Bienenbetörerin.
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lange still mitgelesen, nun angemeldet, als Gast wollte ich hier nun doch nicht schreiben. Weiß noch gar nicht so recht, wie ich hier anfangen soll, irgendwie ähneln sich die Schicksale - und jetzt komm ich auch noch. Ich versuche mal einigermaßen sortiert zu schreiben:
Vor einigen Jahren einen Mann im Internet kennengelernt, aus Neugierde war ich auf einem einschlägigen Portal angemeldet, aber nach kürzester Zeit auch wieder abgemeldet. Ihn habe ich jedenfalls getroffen - und war entsetzt. Aus Höflichkeit aber nicht gleich wieder abgedreht, sondern etwas getrunken mit ihm und dann bin ich nach Hause und war froh, dass es vorbei war. Entsetzt, weil große Klappe, im Sinne von Aufschneider. Bis hierhin sicher nichts ungewöhnliches. Ich habe mich nicht mehr gemeldet, er aber blieb an mir dran - und jetzt beginnt etwas Schräges. Ich habe mich trotz eindeutigen Bauchgefühls es zu lassen, wieder mit ihm getroffen und war mir sicher, dass ich nichts von ihm will. Er hat nicht aufgegeben und mich sukzessive irgendwie fasziniert (bitte nicht fragen, warum denn das ist das Schräge).
Ich habe also was mit ihm angefangen und dann gingen irgendwie die blöden Bemerkungen los, zunächst schleichend, dann immer offener. Er kritisiert mich hierfür und dann dafür, dann kommen Abwertungen - und dann kommen wieder ein paar Brotkrumen im Sinne von Komplimenten wie toll ich doch sei. So geht das seit über drei Jahren, wohnen weit auseinander, sehen uns nur alle paar Wochen mal. Er ist auch nicht monogam, was für mich eigentlich(!) gar nicht geht. Nach jedem Treffen nehme ich mir vor, das war´s, aber er fängt mich immer wieder ein. Bei meiner besten Freundin brauche ich erst gar nicht mehr damit anzufangen, sie kann es nicht mehr hören, was ich verstehen kann.
Er ist nicht gutaussehend (ok, isoliert betrachtet unwichtig), leidet an notorischem Geldmangel, könnte mein Vater sein . und jetzt höre ich euch vor meinem geistigen Ohr stöhnen: "warum tut sie sich das an?"
Und genau darum bin ich hier: Warum tue ich mir das an? Wenn ich diese Story z. B. auf der Arbeit erzählen würde, das würde hier kein Mensch glauben! Ich bin für meine recht toughe Art bekannt, lasse mir kein X für ein U vormachen, intellektuell kein Leichtgewicht (bitte nicht falsch verstehen, Prahlerei liegt mir fern, nur um zu verdeutlichen, dass ich sonst keine verhuschte Maus bin) - aber er verunsichert mich mehr und mehr. Beherrscht das Instrument der Schuldumkehr perfekt - er hat etwas verbockt, ich kommentiere dies und am Ende habe ich den schwarzen Peter. Ich verstehe mich in dieser Geschichte NULL. Vielleicht kommt hier ja mal jemand mit dem Patentrezept um die Ecke
Ist sicher eine Story wie so viele, aber vielleicht liest es ja jemand - und in der Tat, das Murmeltier grüßt fast täglich .
LG von der Bienenbetörerin
