Zitat von Maus 89:Mein Mann war während der "akuten Erkrankung" immer für mich da.
Er hat alles mitgetragen, die Schüssel gehalten, wenn ich mich immer
wieder erbrach, mir den Kopf rasiert, als die Haare büschelweise ausfielen,
den Haushalt komplett unternommen, sich um die Kinder gekümmert,
aber nie mit mir kommuniziert, wie es ihm dabei ergeht. Er hat nie vor
meinen Augen geweint. Als ich meinen ersten epileptischen Anfall hatte,
ist er zusammengebrochen und ich habe es nicht bemerkt.
Es war Alles viel zu viel für ihn. Und musste wieder und wieder mich "pflegen".
Wir waren "sprachlos" ob all dem was uns geschah. Mir fehlte die Kraft
und auch er war am Ende. Das war irgendwie "Schicksal", das zu dem
Ausbruch auch zum teil führte.
@ Maus 89
was du hier beschreibst - das gibt es millionenfach...da spielt es keine Rolle,
ob jemand erkrankt ist oder es sich um andere heftige Situationen handelt.
Es ist die absolute der Schock, die Wut, die Angst, die Sorge, die Not... was
Sprachlosigkeit hervorruft, was lähmt - bei allen Beteiligten. Es ist aber AUCH
"Schonung" dem jeweils Anderen gegenüber. "Ich will und muss jetzt stark sein,
darf keine Blößen zeigen, keine Tränen, kein "Gesicht", keine Ausraster! Es
wird gemacht,was gemacht werden muss...das MUSS ich jetzt aushalten!"
Muss "ausgehalten" werden, muss "ertragen" werden? NEIN....
Ja... und das ist ein Wechselspiel zwischen den Betroffenen und dem
Betreuenden, ohne das sich diese darüber bewusst sind - woher sollte es ihnen
auch bewusst sein!?
BÜCHER könnte ich darüber schreiben, weil hautnah erlebt und durchgemacht.
Und es ist so "einfach", dem aus dem Wege zu gehen - offener und ehrlicher
Umgang, offene und ehrliche Kommunikation gerade DANN, wenn es knüppeldick
gekommen ist. Allein DAS hilft, um einander besser verstehen zu lernen, wenn
es dem Einen sauschlecht geht und der Andere auf Gedeih und Verderb versucht
zu helfen...Kommunikation - "Mund auf machen"!
Damit kann ich auf die beschriebene Weise umgehen, weiß aber aus eigener
Erfahrung, wie hart der Weg dorthin war/ist. Es bleibt kein Stein mehr auf dem
anderen...und das Umlegen der Steine lohnt sich....