Zitat von kuddel7591:
Nein, so einfach lasse ich Dich nicht aus dem Seitenfaden.
Klare Kante ist auch so ein Nichtwort, Geschwätz. Sich präzise auszudrücken ist dass, was hier am meisten zählt, da wir hier im Forum 0,0 Zusatzinformationen haben, wie Gestik, Kenntnis über die sich äußernde Persönlichkeit.
Und es geht nicht um Schonhaltung- das ist nur eine Unterstellung. Ich habe lediglich darauf hingewiesen, dass Affären in aller Regel nicht existenzbedrohend sind. Von"nicht so schlimm" schrieb ich dabei auch nicht. Also höre bitte auf, mit Dinge zu unterstellen, die ich nicht geschrieben habe.
die Worte "Folge" und "Konsequenz" sind unterschiedlich und haben in aller Regel (ja, manche verwenden diese synonym- aber das ist es nicht.) unterschiedliche Bedeutung. Konsequenzen sind viel zwingender in derKonotationb als "Folge" und genau deshalb habe ich geschrieben, dass ich mit dem Worten Konsequenz nach einer Affäre unzufrieden bin.
Denn es ist noch nicht einmal sicher, dass Affären immer und ausnahmslos drastische Folgen haben. Selbst das nicht!
Das war aber ein zweiter Gedanke, der hier einfach mal so verquickt wurde.
Der erste Gedanke war, dass es eben keine zwingenden Folgen einer Affäre gibt, sondern es nur verschiedene Wege nach einer Affäre gibt.
Und weiterhin, dass ich manche Wege für besser halte, und das auch belegen kann. Der Hauptsatz ist, dass jedes Paar individuell seinen Weg finden muss- mit der Ausnahme, ehrlich und offen künftig miteinander umzugehen, damit Vertrauen wieder geschenkt werden kann. Nicht explizit hingeschrieben kann es auch bedeuten, dass der eine Partner nicht wissen will, was der andere so treibt. Dann ist das auch ok, solange es vereinbart ist.!
Von daher sehe ich keine zwingende Folge einer Affäre!
Mein zweiter Gedanke war, dass ich Affären nicht grundsätzlich für existenzbedrohend halte. Das bedeutet nicht, dass sie harmlos oder nicht so schlimm sind. Aber im Wesentlichen betrifft es Zwischenmenschliches, Befindlichkeiten., rein formal betrachtet entstehen keine körperlichen oder materiellen Schäden (ja Geschlechtskrankheiten, ok).
Und ja, als menschliches Wesen empfinde ich so etwas als schwerwiegend und einschneiden- ging mir auch nicht anders. Die ersten Tage waren furchtbar. Das erste halbe Jahr an der Selbstaufgabe lavierend mit völlig falschem Fokus.
Aber dann halte ich dagegen:
Ich habe verstanden, was Selbstliebe bedeutet
Ich bin aufgewacht und bin nicht im Sumpf der Trägheit stecken geblieben
Ich kenne die verschiedenen Arten der Liebe und habe dieses Gefühl in mir entdeckt
Ich bin dabei, mich als Mann zu entdecken, erlebe in meinem Umwelt sehr wohl Reaktion auf diese neuen bislang unendeckten Facetten.
Ich erleben den besten Sex meines Lebens!
Ich habe mein Umfeld mal durchsortiert in Menschen, die mir schaden und Menschen, die mir nahe sind, mich unterstützen und mich weiterbringen.
Klar, ich habe längst nicht alle Dämonen erlegt, aber Stand jetzt weiß ich, was meine Ziele sind. Bei manchen kenne ich noch nicht den Weg, aber das empfinde ich nicht als dramatisch.
Aber auch bei meiner Frau hat sich in vielen Punkten etwas getan. Auf einmal erkennt sie mich nicht mehr als den schnarchenden VDK, sondern als Mann. Sie hat sich als Frau entdeckt, entdeckt alleine und mit mir ebenso neue Facetten an sich, in sich.
Das alles sind Folgen aus der Affäre- nicht aus dieser selbst, aber aus dem Schrecken, der Zäsur.
Bei uns ist das der Weg in die Ehe 2.0.
Grundsätzlich denke ich, dass die einzelnen Punkte auch in eine Trennung münden können. Schade wäre es in der Tat, wenn man im Schicksal sich ergebend in Schockstarre einfach durch das weitere Leben treibt.
Engel ohne Flügel oder auch Sturmtief sind da wirklich tolle Beispiel, wo ein Neustart eben nicht geklappt hat, aber beide gereift und mit neuer Stärke durch das Leben ziehen.
Wieder viel zuviel Text- eigentlich wollte ich nur schreiben, dass Du unzulässigerweise zwei verschiedenen Gedanken miteinander verquickt hast.