekt der ganzen Sache und viel zu vielschichtig, um hier die 27. Runde der gleichen Diskussion zu führen. Aber wer es mag ...

Was heißt denn Selbstjustiz? Als Anekdoten: Wenn denn in der U-Bahn von Madrid der Anführer einer Jugendgruppe anfangen will, meine Frau zu berühren und ich ihn mit meinem Körper wegdränge, dann über ich zwar Gewalt aus, aber die Rechtslage ist mir in diesem Fall ziemlich egal. Gut, er zog den Sch-wanz ein und laberte nur so mit seinen Kumpel herum - aber hätte ich Nichts tun sollen? Sogar hier auf dem Dorf: wie der ortsbekannte Asylant sie auf der Main Street belästigte und sie zwei Bauarbeiter bat, dem Mann mal ein paar Takte zu sagen. Und die waren dann deutlich xenophob. Willst du bei solchen und anderen Sachen immer auf die Polizei warten?

x 1 #8433


K
Über manche Männer:

https://www.derstandard.at/story/300000...ut-bringen

Wenn Fakten Männer zur Weißglut bringen

x 2 #8434


QueenA
Zitat von kata_smiles:
Über manche Männer: Wenn Fakten Männer zur Weißglut bringen

Erschreckend:

Zitat daraus:
„Doch Moderatorin Dunja Hayali berichtete im Nachgang des Interviews von heftigen Reaktionen darauf. Von "Kritik", wie immer wieder zu lesen war, zu sprechen, wäre eine starke Untertreibung. Denn Männer beklagten nicht etwa, erzählt Dunja Hayali, den thematisierten Anstieg an Gewalt gegen Frauen, sondern sie äußerten "Gewaltfantasien und Gewaltandrohungen gegen meinen Interviewpartner und gegen mich".“

x 1 #8435


M
Ich muss gestehen, dass ich keine Zeit (und Lust) hatte, die letzten Tage komplett zu lesen.

Was mir auffällt, ist ein immer höherer Anteil von Posts mit Whataboutism (also: Fakten nicht entkräften, sondern neue Fakten, die oft auch stimmen und - auch - schlimm sind, einwerfen, um damit die ersten Fakten zu relativieren).
Beispiel:
Zitat von ElGatoRojo:
Auch in einer Welt nur von Frauen wird es physische Gewalt geben

Absolut richtig. Davon abgesehen, dass solche Geschichtchen natürlich überzeichnen (ich wollte z. B. keine Welt ohne Männer), um auf ein konkretes Problem hinzuweisen, könnte man auch gern zuerst versuchen, Gewalt, die von Männern ausgeht, zu stoppen. Dann wären ja die einzigen, die Gewalt ausüben, die Frauen - und dann kümmern wir uns darum. Deal?
Hier braucht es übrigens bei "von Männern" kein "einige, manche" als Ergänzung, weil "von Männern" genau nicht heißt: von allen Männern, sondern von einer unbestimmten Zahl von Männern.
Zitat von ElGatoRojo:
Was hindert wen, die Worte "manche" oder "einige" zu verwenden.

Niemanden, mache ich hier im Thread oft, auch wenn es nicht nötig ist, aber es ist halt auch nicht nötig bei "von Männern".
Zitat von ElGatoRojo:
so viel Genauigkeit der Rede sollte schon sein


Whataboutismus ist auch das:
Zitat von NurBen:
Ist doch umgekehrt genauso.

Zitat von NurBen:
Als wenn es eine Relevanz für das Opfer hätte

Da wird halt immer so viel Blödheit suggeriert - als ob jemand (ich? hm) es für irgendein Opfer besser fände, ob es durch einen Mann oder eine Frau verletzt wird. Nun. Es ging darum, dass es hübsch wäre, wenn weniger Menschen Opfer körperlicher Gewalttaten werden würden. Dabei festzustellen, dass körperliche Gewalt mehrheitlich von Männern ausgeht, könnte andere Maßnahmen einleiten, als wenn man das nicht weiß. (Physische Gewalt: sicher oft nicht weniger schlimm, gern separat betrachten.)

Zitat von Fenjal:
faszinierend wie selbstbewusst du bist,

Danke 😊
Zitat von Fenjal:
mit Sicherheit würdest du schon laufen, wenn ein Rehbock aus dem Farn tritt.

Absolut. Wobei: nein. Ich würde langsam den Abstand vergrößern. Weil: keine Ahnung, ob der gute Bock jetzt gerade sein Revier verteidigt oder sonst was. Ich respektiere mir unbekannte Tiere, deswegen halte ich Abstand.
(Dass Du - obwohl ich lang vor Deiner Antwort sogar die Zitate zu der Umfrage "Bär - Mann" und die Begründung der Antwort "Bär" gepostet hatte, das Ganze wörtlich nimmst ... ok.)
Zitat von Fenjal:
sich als Feministin zu bezeichnen und gleichzeitig traditionelle Rollenbilder zu leben und abzunicken.

Hm. Wer macht das hier? Und was bedeutet in dem Zusammenhang "traditionelle Rollenbilder"? Bzw. es ist halt kein Widerspruch. Menschen können traditionell leben und trotzdem Feministen (m/w/d) sein. Dein Satz hat einfach keinen Zusammenhang. Du wiederholst Deine Schlagworte, wie z. B. die Zettelunterschreiberinnen und Lauerjägerinnen. Entschuldigung: Lauerjäger. Wir gendern sicher nicht. Dein Auftritt ist sehr kuratiert, so kommt es mir vor. Ich find's fast etwas schade.
Zitat von Fenjal:
Ich bin Frau, richtig, nur,

Du grenzt Dich von theoretisch unterstelltem Verhalten ab, das Du ablehnst, was aber völlig überflüssig ist, weil Dir das ja niemand unterstellt hat. Du unterstellst es halt anderen, wiederholt und wiederholt. Ist ok. Nur: ALLES, was Du aufzählst, mache ich auch nicht. Aber zu differenzieren finde ich trotzdem wichtig, offenbar anders als Du, weil ich z. B. Leistungen einer Solidargemeinschaft wichtig finde. Let's agree to disagree.

Auf PNs möchte ich zu diesem Thema nicht antworten, bitte um Verständnis. Bin wieder raus, weil Frühling

#8436


Blindfisch
🔁 Video geteilt von Blindfisch:

#8437


M
@Blindfisch : Teilst Du diese Art zu denken wie in dem Video? "Die Mehrheit der Menschen nicht betreffen?" Und drei, zwei, eins zu den Messerangriffen. 🤮 (Glaube, das ist das erste Mal in meinem Leben, dass ich diesen Smiley verwende.)

Ich teile mal das Original-Video, mag sich jede/r seinen eigenen Eindruck bilden, ob der ozzyboss-Youtuber da alles richtig versteht. Befragt wurde der Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminialbeamter Dirk Peglow:

#8438


NurBen
Zitat von QueenA:
„Doch Moderatorin Dunja Hayali berichtete im Nachgang des Interviews von heftigen Reaktionen darauf. Von "Kritik", wie immer wieder zu lesen war, zu sprechen, wäre eine starke Untertreibung. Denn Männer beklagten nicht etwa, erzählt Dunja Hayali, den thematisierten Anstieg an Gewalt gegen Frauen, sondern sie äußerten "Gewaltfantasien und Gewaltandrohungen gegen meinen Interviewpartner und gegen mich".“

Verstehe mich nicht falsch, sowas ist ein Unding und sollte verfolgt werden. Allerdings wird hier ebenfalls ein falschen Bild gezeichnet.

Wie viel positive Resonanz hatte sie denn nach dem Interview, wie viel valide Kritik.... und wie viele der Reaktionen waren den tatsächlich Gewaltandrohungen ihr gegenüber?

Es gibt "Psychos" keine Frage und sowas sollte auch entsprechend bestraft werden. Aber man sollte sich im klaren sein, dass solche Reaktion einen kleinen Promilleanteil der Reaktionen darstellt. Hier aber so getan wird, als wenn es jeder dritte Kommentar wäre.

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RoteTablette
Zu den Videos:
- Mir fiel auf, dass das 2. Video (von Maribelle) einige Schnitte enthielt. Was fehlt da? So was macht mich immer leicht argwöhnisch.
- Bei dem ersten Video (von Blindfisch) finde ich die polemische Art des Sprechers nicht toll.

Ansonsten haben sie natürlich beide Recht.

Ja, es ist gefährlicher, vor die Tür zu gehen als zu Hause zu bleiben. Muss man deshalb jedem raten, zu Hause zu bleiben?
Ich denke, hier wird eine blödsinnige Strohmanndiskussion aufgebauscht.

Können wir das nicht besser?

#8440


NurBen
Zitat von Maribelle:
Hier braucht es übrigens bei "von Männern" kein "einige, manche" als Ergänzung, weil "von Männern" genau nicht heißt: von allen Männern, sondern von einer unbestimmten Zahl von Männern.

Wie ich bereits sagte stört es mich, dass eben ein falsches Bild gezeichnet wird. Man sollte nicht vergessen, dass 99% der Männer (und Frauen) eben nicht gewalttätig sind.

#8441


A


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