Zitat von Janasi: ich kann Leid kaum sehen oder ertragen,
Außer Deinem eigenen? Meine Empfehlung: geh ganz zurück an den Anfang dieser Geschichte und frage Dich, wann Du ihm "zuliebe" Deine Bedürfnisse hintenan gestellt hast. Nicht, um die Vergangenheit zu ändern oder Dir selber Schuldgefühle zu bereiten, sondern um gewappnet zu sein für die Zukunft. Dort solltest Du immer dann sofort einen Schlussstrich ziehen, wenn diesebezüglich bekannte Gefühle aufkommen. Sonst sitzt Du bald wieder in der K*cke.
Zitat von Janasi:Auch wenn wir uns die ersten Monate nicht sahen, so war sehr viel zwischen uns! Unsere Gespräche waren NIE einseitig. Nie langweilig. Und wir konnten über ALLES reden!
Das bezweifele ich. Wie ist es mit Deinen Bedürfnissen und Erwartungen an ihn gewesen? Wie ist es mit Deiner Wut und Konsequenzen gewesen? Ernsthaft. sich vier Jahre hinhalten zu lassen, ist schon wirklich einen Hausnummer. Möglicherweise habt Ihr über das alles geredet, aber die Konsequenzen blieben aus. Was nützt da also das Reden? Taten. Nicht Worte.
Die Entscheidung, wegen erstmal gar nichts in ein anderes Bundesland zu ziehen, ist schon echt .. ich weiß gar nicht, was das richtige Wort dafür ist .. eine devote, unterwürfige und anbiedernde Handlung. Was hast Du Dir dabei gedacht? Ich formuliere das nicht so, um Dich zu verletzen, oder wie Du es schreibst "an den Pranger zu stellen", sondern damit ich und vielleicht auch Du das verstehen. Was hast Du Dir davon versprochen? Was dachtest Du passiert dann? Warum hätte eine Annäherung nicht auch über die räumliche Distanz passieren können? Ihr habt Euch ja eh nicht gesehen. Und warum war es in deiner Vorstellung offenbar DEINE Aufgabe, den Standort zu wechseln und nicht genauso seine?
Zitat von Janasi:und mich nicht noch an den Pranger stellen
S.o. Du wirst hier nicht an den Pranger gestellt. Du nimmst es so wahr, weil Du (natürlich) sehr aufgewühlt, verletzt und vermutlich empfindlich bist. Aber bitte verstehe auch, dass für Menschen mit einem normal ausgeprägtem Selbstwertgefühl Dein Verhalten kaum nachvollziehbar ist. So wie ich verstehen muss, dass Menschen, die nicht selber Depressionen haben, nicht ermessen können, was das bedeutet. Und ja, da fühlt man sich manchmal herausgefordert oder total hilflos, aber es ist doch unsere Aufgabe, auch einen Umgang mit dem Unverständnis der Menschen zu finden.
Zitat von Claudi_1975:Ich mache mir nicht vor, dass ich da jemanden kennenlerne. Aber es lenkt eben ab.
Ihr redet von Eurer Hochsensiblität (die in der Tat umstritten ist) und nutzt
Datingplattformen, um Euch abzulenken. Dort sind viele Scharlatane unterwegs, die genau das machen, was Ihr macht: Ihr Ego aufpolieren und sich von den sonstigen Sorgen im Leben abzulenken, ABER da sind auch Menschen mit echten Absichten und auf der Suche nach Partnerschaften und Bekanntschaften, die sich ins echte Leben übertragen lassen. Diese Menschen benutzt Ihr. Soviel zum Mitgefühl und der Hochsenibilität. Vielleicht lohnt es sich, darüber noch einmal nachzudenken.
Zitat von Claudi_1975:Und wenn ich mir ein persönliches Wort erlauben darf: es gibt ja den Begriff der Hochsensiblen Persönlichkeit. Das Konzept ist wissenschaftlich umstritten, aber ich selbst fühle mich zb im Kreise derer, sie sich als Hochsensibel bezeichnen, am wohlsten.
Nehmen wir an, es gibt Menschen, die sich als solche bezeichnen dürfen bzw. es wäre wissenschaftlich anerkannt. Dann würde/müsste ich mich auch zu dem Personenkreis der Betroffenen zählen. Es ist das aber nicht gleichbedeutend mit persönlicher Empfindlichkeit sondern wohl eher mit Empfindsamkeit, mit der extremen Wahrnehmung von Stimmungen und Befindlichkeiten und einer extremen Empathie zu Lasten der eigenen Belange.
Das kann man versuchen in den Griff zu kriegen. Mir ist das mit einer Visualisierungsmethode sehr gut gelungen. Wann immer ich heute in Gefahr gerate, die Gefühle, Befindlichkeiten, Stimmungen anderer wichtigER zu nehmen als meine eigenen, wende ich diese Methode an. Das muss ich zum Glück gar nicht mehr oft machen. Es dient der Abgrenzung.
Zitat von Janasi:Aber unter dem Aspekt sich abzulenken, werde ich das tatsächlich in Betracht ziehen....
Bitte nicht. Denn Dein Ego poliert es doch nur kurzfristig. Du gerätst in Gefahr, in die nächste Geschichte zu geraten, die Dir gar nicht gut tun kann bzw. nur kurzfristig, so lange Du die alte nicht verarbeitet hast und zurück zu den Ursprüngen gegangen bist.
Vier Jahre Deines Lebens. Ich würde an Deiner Stelle wirklich eine Psychotherapie in Betracht ziehen. Die macht man nicht gern? Nee, das ist Arbeit und nichts desto trotz habe ich mich damals sowohl auf meinen Klinikaufenthalt als auch auf die nachfolgende ambulante Therapie gefreut, weil es versprach, neue Perspektiven zu eröffnen und das, was in meinem Kopf irgendwie durcheinander geraten war, wieder auf seinen Platz zu verweisen.
Warum verstehst Du diese Möglichkeit nicht als Chance?