Zitat von hahawi:@E-Claire
Historisch betrachtet gab es tatsächlich einige verschiedene Formen der Ehe.
Bei den Römern zB war es eine reine zweckgemeinschaft, die jederzeit, ohne Aufwand vom Ehemann, oder den Eltern der Brautleute beendet werden konnte. Das war liebe kein wie immer geartetes Thema, da ging es um die politische bzw wirtschaftliche Kooperation zweier Familien.
Im germanisch-keltischen Raum hingegen war es eine klassische Wahl des Mannes, der eine Frau aussuchte. meistens auch mit politischem Hintergrund, diese konnte aber nicht geschieden werden.
Polygame Ehen kamen eigentlich aus dem orient, zum einen wegen des sterberisikos von Frauen bei der Geburt, eines Männermangels durch kriegerisches Umfeld.
Was aber in all diesen Kulturen üblich war, war, das sich der Ehemann jederzeit auch einer Sklavin vergehen durfte, ausser bei Kelten und Germanen, auch Skla. Dies wurde keinesfalls als Betrug gewertet, weil diese als Sachen gesehen wurden.
In frühchristlicher zeit wurde dann auch noch das sogenannte Konkubinat gelebt, dass es erlaubte, neben seiner Ehefrau auch mehrere Konkubinen zu haben. Karl der Große hatte davon Dutzende.
Ja! Nein? vielleicht.
Vor allem aber "eben". Wir sind uns einig, historisch gesehen, verfolgte die Ehe, oder permanente Bindungen, durchaus Zwecke. Ich würde behaupten, daß im keltischen Raum zwar die Männer gefühlt Wahl trafen, aber erst nach dem "sie", wie auch immer sicher waren, erhört zu werden. Die Weiterentwicklung der Minne sozusagen.
auch die Vermischung von politischen, territorialen Interessen mit Liebe ist nicht neu. Hallo Shakespeare.
Aber was mE neu ist, dies als persönlichen Lebenserfolg, daher bei Gelegenheit Mißerfolg, als neudeutsch Benchmark, zu klassifizieren.
Historisch gesehen, gibt es für all diese schlauen Dinge, die wir uns grad um die Ohren schreiben, vor allem eins Begründung. In jenem historischen Kontext.
Da politische, existenzielle (ja, frag ne Alleinerziehende Mutter in Magdeburg mit ner befristeten Stelle) und eben religiöse aber weggefallen sind, scheint unser Bewertungsmaßstab aber heute zu sein: Beziehung ist Erlösung.
Sie gibt sinn, schützt mich vor dem unausweichlichen Tod (stell Dir mal vor, wir hätten den Beweis, daß jeder seinen Ehepartner nach 29 Jahre Beziehung Lebenszeit, wieder begegnet, und zwar für. immer. (!).
Dagegen sind 21 Jungfrauen noch immer nicht viel und werfen Fragen auf, aber schon auch lustiger.
Will sagen, ob die Römer ne Zweckgemeinschaft hatten oder Leute im 21 Jahrhundert ist immer Standpunkt und damit Wertungsfrage.
Ich kenne zudem die Entwicklung der romantischen Liebe.
Aber an welchem Punkt, wurde aus einer Macht-Territorialen Position, eine auch Versorgerposition, die schließlich und endlich in einem Ohne-Dich-KANN-ich nicht-leben gemündet ist?
Yoko and Lennon?
In welchem Moment, haben wir als "ich" uns herausgenommen, es völlig ok zu finden, daß Liebe ganz viele Gesichter hat, daß wir Freunde, Eltern und Kinder haben, aber das es uns in unseren Grundfesten unseres Selbst absolut bestürzt, daß jemand 25 Jahre lang nicht it der gleichen Person schlafen will?
Ich kann den Willen nach Besonderheit nachvollziehen, Ausschließlichkeit (aber das ist eben schon auch monotheistischer Gotteskomplex), aber wann fingen wir an, daß an der Frage von Beischlaf und nicht an der Frage von Versorger (wer bringt den Müll runter) festzumachen?