Annemie88
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Ich habe ca. ein halbes Jahr eine Affäre. Beide sind wir 15+ J. verheiratet mit unseren Partnern, beide Anfang 40 J. Es ist für beide die erste Affäre. Er hat ein Kleinkind (5 J.).
Wie wohl bei allen hier fing es an mit täglichem Kontakt. Sehr schneller Verliebtheit. Viel Gemeinsamkeit. Er von seiner Seite aus erst "ich suche nichts". . dann gab es Treffen. Wir waren ein paar Tage zusammen im "Urlaub". Es hat uns beide vom ersten Augenblick erwischt. Wir sind einanders "Traumbild", sowohl äusserlich als auch alle anderen Eigenschaften passten super zusammen.S.war himmlisch. Er hatte grossen Nachholbedarf, da in seiner Ehe scheinbar nur noch Standardsex zugange ist.
Wir haben uns gegenseitig die Liebe gestanden. Morgens beim ersten Erwachen bis abends zum Schlafengehen haben wir unzählige Nachrichten ausgetauscht. Es ging kein Tag vorbei in dem wir uns nicht geschrieben hatten. Als er mit der Familie im Urlaub war, hat er das Tempo angehalten, sich gemeldet, mehrmals am Tag. Da kamen pro Tag zwischen 50-100 Nachrichten. Eigentlich im Dauergespräch, neben der Arbeit her, am WE, im Urlaub. Fotos, wir haben über Familie geredet, sogar Zukunfstpläne (was wäre wenn wir ein Paar werden). Er hat aber immer eingeräumt, daß er es seiner Frau nicht antun kann sie zu verlassen. Vorallem auch wg. dem Kind möchte er das keinesfalls. Die ersten Wochen hat er offen über die Eheprobleme erzählt.
Irgendwann kam dann die Wende. Eigentlich ziemlich genau da, wo ich gesagt habe das ich ihn vermisse und das ich nicht auf etwas hoffen will, was wohl niemals passiert. Er meinte ich sollte ihn nicht zu einer Entscheidung zwingen. Es kam zu mehreren Diskussionen, aber immer fair. Jeder hat seinen Standpunkt deutlich gemacht und beide sind sich einig, daß so eine Affäre schwieriger ist als erwartet. Hinzu kam dan Covid19 und die verpflichtete "Trennung" auf ungewisse Zeit.
Die letzten 3 Wochen ist er immer mehr auf Rückzug, erzählt weniger, auch nichts mehr von seiner Ehe. Höchstens über die Arbeit. Auch nichts mehr von seinem Kind. Wie wenn er ne Mauer hochgefahren hat. Einerseits sagt er, er hoffe das wir uns bald wieder sehen. Andererseits kamen Aussagen wie: ich muss probieren meine Ehe zu retten, ich hab gerade viel Arbeit und weniger Zeit. Dann wieder: ich habe Dich so lieb und würde Dich nie vergessen. Tags darauf: wer weiss was in 5 Monaten ist, vielleicht will ich dann keine Affäre mehr. Es ist wie ein auf und ab.
Sehr deutlich hat er angegeben, daß er nun um seine Ehe kämpfen will. Noch einmal und ihn das seine ganze Zeit und Kraft kostet. Ok. Deutlich. Doch meldet er sich weiterhin täglich, wenn auch weniger und "gefühlsloser". Manchmal nur rein freundschaftlich "wie geht es Dir" etc.
Er spricht keine Zukunftspläne mehr an und träumt auch nicht mehr von uns als Paar (ich habe ihm das übrigens vorgeworfen, dass er mir keine Hoffnungen machen soll, wenn es doch alles nicht so wird. Ich denke da hält er sich jetzt dran).
Mittlerweile verwirrt mich das alles sehr. Er will sich nun auf EF und Kind konzentrieren, doch meldet er sich täglich. Er bleibt lieb und freundschaftlich, doch kurzangebunden.
Ich habe meine Gefühlbekundungen mittlerweile auch enorm zurückgeschraubt, ihm gesagt, daß er kämpfen soll und ich ihm wünsche das sich alles einrenkt. Von innen liebe ich ihn aber immernoch furchtbar und bin eigentlich traurig, daß wir nach zu einem Start jetzt so auseinanderdriften. Er fühlt sich an wie die Liebe meines Lebens. Ich hab ihm auch gesagt, daß ich einen Neustart mit ihm wagen würde (er hat das auch mal gesagt, aber dazu gefügt "wenn ich kein Kind hätte").
Jetzt bin ich oft ratlos wie ich mich verhalten soll. Soll ich weiterhin antworten und auf Freundschaft machen. Soll ich noch hoffen? Soll ich ihn soviel wie möglich in Ruhe lassen. Wir tauschen statt 50 Nachrichten nun noch 1-5 per Tag aus. in Abständen. Oft schreibt er mir noch eine Gute Morgen oder Nacht Nachricht.
Natürlich erzählt er mir auch nicht mehr ob das "kämpfen" nun gelingt oder wie die Situation ist. Er meinte nur es wäre gerade alles ok zu Hause und es fühlt sich wieder vertrauter an. Ich weiß natürlich das es eine Momentaufnahme ist. .
Habt ihr einen Rat. . soll ich mich einfach locker machen und warten ob er wieder vermehrt auf mich zukommt. Ich habe natürlich auch ein wenig Angst, daß ich ihn ganz verliere. . er scheint mittlerweile so weit entfernt (oder zwingt sich dazu sich emotional zu entfernen). dass wiederum hat er mir mal vorgeworfen: er würde merken, dass ich mich emotional von ihm entfernen will, weil er sich nicht für mich entscheidet.
Erwarte ich in so kurzer Zeit vielleicht zuviel zu schnell?
@ Naivling. Weil man Verbundenheit, sowie tiefe Freundschaften, meist in der Jugend bildet. Und natürlich mit den vielen Jahren, der Höhen und Tiefen. Es ist doch als Mann sehr angenehm, wenn er einen aufreibenden Job hat, eine Familie, dir ihn fordert, nebenbei eine Affäre zu haben, die sein Ego aufbaut. Dann heißt es so schön: bei dir kann ich mich fallen lassen. Recht hat er:-))))) Aber zu deiner Frage: liebe hat IMMER was mit Gewohnheit zu tun. Denn Leidenschaft ist die Verliebtheit, der Anfang, das Unerreichbare. Der eine kann es nur so, der andere so. Jeder ist anders. Es gibt die egoistische Liebe, die immer narzisstisch ist und nimmt, oder die altruistische Liebe, die selbstlos ist und gibt. Da kann sich jeder raussuchen, wie er leben möchte. Liebe Grüße:-))))))