Zitat von leilani:Meine Klassenkameradinnen haben mich ständig angetatscht und mich gefragt woher ich ursprünglich komme.
Gelegentlich wurde ich mit "heil H." begrüsst, weil sie wohl dachten in Deutschland findet man das gut.
Außerdem waren viele der Meinung, dass deutsche Frauen mit jedem schlafen.
Auch Rassismus, groß gejuckt hat es mich aber nicht.
Das ist ja aber der entscheidende Punkt, es kommt weniger darauf an, ob man selbst das eigene Verhalten als rassistisch einordnet, sondern, ob der andere dies als rassistisch empfindet und sich davon verletzt fühlt. Was Dir passiert ist, war in jedem Fall Unkenntnis und vermutlich rassistisch, hat dich aber weniger gestört. Vielleicht aber auch deshalb, weil das für dich eben einen singuläre Erfahrung war und nicht, wie in manchen Ländern der Fall, eine systematische Ausgrenzung aufgrund deiner weißen Hautfarbe.
M&H:
Ich finde es ausgesprochen problematisch, wenn auch nachvollziehbar, die Briten haben seit Diana's Tod, eine große Schwäche für insbesondere Harry, daß die Geschichte, die erzählt wird, eine ist, in der eine gerissene Frau einen überschaubar smarten jungen Mann geheiratet hat, um diesen dann völlig unter ihrem Pantoffel zu halten.
Die Ausschnitte, die ich von dem Interview kennen, lassen Harry in keinem guten Licht da stehen und zeigen eigentlich einen nach wie vor sehr wütenden Mann, der seinem Vater wenig bis gar nichts verziehen hat.
An sich passiert so etwas ja nicht unbedingt selten, gibt ne Menge erwachsene Kinder da draußen, die die eigenen Eltern mit gemischten Gefühlen beurteilen. Nur das die meisten solcher Familien eben nicht gleichzeitig Institutionen sind. Dabei geht es dann eben nicht um einen einzelnen Menschen, sondern um das Amt. Die Kontinuität dieser Institution sicher zu stellen, ist Aufgabe von einem ganzen Haufen hinter den Kulissen arbeitenden Menschen, deren Verhältnis so ähnlich sein dürfte, wie das der Referenten, die einem zB Ministerposten zugeordnet sind. Die Menschen, die das Amt bekleiden mögen, wechseln, das Amt und die Menschen, die dieses erhalten, eher nicht.
Irgendwo hab ich gelesen, daß die beiden den Unterschied zwischen "service" und "philantrophy" nicht verstünden und ich denke, da ist viel Wahres dran. Vermutlich sind M&H durchaus getrieben von dem Gedanken, etwas und nach Möglichkeit gutes in dieser Welt bewegen zu wollen. Das allein reicht aber nicht aus unter dem Begriff der Allgemeinheit dienen.
Vielleicht hat sich M das Ganze eher so vorgestellt, wie bei Melinda Gates oder Michelle Obama und vielleicht, ganz vielleicht hat H ihr das genauso auch verkauft. Denn es hat zumindest den Anschein gemacht, daß jeder Bachelor jeder x-beliebigen Staffel aus einer größeren Anzahl aus möglichen Weggefährtinnen hat auswählen können als H.
Ich glaube, daß jede andere Frau, die er sich ausgesucht hätte, genauso gegen seine Schwägerin gepitcht worden wäre, wie es bei M der Fall war. Ich glaube auch, daß M aus dem denkbar schlechtesten Umfeld stammt, um für das, was sie erwartete, vorbereitet gewesen zu sein.
Ich glaube, daß auch im 21.Jahrhundert das Story-Telling nach wie vor darüber geht, daß die Frau selbstverständlich die böse ist, wenn sich zwischen Brüdern uralte Ressentiments wieder bemerkbar machen und das in diesem speziellen Fall, das Dilemma des "Spare" schon deutlich früher sichtbar war (siehe Prince Andrew) und die Familie (!) nicht die Institution dieses hätte besser und anders lösen müssen.
Ich empfinde diese psychologischen Ferndiagnosen zB Narzissmus als ziemlich befremdlich. Es scheint aber zum Zeitgeist zu gehören, weil bei Trump ja ähnliches passiert ist.
Mir tun alle Beteiligten sehr leid. Denn alle miteinander geben sie ein Bild einer sehr dysfunktionalen Familie ab und in solchen gehen Dinge bekanntlich selten gut aus.