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Was tun, wenn die guten Erinnerungen Sehnsucht wecken?
@Schattenseite Ich sehe in als Narzisst, kann auch falsch sein. Sie können keine Kritik ertragen. Dann kämpfen sie bis zum Letzten. Sie dürfen auf keinen Fall schuld sein. Ich hätte tierisch Angst bekommen, wenn mir jemand die Kehle zudrückt. Ich hätte nicht mit in seine Wohnung gehen könne.
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x 1#106
HeavyDreamy Mitglied
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Zitat von Schattenseite:
Er holte ihn und einen Kumpel von irgendwo mit dem Auto ab, obwohl die Burschen ein D- Ticket hatten. Am nächsten Tag fuhren wir beide per Bahn zu einer Veranstaltung (er konnte kostenlos auf meiner Karte mitfahren) und die Rückfahrt war die Hölle wegen Regen, Verspätung des Zuges etc. Ich machte meinem Ärger darüber Luft, daß er für uns nicht das Auto genommen hatte und wir jetzt mitten in der Nacht naß irgendwo in der Pampa stehen, während er für seinen Sohn und dessen Freund sofort ins Auto springt und mich stehen läßt.
Auch hier wieder, du warst ihm nicht wertvoll genug, dass er das Auto nimmt. Er aber nahm gerne kostenlose Fahrten an.
Eine Frage noch wegen deinen Erkrankungen:
Wie bestreitest du generell deinen Alltag? Hast du Hilfe von aussen? Ambulante Wohnbegleitung? Soziotherapie? Eventuell eine Betreuung? Und wie alt sind deine Kinder? Hast du da auch Unterstützung von Jugendamt? Familienberatung?
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#107
A
Was tun, wenn die guten Erinnerungen Sehnsucht wecken?
x 3
R
reader001 Mitglied
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Zitat von Schattenseite:
Die letzte Bahn nach Hause war weg und wir allein auf der Straße weit nach Mitternacht. Da packte er mich plötzlich am Hals, drückte fest zu und schüttelte mich, schrie dabei: “Mach doch einfach, was ich sage, und halt bei gewissen Sachen den Mund, ist das denn so schwer zu kapieren?!“ Ich war wie gelähmt. Trotzdem ging ich mit ihm mit in seine Wohnung. Ich ging immer wieder mit ihm mit.
meine Güte, das liest sich wie in einem schlechten Thriller. Da überlegst du ernsthaft zurückzugehen? Ich denke, die Trennung wird stark von deinen psychischen Störungen und Erkrankungen geprägt, genauso wie sie dich in die Abhängigkeit von einem Mistkerl gebracht haben.
Mir fällt es sehr schwer, mit depressiven Menschen umzugehen, vllt. weil meine Mutter depressiv war...
Ich denke für dich ist eine Trennung besonders schwierig, weil du nur eine geringe Resilienz hast.
Allerdings Rückkehr ist absolut keine Option für dich, das ist ja übel was der Typ abgezogen hat, fast schon kriminell.
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x 2#108
S
Schattenseite Mitglied
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@HeavyDreamy die Große ist schon ausgezogen und die Jungs sind 17 und 11 Jahre alt. Wenn sie morgens zur Schule/ in die Lehre gegangen sind, lege ich mich nochmal hin. Ab Mittag ist der Haushalt dran und ich koche konsequent jeden Tag. Der Kleine kommt 14-15 Uhr aus der Schule, dann haben wir unsere Zeit, bis der Große gegen 17:00 Uhr eintrudelt. Montags begleite ich ihn zum Schwimmen. 18-19 Uhr gehe ich fast täglich einkaufen, mal mit, mal ohne Kind. Der Große schläft um die Zeit meist nochmal und der Jüngere sitzt am Schlagzeug oder seiner Gitarre. Abends wasche ich oder koche nochmal, kommt darauf an, was dran ist. Zwei Jungs sind sehr gute Esser. Wenn sie im Bett sind, schreibe ich üblicherweise Gedichte (geht zurzeit nicht), lese etwas oder telefoniere. Zweimal pro Woche habe ich Therapie (Gruppe und Ergotherapie), einmal im Monat Psychiater, aller drei Monate Schmerzarzt, Physiotherapie nach Bedarf. Am Wochenende unternehmen wir immer etwas, heute z.B. Jahrmarkt, morgen Gitarre üben bei Freunden. An die Playstation gehen sie nur am Wochenende. Einmal im Jahr fliegen wir in einen Auslandsurlaub für eine Woche. Unser Leben ist ziemlich überschaubar, aber ruhig und relativ strukturiert.
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x 1#109
S
Scheol Mentor
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@Schattenseite
Zitat:
Trotzdem ging ich mit ihm mit in seine Wohnung. Ich ging immer wieder mit ihm mit.
Fawn Response / der Bambi Effekt / die Unterwerfung zum Täter als Überlebensstrategie.
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#110
S
Scheol Mentor
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@Schattenseite
Zitat:
aller drei Monate Schmerzarzt,
Wegen was ?
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#111
S
Schattenseite Mitglied
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@reader001 der „gesunde“ Teil in mir weiß das, der kranke sogar auch. Ich hatte noch nie zuvor über die Situation oben gesprochen oder geschrieben, und sie jetzt zu lesen, schockiert mich selbst. Ich hatte sie mal wieder verdrängt. Es war ja immer was los, ein falsches Wort, ein Widerspruch oder die kleinste Kritik, und er machte Drama, wurde ausfallend, ließ mich stehen und fuhr weg oder warf mich aus seiner Wohnung (teilweise mit meinem Kind). Aber angeblich war ICH IMMER der Auslöser, vor mir sei er nie so gewesen. Das kann ich mir nicht vorstellen. Selbstreflektion ist nicht seine Stärke, Diagnosen verteilen (ich sei eine Narzisstin) und auf meiner Krankheit rumhacken dafür schon. So kann ich weder heilen noch stabil bleiben.
Durch die Trennung habe ich jetzt den kalten Entzug und er seine Ruhe vor mir.
Ihm nicht zu fehlen ist schwer auszuhalten, aber die Wahrheit, und der muß ich endlich ins Gesicht blicken.
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#112
S
Scheol Mentor
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Zitat von Schattenseite:
Eine andere Erinnerung, die sich jetzt gerade meldet: mein Ex sagte mir gefühlt rund um die Uhr, daß er mich liebt- und wollte diesen Satz dann genauso zurückhaben. Das machte mir Streß. Auch seine Sätze wie: „Noch nie habe ich so stark geliebt wie bei dir!“ hat er dann ebenso zurückerwartet.
Das gesagte und sein Verhalten stimmen aber nicht über ein! Und da ist es dann immer auffällig bei solchen Personen.
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x 2#113
S
Scheol Mentor
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Zitat von Schattenseite:
danke Dir, daß Du mein enormes Bedürfnis nach Liebe erkennst und tolerierst, ohne mich deswegen abzuwerten. Weine jetzt erstmal.
ich denke, dass dich bis jetzt hier keiner irgendwie abgewertet hat. Wo ist es nicht immer sehr einfach für eine Person ein Realitätscheck zu bekommen und das normale gezeigt zu bekommen. Abwertet hatte sich dein Ex Partner immer. Hier habe ich noch kein Mitglied gesehen, was dich bis jetzt abwertet hat.
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#114
S
Schattenseite Mitglied
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@Scheol die Bandscheiben in meiner LWS lösen sich auf, ich habe da beidseitige Arthrosen, Spondylosen, ausgeprägte Osteoporosen und noch irgendwas, außerdem Ödeme an der gesamten Wirbelsäule und eine Armplexuslähmung aufgrund einer Geburtsverletzung. Meine Lendenwirbel verwachsen miteinander und ich versteife. Mancher Arzt rät zur OP, aber solange ich die Schmerzen ertragen kann, möchte ich das nicht.
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x 1#115
S
Scheol Mentor
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@Schattenseite
Zitat:
seine Bewegungen, seinen Intellekt, seine unbekümmerte Art, seine ständige Bereitschaft zum Sex, seine Eloquenz, seine Textsicherheit bei fast allen Songs, die wir mögen, sein unendliches Kuschelbedürfnis, seine Hilfsbereitschaft, seine Haarlinie, seine Augen, seinen Bauch, seine Füße- es ist sooo vieles …
Sein Intellekt ist zu groß, dass er Frauen missachtet und verachtet die Bücher schreiben.
IQ hat nichts mit EQ oder SQ zu tun.
Eine Passion kann sehr intelligent sein von Wissen, aber eine emotionalen Intelligenz hat ihr nicht. Eine soziale Intelligenz auch nicht, wie man von deinen Berichten sehen kann.
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x 1#116
S
Schattenseite Mitglied
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@Scheol das stimmt und überrascht mich. Ist das nicht bekloppt? Ich rechne schon automatisch damit. Irgendwie waren die letzten Jahre wie eine Gehirnwäsche: „Funktioniere so, wie ich das will, oder du bist nichts wert/ kompliziert/ borderlinekrank/ hast einen riesigen Treffer.“
Habe ich funktioniert, war ich seine „Traumfrau“ (ich mochte die Bezeichnung nie und fand das auch übertrieben) und das beste, was ihm je passiert ist. Habe ich nicht „funktioniert“, war ich der übelste Mensch, schädlich, gestört, narzisstisch usw.
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#117
HeavyDreamy Mitglied
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Zitat von Schattenseite:
Unser Leben ist ziemlich überschaubar, aber ruhig und relativ strukturiert.
Ja, das lese ich auch aus deinem Beitrag heraus Danke für die Offenheit
Zitat von Schattenseite:
Zweimal pro Woche habe ich Therapie (Gruppe und Ergotherapie), einmal im Monat Psychiater, aller drei Monate Schmerzarzt, Physiotherapie nach Bedarf.
Zitat von Schattenseite:
18-19 Uhr gehe ich fast täglich einkaufen, mal mit, mal ohne Kind
Wie kommst du zu den Ärzten und wie erledigst du deine Einkäufe, da du ja auch körperliche Probleme hast?
@HeavyDreamy zu Fuß bzw. mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Getränke und größere Einkäufe hat mir mein Exfreund gefahren- von sich aus, ich habe das nie verlangt. Wird Dich nicht überraschen, aber im Streit warf er mir mal vor, ihn auszunutzen. Das war hart und stimmte nicht. Er ist der Typ Mensch, der ständig seine Hilfe und Unterstützung anbietet und sich freut, wenn man sie annimmt. Fünf Leute wollen zur Disco? Er fährt. Jemand zieht um? Er schleppt. Manchmal drängte er mir das regelrecht auf, obwohl ich schon zweimal „nein danke“ gesagt hatte. Nachfragen (um mich zu verunsichern?), um mich zu überzeugen konnte er gut.
Ein wenig Stolz und Würde wollte ich mir bewahren und mich nicht vollends abhängig von ihm machen, daher regelte ich viele Wege allein, auch wenn das länger dauerte oder beschwerlicher war.
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x 1#119
S
Schattenseite Mitglied
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@reader001 ja, ich glaube, diese Beziehung war wie ein Katalysator für meine Störungen. Und ich will auch erstmal keine Beziehung mehr eingehen, sondern das Alleinsein mit mir erlernen und aushalten. Mir selbst Ruhe und Stabilität geben.