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Gast
Zitat von Kaetzchen:Was ist denn von einem Mann zu halten, der aus Verantwortungsbewusstsein heraus fremdgeht statt sich zu trennen? Weil er sich für seine Partnerin verantwortlich fühlt (wirtschaftlich, emotional ...) und diese aus gesundheitlichen Gründen keinen S. haben kann, er aber nicht ohne S. leben möchte und daher dieses Bedürfnis außerhalb der Beziehung stillt?
Ja, ich weiß, da ist die schwarzweiße Moral am Ende ... aber wenn es so ist, dass es der Partnerin mit ihm besser geht als ohne ihn, weil er sich ja kümmert und sie pflegt und sich um sie sorgt, und er dafür Sorge trägt, dass sie von seinen "Eskapaden" nichts mitbekommt weil er weiß, dass es sie verletzen würde und er ihr auch zeitlich nichts wegnimmt ...
Das ist ja auch eine Art von Verantwortung. Es wäre für ihn sicherlich angenehmer, die Beziehung zu beenden und eine für ihn "einfachere", da unbelastetere einzugehen. Er will sich aber der Verantwortung, die er mal für seine Partnerin übernommen hat, nicht entziehen, auch wenn die gesundheitlichen Probleme schon seit Jahren existieren und keine Besserung in Sicht ist.
Ich kenne auch einen Fall, in dem ein Mann seine Partnerin nach einem Schlaganfall pflegt, mit Hilfe eines Pflegedienstes, für sie da ist, sich um sie kümmert und jede Nacht neben ihr schläft. Er hat aber natürlich auch Bedürfnisse an eine Partnerschaft, die sie ihm nicht mehr erfüllen kann, da sie durch ihre Erkrankung nicht mal mehr mit ihm reden kann, von allem anderen ganz zu schweigen. Er hat also eine Zweitbeziehung nebenbei, sie weiß davon nichts, denn er fürchtet, dass es sie emotional belasten würde und sie Angst hätte, dass er sie doch eines Tages verlässt. Er gönnt sich ein paar Stunden pro Woche mit der anderen Frau, um "aufzutanken" und wieder Kraft für seine behinderte Frau zu haben.
Ja, auch das ist Betrug. Aber die Alternative - er verlässt sie und übergibt sie in ein Pflegeheim, um sein eigenes Glück leben zu können - ist doch in so einem Fall nicht wirklich besser, wenn auch "moralisch" ehrlicher. Oder? Und wo zieht man nun hier die Grenze? Wenn ein Partner erkrankt? Oder auch schon, wenn man Verantwortung für die Familie übernimmt und sich deshalb nicht trennen möchte, auch wenn die Beziehung an sich nicht mehr alle Bedürfnisse befriedigt? Ist es wirklich in jedem Fall besser, sich zu trennen, nur weil ein Teil der eigenen Bedürfnisse nicht mehr erfüllt wird in einer Beziehung? Und dann noch ein Teil, den man relativ "leicht" auslagern kann.
Das Leben ist halt meistens nicht nur schwarz und weiß ...
Ich sehe in diesen beschriebenen Fällen kaum Betrug.
Heimlichkeiten vielleicht.
Aber vielleicht passt das ja so am besten für die beiden.
Insgesamt edle Beweggründe.
Diese Frauen hätten letztlich auch nichts dagegen, wenn sie es nicht sowieso wissen.
Zusätzlich schmerzhaft.
Das sind Helden des Alltags.
