Zitat von Usambara: Ich komme mir so dumm vor.
Bist du nicht. Ich habe mich am Anfang auch ständig gefragt, wie ich so blöd sein konnte, das nicht zu merken. Aber wir sind/waren nicht blöd. Wir haben vertraut, wie man das in einer Partnerschaft auch sollte. Ich finde dich im Übrigen auch (vor allem in Anbetracht der geringen Zeitspanne, die vergangen ist) sehr reflektiert.
Zitat von Usambara: Es ist ein komplettes Gefühlswirrwarr. Traurigkeit, Wut, Zukunftsangst, Trübsal aber auch ein Funken Dankbarkeit hier und da.
Ja, kenne ich. Am Anfang ist es echt schwer, das sortiert zu bekommen. Ich habe viel mit Schreiben gearbeitet, hatte ein Journal (sogar mit Diagrammen
😁), das ich immer mal wieder verändert, ergänzt etc. habe. Irgendwann fiel mir dann auf, dass ich schon ewig nicht mehr reingeschaut hatte.
Zitat von Usambara: Ich bin existenziell recht gut aufgestellt. Habe einen guten Beruf und kann für mich selbst sorgen. Ich lebe in Frieden und es gibt überall um mich herum Möglichkeiten die es mir erlauben es mir gut gegen zu lassen.
Ich muß jetzt eben durch diese Situation durch. Und wenn ich hier mitlesen dass viele schreiben, die Zeit heilt alle Wunden, da muß ich darauf vertrauen dass das auch bei mir so sein wird.
Es ist lediglich mein persönlicher Traum zerplatzt dieses ist mein Anteil am Schmerz den ich verarbeiten muß. Diese große Enttäuschung, das Hintergangen worden sein....
Oft tauchen ganz ganz böse ganz niedere Gedanken auf wofür ich mich schäme aber ich sage mir dass ist jetzt alles der Prozess, ich kann dagegen nicht viel machen, würde fast um mich schlagen und die beiden gerne physisch verletzen mit gemeinen Worten beschimpfen das alles auf unterster Schublade.
So eine Situation fördert so einiges zutage um das man nicht wusste.
Das war/ist bei mir auch so (also guter Job, keine größeren finanziellen Sorgen). Das ist schon eine Riesenerleichterung, man hat dann "nur" (im Sinne von ausschließlich) die emotionalen Baustellen.
Böse Gedanken: Die darfst du haben. Die Gedanken sind frei! Ich hatte die auch. So lange man nichts davon in die Tat umsetzt, ist alles paletti. Die Wut muss raus und sich ihren Weg bahnen und das ist ein Ventil.
Noch heute "heißen" der Ex und Next in meinem Kopf wie zwei Schimpfwörter. Das tut keinem weh.
Zitat von Usambara: Mein Partner war eben auch mein bester Freund überhaupt.
Ja, das war bei mir auch so. Am Anfang habe ich mich oft so sehr danach gesehnt, mit ihm zu reden, dass es körperlich wehtat. Oft hatte ich auch schon das Telefon in der Hand. Angerufen habe ich aber nie (zum Glück).
Zitat von Usambara: Zum Beispiel nervt es mich gerade selber dass ich soviel drüber nachdenke über meinen Ex? Partner? Warum weshalb wieso er das gemacht hat? Wer zum Geier ist er eigentlich dass ich mich hier soviel damit beschäftige.
Ja, das nervt - ist aber am Anfang normal. Ich war auch sehr sauer, dass mein Ex, der mich eh schon so viel Lebensfreude und -zeit gekostet hat, dies nun noch mehr tat, indem er in mir dieses unproduktive Grübeln ausgelöst hatte. Ganz schlimm ist vor allem diese Frage, was man selbst falsch gemacht hat. Ich weiß nicht, wie es bei euch war - aber bei uns gab es schon ein paar Dinge, bei denen ich wusste, dass der Ex die lieber anders gehabt hätte. Da denkt man dann "Hätte ich nur ... a,b,c ... dann wäre das nicht passiert." Wissen wird man es nie - aber ich glaube nicht, dass das stimmt. Sofern in der Beziehung nicht ganz grob was schiefgelaufen ist, glaube ich, dass dieses "Gehen Knall auf Fall, ohne vorher auch nur einmal das Gespräch gesucht zu haben", vor allem mit der Persönlichkeit der Verlassenden zu tun haben. Irgendwann konnte ich mir auch eingestehen, dass manches vielleicht auch einfach nicht mehr so gepasst hat: Mein Ex ist z.B. einer, der zwar einerseits sehr viel Liebe geben kann, andererseits aber auch ein starkes Bedürfnis danach hat "gesehen zu werden". Das ist etwas, was ich nicht in dem Ausmaß bedienen kann und will, wie ihm das wichtig ist - und ich nehme tatsächlich an, dass Next das besser hinbekommt.
Zitat von Usambara: Eigentlich brauche ich ihn nicht. Trotzdem war es immer schön wenn wir zusammen waren. Mir hat das genügt. Ihm offensichtlich nicht.
Er hat immer viel und gerne geredet. Das war eine Schwierigkeit in unserer Beziehung, da ich davon oft überfordert war und auch für vieles das Interesse nicht so aufbringen konnte.
Aber über Dinge die ihm nicht passen zu reden darauf ist er wohl nicht gekommen.
Mit der Neuen? Alten? Schnalle da kann er sich so gut unterhalten das wäre so schön.
Ja, war hier auch so. O-Ton: "Mit X, das geht so tief."
Da konnte ich echt nur müde lächeln. Klar sind Gespräche mit einer neuen Partnerin, in die man auch noch akut verliebt ist, aufregender als mit der langjährigen Lebensgefährtin, die man in und auswendig kennt, die sehr vertraut ist und viel "berechenbarer". Diesen Punkt kannst du getrost abhaken.