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Was tun, wenn die guten Erinnerungen Sehnsucht wecken?

HeavyDreamy
Zitat von Schattenseite:
zu Fuß bzw. mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Getränke und größere Einkäufe hat mir mein Exfreund gefahren- von sich aus, ich habe das nie verlangt. Wird Dich nicht überraschen, aber im Streit warf er mir mal vor, ihn auszunutzen.

Er bot Hilfe an, erwartete aber dass du sonst deinen "Mund" hältst - uh das kenne ich, leider von meiner eigenen Mutter.

Ich habe im Laufe meiner Erkrankungen ein eigenes Leben aufgebaut, mit Hilfe von einer Betreuung.
Für mich war es immens wichtig, von niemanden abhängig zu sein. Ich hab das auch geschafft.
Ich lebe mein krankes Leben in Selbständigkeit und konnte vor einem halben Jahr auch meine Betreuung wieder abgeben.

Ich möchte auch nie, dass mein Sohn sich verpflichtet fühlt, mir helfen zu müssen.

Wenn mir jemand helfen will, dann nehme ich das an. Wenn ich merke, ich muss dafür "Gefälligkeiten" machen, brauche ich so eine Hilfe dann absolut nicht, wie du auch schreibt, wegen Würde!

Zitat von Schattenseite:
Ein wenig Stolz und Würde wollte ich mir bewahren und mich nicht vollends abhängig von ihm machen, daher regelte ich viele Wege allein, auch wenn das länger dauerte oder beschwerlicher war.

Leider hast du dich aber sehr abhängig gemacht von ihm, emotional und auch gefordert, wegen Auto, warum er dir das nicht anbietet (Zugfahrt).

Da möchte ich dir noch Mal schreiben:
Wenn dir jemand von sich auch das Auto anbietet, gerne annehmen, aber ja, wenn du merkst, das ist keine selbstlose Hilfe, sofort abblocken! Ganz wichtig, um eben deine Würde und Unabhängigkeit zu wahren!

Du weisst, dass du wegen deiner Erkrankungen, die du hast, Pflegegrad beantragen kannst?
Die gehen dann nämlich auch für dich einkaufen Lachendes Gesicht
Da brauchst du dann deine Kinder nicht mehr und - solltest du neues kennenlernen - auch da nicht mehr Lachendes Gesicht

Zitat von Schattenseite:
Und ich will auch erstmal keine Beziehung mehr eingehen, sondern das Alleinsein mit mir erlernen und aushalten.
Mir selbst Ruhe und Stabilität geben.

Thats it!

Ruhe, Stabilität und Unabhängigkeit ist im Krankheitsfall einfach wahnsinnig viel wert Lachendes Gesicht

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S
@Sincerite na ja, in seinen Augen bin ich ja die Narzisstin. Er würde niemals in Therapie gehen, hat er gesagt.
Ich konnte seine Ausbrüche ertragen, weil der Vater meiner Tochter damals viel schlimmer war, richtig brutal und gewalttätig. Der hat mich z. B. mal an den Haaren zu Boden gerissen, da kippte der Kinderwagen samt Kind darin um. Ich bekam eine unbefristete Gewaltschutzverfügung gegen ihn durch, er darf sich mir nie wieder nähern. Dennoch stalkte er uns fast 18 Jahre lang und zerrte sie und mich immer wieder wegen des Umgangs vor Gericht.
So gesehen waren die Aktionen meines letzten Freundes harmlos.

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A


Was tun, wenn die guten Erinnerungen Sehnsucht wecken?

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R
Zitat von Schattenseite:
Durch die Trennung habe ich jetzt den kalten Entzug und er seine Ruhe vor mir.

Ihm nicht zu fehlen ist schwer auszuhalten, aber die Wahrheit, und der muß ich endlich ins Gesicht blicken.

es ist wirklich sehr schwierig, deine Aussagen angemessen einzuordnen. Du leidest darunter, dass er dich nicht liebt ? gibst dir noch die Schuld an deiner Trennung und machst dir Vorwürfe dass er gelitten hat? und empfindest die Trennungsschmerzen vllt. sogar als angemessene Bestrafung für dich?

Man spürt wie sehr du leidest in deinen Sätzen, auch unter dir selbst. Deine Bewertungen der Situation werten dich selbst ab und dies quält dich natürlich.

Ich hab mir nach meiner Trennung auch sehr schwere Vorwürfe gemacht obwohl meine Ex fremdgegangen ist und mich verlassen hat.

Vllt. ist ja die Vorstellung alles falsch gemacht zu haben besser als weiter hilflos Entscheidungen von anderen ausgeliefert zu sein ?

Vllt. hilft es dir dein Wertesystem neu zu ordnen, die basics von menschlichen Miteinander dir klarzumachen?

Selbstakzeptanz ist der Schlüssel. Ist natürlich leicht gesagt, wenn man nicht depressiv ist.

Ganz sicher aber ist:
Er hat deine psychischen Leiden vollkommen falsch "behandelt", hat nur Salz auf deine Wunden gestreut.

Du wirst ihm fehlen, weil er jetzt niemand mehr zum abwerten hat.
Trotz alledem musst du auch ohne ihn die Last deiner Erkrankungen tragen, deine Depression wird durch die Trennung nicht geheilt, aber vllt. wird sich das Gesamtbild verbessern.
Trau dich allein zu bleiben und dir soziales Netz aufzubauen von verlässlichen Menschen.

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S
@HeavyDreamy Hut ab vor Dir und Deiner Leistung! Da will ich eines Tages hinkommen.
Nee, vom Pflegegrad weiß ich nichts, habe aber einen Schwerbeschädigtenausweis (50%).
Ja, ich habe es danach bitter bereut, ihm das fehlende Auto einmal vorgeworfen zu haben, er hat mir da ja auch sofort gezeigt, wo mein Platz ist.
Generell wurde ich immer stummer im letzten Jahr. Ihm fiel das gar nicht auf. Es kamen keine Nachfragen an mich. Wenn wir Gespräche führten, redete er Dreiviertel der Zeit. War sein Sohn dabei, überboten sie sich gegenseitig, man wußte nicht, wem man zuhören sollte und oft schrieen sie sich schließlich an, es war unerträglich. Natürlich (angeblich) auch nur, wenn ich da war, sonst kamen sie harmonisch miteinander aus, sagte er. Wieder eine Klatsche an mich. Warum kam er dann aber nach jeder von ihm ausgesprochenen Trennung wieder an? Wollte er nur meine Aufmerksamkeit? War ich tatsächlich dermaßen austauschbar / ersetzbar für ihn?

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S
@reader001 da ist viel dran an Deinen Worten. In mir kommt dieser Tage sehr viel hoch. In meiner letzten Beziehung war kein Raum für Reflektion, er lehnte das total ab, verbot mir, über meine Vergangenheit zu reden und wollte nur das Positive, was ja grundsätzlich nicht verkehrt ist. Aber ich bin ein Gesamtpaket wie jeder Mensch und nahm ihn ja auch, wie er war, versuchte zumindest, mit seinen Ecken und Kanten klarzukommen.
Ja, vielleicht „fehlt“ mir sogar seine (Ab-) Wertung und deshalb mache ich mich aktuell selbst so fertig.

#125


HeavyDreamy
Zitat von Schattenseite:
Hut ab vor Dir und Deiner Leistung! Da will ich eines Tages hinkommen.

Zitat von Schattenseite:
Nee, vom Pflegegrad weiß ich nichts,


Rede mit deinem Lieblingsarzt darüber. Der kann dir helfen, wie du vorgehen musst, um Pflegegrad zu beantragen.


Zitat von Schattenseite:
Generell wurde ich immer stummer im letzten Jahr. Ihm fiel das gar nicht auf.

Naja, ihm wars ja so recht, weil "du deinen Mund halten sollst". Wenn man mit dem Partner nicht über alles reden kann, wird man "still". Also eben auch ne ungesunde Sache.


Zitat von Schattenseite:
Warum kam er dann aber nach jeder von ihm ausgesprochenen Trennung wieder an? Wollte er nur meine Aufmerksamkeit? War ich tatsächlich dermaßen austauschbar / ersetzbar für ihn?


Zitat von Schattenseite:
Ja, vielleicht „fehlt“ mir sogar seine (Ab-) Wertung und deshalb mache ich mich aktuell selbst so fertig.


Weil du ihn jedes Mal eben wieder zurückgenommen hast? Und er dann weiterhin schön den Respekt vor dir verloren hat.
Der dachte: "Man, wie blöd is die, mit der kann ich machen, was ich will und die nimmt mich immer wieder"

Dir fehlt nicht die Abwertung direkt, sondern generell das "lebendige Leben" Lachendes Gesicht
Dich als Frau fühlen, geliebt zu werden, Diskussionen zu haben (gesunde aber und nicht ungesunde Diskussionen)

#126


S
Ich werde diesen Thread jetzt einfach dazu nutzen, noch ein paar ungute Erinnerungen aufzuschreiben, um sie a) aus meinem Kopf zu bekommen und b) mir vor Augen zu führen. Als Antidot fürs Vermissen, sozusagen.

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S
- meine Katzen fand er entweder „häßlich“ (hat er wirklich gesagt) oder „zu dick“, seine war die schönste und außergewöhnlich intelligent

- wußte ich einmal etwas genauer als er (nicht nur er hat Lebenserfahrung oder Abitur), sah er mich manchmal mitleidig lächelnd an und tätschelte großzügig nickend meinen Arm

- manche Geschichten, die wir gemeinsam erlebt haben, baute er zu seinen Gunsten um


- sein latent frauenverachtendes Verhalten färbt auf seinen Sohn ab: als wir mal mit unseren Jungs im Auto saßen und an einer Mc Donald‘s Filiale vorbeifuhren, erzählte der Bengel, wie seine Freundesgruppe die Bedienung „aufgemischt“ hätte und fast Hausverbot bekam, worauf ich entgegnete, ich hätte mir das an Stelle des Personals ebenfalls nicht bieten lassen und sie rausgeworfen- daraufhin tönte er: „Dann hättest du von meinen Jungs aufs Maul bekommen, aber sowas von!“ - ich fand das richtig respektlos und war erstmal sprachlos, wies seinen Vater später unter vier Augen darauf hin, daß ich mir da Unterstützung von ihm gewünscht hätte, und das schlimme war, er tolerierte das Verhalten seines Sohnes mir gegenüber und spielte es herunter- Pubertät, Machogehabe, bla bla, ich solle das nicht überbewerten- ich war unglaublich traurig und auch wütend darüber und fühlte mich doppelt verbal geschlagen- er verstand das nicht und wurde wütend, weil ich es überhaupt zur Sprache brachte und es in seinen Augen überbewertete- da fragte ich ihn, ob er wenigstens die Mutter des Jungen verteidigt hätte, wenn sie das an meiner Stelle zu hören bekommen hätte- und seine Antwort war „Nein. Wieso auch?“

x 1 #128


S
- er wurde meist nur richtig hart, wenn er mir dabei (mehrfach) ins Gesicht schlug, andere „Werkzeuge“ einsetzen, um mich „zu bestrafen“, mich versuchte, mit einem Kissen zu ersticken, bis ich mich unter Luftnot freistrampelte, mich bis kurz vor der Bewußtlosigkeit würgte- aber das hatte ich ihm ja alles freiwillig erlaubt, weil er es in der Beziehung mit mir entdeckte und ich es liebte, ihn glücklich zu machen (ich bin sicherlich unterwürfig, aber nicht masochistisch veranlagt)

x 1 #129


S
Häufig sagte er, ich würde ihn mit meiner Meinung/ Widersprüchen/ Kritik/ meinem Tonfall „krank machen“, ja, sogar „zerstören“. Glaubt mir, das hatte ich nicht im Sinn. Manchmal habe ich ihn von der Seite geknufft, wenn er es mit seinen Bemerkungen übertrieb, woraufhin er behauptete, ich würde ihn „schlagen“. Nein, das tat ich definitiv nicht.
Im laufe der Zeit zuckte ich manchmal weg, wenn er seine Hand ruckartig hob, was daran lag, daß er im Bett zeitweise so unberechenbar austeilte.

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S
In unserem ersten Jahr nahm ich drei Kilo zu und mir sieht man das immer gleich im Gesicht an. Er wußte, daß ich meine langjährige Bulimie noch nicht sehr lange im Griff hatte und warf mir die Gewichtszunahme vor, meinte, man sähe es sofort und er „würde sich das noch etwa 10 Kilos lang angucken, danach wäre Schluß“. Ehrlich, ich dachte, ich zerbreche daran und verfiel für eine Woche vollkommen zurück in meine Eßstörung, nahm 2kg ab und haßte mich selbst mal wieder. In der Zeit hatte ich mich von ihm ferngehalten und einer gemeinsamen Freundin mein Herz ausgeschüttet.
Ihr Gespräch mit ihm brachte ihn zur „Raison“, mein Gewicht war nie wieder Thema zwischen uns beiden, aber der Stachel saß.

x 1 #131


S
Er bewertete fortwährend die Beziehungen Anderer und auch deren Äußeres. Wenn ich aber nur „zu lange“ in Richtung eines anderen Mannes schaute oder mir wagte, dessen Aussehen zu loben, flippte er aus: „Das ist typisch Narzissmus- den Partner eifersüchtig machen, du weißt genau, wie meine Eifersucht kickt, du verletzt mich absichtlich! Du hast mir Komplexe eingepflanzt!“

x 1 #132


S
Immer wieder übertrug er mir die Verantwortung für seine Gefühle und das überforderte mich.

#133


S
War ich mal verletzt, was ich häufig verbarg, um Stolz und Würde zu wahren und ihm nicht noch mehr Schwäche zu zeigen, weil ich Angriffe vermeiden wollte, wollte er nicht wissen, wieso, was vielleicht zu einer Klärung unserer Probleme beigetragen hätte, sondern es kamen eine Entschuldigung und seine Bitte, „mein großes Herz zu öffnen und ihm zu verzeihen, das könnte ich doch so gut“.
Und ich tat‘s.

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S
Sein Geiz. Er stand auch dazu und erzählte oft, wie die Mutter seines Sohnes und er einmal um etwas gewettet hatten und der Einsatz lautete, daß der Verlierer ein Drei- Gänge- Menü kreierte. Sie verlor und der erste Gang bestand aus … tadaaa: einem Teebeutel.
Er feiert das tatsächlich bis heute und ich weiß immer noch nicht, ob ich darüber lachen oder weinen soll.

#135


A


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