Gib dir Zeit.
Du wirst sicherlich diese Entscheidung noch oft anzweifeln. Genau so wie du im umgekehrten Fall vermutlich auch noch oft hadern würdest.
Es entspannt sich nicht alles von jetzt auf gleich.
Ja, du hast sicherlich einiges nicht mehr gewertschätzt.
Das geht mir ganz genau so und ich habe denselben Vorwurf gehört (in unserem Fall ging es um Valentinstag und darum, dass ich nichts besorgt hatte für ihn, umgekehrt aber schon). Die Ansage hat mich auch total runtergezogen und sofort war ich wieder in der Spirale: "wenn ich mir nur wieder mehr Mühe gebe und liebevoller mit ihm bin, DANN....JA DANN..."
Ich glaube fast, dass dieser Konjunktiv eine meiner Haupttriebfedern gewesen ist: der Konjunktiv und die Hoffnung.
Andererseits kenne ich mich. Ich weiß, auch wenn ich es nicht bewusst notiert habe, dass ich im Laufe der Jahre immer wieder Anlaufe genommen habe, genau diese.
Klar bedeutet Liebe auch das, sich immer wieder anzustrengen und Mühe zu geben. Aber grundsätzlich sollte das Gefühl stimmen: wenn es lange, d.h. monate- und jahrelang immer wieder Zweifel an der Beziehung und Trennungsgedanken gibt, dann stimmt halt die Basis nicht mehr wirklich.
Vielleicht könnt ihr ja mit der Therapie und etwas Abstand neu anfangen. Aber den Abstand solltet ihr euch geben und Du dir vielleicht auch die Zeit, doch mal in Ruhe hinzusetzen, in dich hinein zu hören und zu überlegen , welche Ziele du für dich selbst hast und wie ein Leben aussehen kann, mit dem du (schätzungsweise) zufrieden und glücklich bist.
Zitat von Zweiflerin:Er meinte, ich wäre ja auch so oberflächlich mit ihm umgegangen wie er mit mir
Das ist so eine "Du hast aber auch..."-Geschichte.
Ihr habt beide.
Klar.
Zum Klatschen braucht's zwei Hände und es wird sich sowieso nicht rekonstruieren lassen, wer "angefangen" hat.
Du fühlst dich vielleicht angegriffen, weil du weißt, dass er doch ein wenig recht hat? Diese "Schuld" will niemand und es ist, glaube ich, normal, sich erstmal zu wehren und das von sich zu weisen...ob das langfristig hilfreich ist?
Ich versuche grade eine Haltung dazu anzunehmen, dass ich mir sage: "ja, ich habe oft so und so reagiert und ja, ich war und bin sicherlich oft ungerecht zu ihm. Ich bemühe mich, es an den Stellen, an denen es mir auffällt, abzustellen, mich weniger provoziert zu fühlen: er ist nun mal so und seinen Eindruck einfach als (S)EINEN Eindruck zu akzeptieren und gültig stehen zu lassen."
Immerhin hätte er im Laufe der letzten Monate ja nun durchaus auch Gelegenheit gehabt, diese Dinge mal anzusprechen und daran zu arbeiten, wenn er damit unzufrieden war. Hat er aber auch nicht.
Mir zumindest est geht es in den letzten Tagen auch - trotz aller Vorwürfe und Zweifel - immer wieder so, dass ich denke: "ok, das war schon auch richtig." wenn wir wieder über dasselbe Thema zum x-ten Mal diskutieren und ich eine Erleichterung verspüre, weil ich z.B. nächstes Jahr die Diskussion um den Urlaub ganz einfach nicht mehr führen muss. Nie wieder.
Warum fühlst du dich nicht wohl? Kannst du das beschreiben?
Zitat von Zweiflerin:Mich macht es so fertig, dass ich nicht weiß, was ich will!
Muss man das immer ganz genau wissen?
Ich weiß noch, in meinem Thread habe ich das irgendwann mal geschrieben...weil beständig Menschen zu mir sagten: du musst erstmal wissen, was du selbst willlst..."
Und genau DAS ja das Problem war.
Ich habe klein angefangen und erstmal geschaut, in welchen Situationen und Umgebungen ich mich so täglich uns wöchentlich wohlfühle oder wo/wann/wie/mit wem es mir gut geht.
Das habe ich notiert.
Dann habe ich geschaut: was war es wohl? Was sind die Eigenschaften der Orte/Situationen/Menschen? Was macht dass ich mich gut fühle? Kann ich das auch selber? Wie kAnn ich das in mein Zuhause holen (das führt hier übrigens grade zu großen Renovierungsplänen: Holz statt Fliesen!).
Dann etwas größer gedacht: wenn das hier alles ein Wunschkonzert wäre? Was wäre dann?
Kann man vielleicht kleine Teile davon...?
Und so weiter.
Mein Nochmitbewohnermann kam in vielen dieser Ideen, Situationen und Projekten kaum vor.
Hauptsächlich in jenen, in denen es um Gewohnheit ging.