Nach einem weiteren Monat melde ich mich wieder hier zurück. Seit meinem Auszug sind es jetzt gute 10 Monate her. In den letzten wenigen Wochen hat sich aber bei mir im Inneren doch Merkliches getan, das mir hilft, zu hoffen, dass ich es doch schaffe.
Ihr habt mir vor einigen Wochen geschrieben und versucht, mich aufzubauen. Vieles habe ich gelesen und auch gehört. Doch vieles ist derzeit nicht wirklich in meinem Inneren "angekommen" , es sickert aber allmählich durch. Manche, so wie ich es halt bin, brauchen halt länger
Nun, vor ca 4 Wochen hatte ich das Gefühl, dass etwas, vergleichbar mit einem "emotionalen Band" zwischen uns aufgehoben wurde. Dabei war ich mir sicher, dass das nicht von mir kam. Das ist aber auch egal. Ich spürte in diesem Moment, dass es mir sofort besser ging.
Dann kam bei mir innerlich ungefähr zu dieser Zeit auch ein inneres Bild vor Augen, das mir symbolisch zeigte, was Ihr versucht habt, mir zu erklären.
Ich sah ihn und ich in einer Umarmung. Je enger er mich zu halten versuchte, umso mehr bohrte sich ein Holzpfeiler in meine Brust. Je mehr er mich in seine Nähe zog, desto mehr Schmerzen verspürte ich, desto mehr starb ich. Dieses Bild vor Augen, das ich wegen meiner fehlenden künsterlischen Ader nicht zeichnen kann und besser wohl auch nicht sollte, zeigte mir so deutlich auf, wie richtig meine Entscheidung war, zu gehen.
Es gibt noch kurz etwas traurige Momente. Ich muss immer noch viel an ihn denken. Aber die Zweifel an meiner Entscheidung zu gehen, die zehren jetzt nicht mehr an mir.
Damit sind nun neben der Hoffnung, alles wird gut, die ich ja doch sehr lange hatte, nun auch Zweifel gewichen.
Nicht alles ist klar, aber einiges klärt sich. Und ich fange an, an Kleinigkeiten Freude zu gewinnen. Ich fange an, nach vorne oder den Berg hinauf zu blicken und nicht mehr nach hinten.
Ja, ich bin nach diesen 10 Monaten in einer eigenen Wohnung noch nicht so weit, dass ich sagen kann, dass ich das Leben wieder genießen kann. Aber die Unternehmungen, die ich nun so angehe, wie Sport, oder heute einen Gang in eine Ausstellung und das sogar allein

, mache ich nicht aus Vernunftsgründen mehr, um mich abzulenken und meinen "toten" Körper zu beschäftigen, sondern weil ich mich freue, diese Dinge nun zu tun.
Ich weiß auch, dass ich irgendwann an mir arbeiten muss, damit ich weiß, warum manche Dinge so gelaufen sind und wie ich Dinge ändern kann, damit ich wieder komplett glücklich sein kann. Aber soweit bin ich noch nicht. Doch ich habe das Gefühl, dass es nicht mehr lange dauert.
Nur zu gerne möchte ich hier irgendwann schreiben, dass ich gefühlsmäßig es doch geschafft habe, diese Trennung überwunden zu haben. Es darf nicht sein, dass ich wegen eines anderen Menschen, den ich noch nie wie irgend etwas anderes geliebt habe, so viel Macht über mein Leben gebe, dass ich nicht mehr glücklich werde. Dahin muss und will ich noch kommen.
Liebe Grüße an Euch alle
SusanneJ