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Was ist ein erfülltes Leben?

Ires

Meine Trennung ist jetzt über 2 Jahre her.
Ich habe mich intensiv mit mir selbst beschäftigt und mir nach der Trennung in Großbuchstaben folgenden Satz ins Hirn graviert: ich bleibe jetzt solange Single bis ich die Trennung verarbeitet habe

Aber was dann, woran merke ich dass ich die Trennung verarbeitet habe, und was bedeutet das eigentlich genau?

Ich habe mich seit ich ca 16 war eigentlich nur mit Verliebtsein, Beziehungsstress, Trennungsschmerz und wieder von Vorne, beschäftigt.
Ich hatte eigentlich auch nie wirklich einen Plan. Habe immer nur aus dem Bauch heraus gelebt, geheiratet , Kinder bekommen, mich scheiden lassen, nochmal geheiratet und scheiden lassen, alles ohne wirklich nachzudenken.

Das erste Jahr nach der letzten Trennung hatte ich das Gefühl, es geschafft zu haben, endlich ich zu sein, ein eigenes Leben zu haben.
Habe viele neue Leute kennengelernt und richtig Spaß gehabt.

Seit einiger Zeit weiß ich aber nicht mehr so recht was mit mir anzufangen.

Wahrscheinlich, weil dieser Kreislauf, aus Verliebtsein, Beziehungsstress und Trennungsschmerz nun unterbrochen ist.

Eventuell habe ich erwartet, dass irgendetwas Tolles in meinem Leben passiert, habe sozusagen auf die Belohnung gewartet, dafür, dass ich mich so super geändert habe.

Ist aber ausgeblieben, die Belohnung.

Was mache ich jetzt also aus dem Rest meines Lebens?

Mir fehlt irgendein Impuls, den ich mir aber selbst nicht (mehr) geben kann.

Vielleicht muss ich mir eingestehen, dass ich doch nicht ohne Partner sein möchte, oder immer noch meinen Ex vermisse.

Ich weiß es wirklich nicht.

Ich wünsche mir so sehr wieder ein erfülltes, fröhliches und unbeschwertes Leben.
Obwohl ich gar nicht weiß ob ich das schon mal hatte.? Na ja, vorübergehend auf jeden Fall!

Vielleicht hilft es ja, mir das hier zu wünschen, so ähnlich wie Bestellung beim Universum, oder wie das heißt.

Dann denke ich, dass mir einfach eine Herausforderung fehlt, oder ich ertrage einfach das normale Leben nicht.

Irgendwie habe ich immer eine Art Chaos gebraucht , um mich lebendig zu fühlen.

Nach außen führe ich ein geordnetes Leben, aber mir fehlt der Kick.

Andererseits bin ich in einem Alter, in dem eventuell doch mal etwas Beständigkeit angesagt wäre.

Das war übrigens mit ein Grund, warum die letzte Beziehung nicht geklappt hat, meine Unbeständigkeit ( meinte mein Ex)

Könnte das eine Herausforderung sein. beständig (er) zu werden?

Ich werde darüber nochmal nachdenken.
Obwohl. ich wollte nicht mehr soviel denken, sondern machen.

Klappt ja super !

10.09.2019 19:33 • x 11 #1


Plentysweet

Plentysweet


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Interessanter Threadtitel !
Zitat:
Was mache ich jetzt also aus dem Rest meines Lebens?

Die Frage kenn ich von mir .
Zitat:
Nach außen führe ich ein geordnetes Leben, aber mir fehlt der Kick.

Das find ich auch. Es fehlt manchmal der Thrill.
Zitat:
ich wollte nicht mehr soviel denken, sondern machen.

Dann mach! Hast Du einen Plan, eine Idee, wo es hingehen soll?

10.09.2019 19:38 • x 2 #2


Ires


Zitat von Plentysweat:
Dann mach! Hast Du einen Plan, eine Idee, wo es hingehen soll?


Das ist ja das Problem, nicht so richtig, bzw. es hapert an der Ausführung

Ich nehme mir immer zuviel vor, fühle mich dann überfordert und mache dann gar nix
Mein Leben war immer so: von 0 auf 100 und dann von 100 auf 0

Ich versuche jetzt eine Balance hinzubekommen...

Das ist doch schon mal ein Plan

10.09.2019 19:44 • x 3 #3


Plentysweet

Plentysweet


3261
4761
Zitat von Ires:
Ich versuche jetzt eine Balance hinzubekommen...

Das ist doch schon mal ein Plan

Top- Plan !
Und die Mitte/Mittelweg finden ist ja eh was ganz Kniffliges.

10.09.2019 19:44 • x 2 #4


Spreefee

Spreefee


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Zitat von Ires:
Aber was dann, woran merke ich dass ich die Trennung verarbeitet habe, und was bedeutet das eigentlich genau?


Die Trennung ist das eine, wie sieht es mit deinen Anteilen aus und hast du deine Muster erkannt?

Zitat von Ires:
Was mache ich jetzt also aus dem Rest meines Lebens?


Was möchtest du daraus machen? Weist du schon, wer du bist?

Zitat von Ires:
Mir fehlt irgendein Impuls, den ich mir aber selbst nicht (mehr) geben kann.


Es sind die Fragen die dir zu dir fehlen.

Frage dich zu allem in dir:

WARUM?

Zitat von Ires:
Ich wünsche mir so sehr wieder ein erfülltes, fröhliches und unbeschwertes Leben.


Gestallte es dir, nur du kannst es dir erschaffen.

Zitat von Ires:
Vielleicht hilft es ja, mir das hier zu wünschen, so ähnlich wie Bestellung beim Universum, oder wie das heißt.


Fange heute damit an

Zitat von Ires:
Irgendwie habe ich immer eine Art Chaos gebraucht , um mich lebendig zu fühlen.


Naja, dann jetzt mal ohne Chaos. Ich kann dir berichten, es lebt sich viel angenehmer.

Zitat von Ires:
aber mir fehlt der Kick


Eine Art Bestätigung für dich, dass das Leben lebenswert ist?

10.09.2019 19:49 • x 2 #5


Ires


Zitat von Plentysweat:
Top- Plan !
Und die Mitte/Mittelweg finden ist ja eh was ganz Kniffliges.


Da stimme ich dir zu.
Ich war immer eine schwarz/ weiß Denkerin
Immer von einem Extrem ins Andere.
Auf Dauer sehr anstrengend...

Aber ab und zu ein kleiner Höhepunkt wär auch nicht schlecht

Huch, könnte so oder so verstanden werden

10.09.2019 19:51 • x 5 #6


Helli


Hallo,
wirklich spannende Fragen, darüber muß man erstmal etwas nachdenken


Spontan:

Zitat von Ires:
Dann denke ich, dass mir einfach eine Herausforderung fehlt, oder ich ertrage einfach das normale Leben nicht.


Kann ich nachvollziehen. Gibt es - aus dem Bauch heraus - Wünsche/Ideen usw, etwas Unnormales sozusagen?


Zitat von Ires:
Könnte das eine Herausforderung sein. beständig (er) zu werden?

Zitat von Plentysweat:
Und die Mitte/Mittelweg finden ist ja eh was ganz Kniffliges.


Ich schließ mich Plenty an, die Mitte ist knifflig. Noch dazu bin ich inzwischen der Meinung, es gibt einfach Menschen, die sind nicht "mittig" veranlagt, sondern eher exzessiv, verausgabend. Das eine ist nicht schlechter als das andere, auch wenn das Mittige normalerweise immer als "hochwertiger" angesehen wird.
Spannender Thread bestimmt, danke auf jeden Fall schonmal

10.09.2019 20:00 • x 6 #7


Ires


Zitat von Spreefee:

Die Trennung ist das eine, wie sieht es mit deinen Anteilen aus und hast du deine Muster erkannt?



Was möchtest du daraus machen? Weist du schon, wer du bist?



Es sind die Fragen die dir zu dir fehlen.

Frage dich zu allem in dir:

WARUM?



Gestallte es dir, nur du kannst es dir erschaffen.



Fange heute damit an



Naja, dann jetzt mal ohne Chaos. Ich kann dir berichten, es lebt sich viel angenehmer.



Eine Art Bestätigung für dich, dass das Leben lebenswert ist?


Ich habe meine Muster zu 100 % erkannt

Ich weiß, dass nur ich selbst mein Leben gestalten kann und die Frage wer bin ich habe ich sogar in diesem Forum schon als Thema gehabt, und auch für mich beantwortet...

Die Hauptfrage ist wohl wirklich, wie mache ich jetzt weiter? Wo will ich hin? Was erfüllt mich?

10.09.2019 20:01 • x 2 #8


Babs54

Babs54


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Hallo Ires,
In weiten Teilen kann ich dich sehr gut verstehen.
Wir sind fast gleich alt. Ich "wurde getrennt" und lebe seit Jan. in meiner eigenen Wohnung.
Viele unterschiedliche Gefühle, Erwartungen und Fragen prasseln auf mich ein.
Ist das jetzt mein Leben? Bleibt das so? Wird es nochmal richtig schön? Ist das schon schön genug? Wars das?
Inzwischen versuche ich, nur noch kurz zu denken, also nicht weit in die Zukunft.
Hab mich kurzzeitig durch Single B. angelenkt. War für mich "Käse". Vermute auch mal, der falsche Zeitpunkt.
Ich denke, ich muss näher bei mir bleiben, mich weniger durch solche Aktivitäten ablenken.
Ich führe ein Leben, das ich nicht wollte und versuche, es zu meistern

10.09.2019 20:03 • x 3 #9


Ires


Zitat von Helli:
Hallo,
wirklich spannende Fragen, darüber muß man erstmal etwas nachdenken


Spontan:



Kann ich nachvollziehen. Gibt es - aus dem Bauch heraus - Wünsche/Ideen usw, etwas Unnormales sozusagen?





Ich schließ mich Plenty an, die Mitte ist knifflig. Noch dazu bin ich inzwischen der Meinung, es gibt einfach Menschen, die sind nicht "mittig" veranlagt, sondern eher exzessiv, verausgabend. Das eine ist nicht schlechter als das andere, auch wenn das Mittige normalerweise immer als "hochwertiger" angesehen wird.
Spannender Thread bestimmt, danke auf jeden Fall schonmal


Das finde ich spannend, was du schreibst
Einerseits denke ich, ich müsste jetzt langsam mal ein vernünftig sein, und andererseits wünsche ich mir die chaotischen Zeiten zurück. Nein stimmt nicht ganz, nur einen Teil davon, meine Leichtigkeit und Unbeschwertheit aus dieser Zeit

Es fehlt halt die Spannung irgendwie

10.09.2019 20:09 • x 2 #10


Helli


Zitat von Ires:
Einerseits denke ich, ich müsste jetzt langsam mal ein vernünftig sein


Ja, ich kenne diese Selbstgespräche mit mir auch
Das letzte Mal bin ich ganz hart so vor 15 Jahren darüber mit mir zu Gericht gegangen, und seitdem sag ich mir: Is`so

Aber uns trennen gut 20 Jahre, wer weiß

Es ist eben auch eine Frage des Temperaments. Auf Zeiten völliger Verausgabung, sei es in emotionaler Hinsicht oder in Hinsicht auf Arbeit/Familie folgen dann eben Zeiten der Stille. Ich beobachte das so: Andere haben ein gleichbleibendes, um nicht zu sagen monotones Energielevel, bei Anderen schwankt es extrem. Es ist nur wichtig, daß man in seinen Kreisen akzeptiert und zu manchen Zeiten sogar toleriert wird und ich bin auch froh, "monotone" Menschen um mich zu haben, die mit offenen Worten nicht sparen

Im Bezug auf Partnerschaft ist das nochmal eine andere Frage. Du schreibst, Dein letzter Partner habe Deine Unbeständigkeit kritisiert. Inwiefern?
Ich frage, weil Du ja schreibst, eine Partnerschaft sei durchaus interessant für Dich

10.09.2019 20:20 • x 2 #11


Ires


Zitat von Babs54:
Hallo Ires,
In weiten Teilen kann ich dich sehr gut verstehen.
Wir sind fast gleich alt. Ich "wurde getrennt" und lebe seit Jan. in meiner eigenen Wohnung.
Viele unterschiedliche Gefühle, Erwartungen und Fragen prasseln auf mich ein.
Ist das jetzt mein Leben? Bleibt das so? Wird es nochmal richtig schön? Ist das schon schön genug? Wars das?
Inzwischen versuche ich, nur noch kurz zu denken, also nicht weit in die Zukunft.
Hab mich kurzzeitig durch Single B. angelenkt. War für mich "Käse". Vermute auch mal, der falsche Zeitpunkt.
Ich denke, ich muss näher bei mir bleiben, mich weniger durch solche Aktivitäten ablenken.
Ich führe ein Leben, das ich nicht wollte und versuche, es zu meistern


Hallo Babs

besonders der letzte Satz trifft es.
Nur bei mir ist es so, dass ich nie genau wusste, was für ein Leben ich führen wollte.
Eigentlich wollte ich immer das, was ich grade nicht hatte.
Hab ich alles therapeutisch beleuchtet, bis in die letzte Ecke.

Ich will einfach nicht, dass mein Glück oder Unglück davon abhängt, ob ich eine Beziehung habe oder nicht!

Ziel ist wohl (noch)nicht erreicht

10.09.2019 20:26 • x 3 #12


Gretaa


Hallo Ines, du sprichst mir aus der Seele, aber Beziehungen sind auch nicht Lösung kann ich dir sagen.

Ich bin vergeben, nach einem beständigen Auf und Ab haben wir uns nun nach Jahren eingependelt, verstehen uns bestens, der Kick kommt mittlerweile allerdings nur mehr, wenn wir uns streiten (ca. alle 3 Monate) und das Adrenalin ins Blut schließt. Ansonsten geht es uns in jeglicher Hinsicht mehr als gut, beruflich, finanziell, privat.

Wie man sieht sind Beziehungen leider oder auch gut, nicht das Patentrezept für ein erfülltes Leben. Vermutlich geht es uns einfach zu gut!

10.09.2019 20:27 • x 2 #13


Ires


Zitat von Helli:
Im Bezug auf Partnerschaft ist das nochmal eine andere Frage. Du schreibst, Dein letzter Partner habe Deine Unbeständigkeit kritisiert. Inwiefern?
Ich frage, weil Du ja schreibst, eine Partnerschaft sei durchaus interessant für Dich


Wir sind nach über 10 zusammen gezogen und nach zwei Jahren wollte ich lieber wieder eine eigene Wohnung, da hat er sich getrennt
Dass eine Partnerschaft für mich interessant wäre hab ich geschrieben?
Würde ich nicht ausschließen, ist aber im Moment nicht ganz oben auf meiner Liste

10.09.2019 20:36 • x 2 #14


Helli


Entschuldige, vielleicht hab ich Deinen Eingangsbeitrag missinterpretiert; Du hattest etwas von Beziehungen geschrieben und Beständigkeit.

Zitat von Ires:
Wir sind nach über 10 zusammen gezogen und nach zwei Jahren wollte ich lieber wieder eine eigene Wohnung, da hat er sich getrennt


Na, ob ich hier die Richtige für Dich bin
Ich finde es bemerkenswert, daß Du überhaupt mit ihm zusammengezogen bist Das kommt für mich (ich sag mal: Momentan) überhaupt nicht mehr in Frage. Problematisch kann so etwas sein, weil das völlig irrtümlicher Weise als mangelnde Liebe etc. interpretiert wird, was es ja mitnichten ist.
Aber das Thema muß ja dann gar nicht so vertieft werden.
Ich muß ein bißchen nachdenken, das sind ja die ganz großen Fragen. Schön, daß Du sie stellst

10.09.2019 20:50 • x 3 #15