Was mir nun alles so einfällt und passt:
Er hatte oft Konflikte vermieden, er konnte schlecht diskutieren und streiten. Zog sich danach ein bisschen zurück, spielte den beleidigten. Manchmal brach er das Gespräch ab, meldete sich erst am nächsten Tag wieder, dann aber noch ziemlich zurückhaltend. Oft musste ich ihn dann auch irgendwie "anlocken", damit er wieder ganz offen und locker mit mir sprach. Er fühlte sich extrem schnell angegriffen. Irgendwann sprach ich Probleme oder Kritik nur noch mit "Nicht böse nehmen aber..." an.
Er hatte kaum Kritik verkraftet, wollte darüber nicht reden.
Obwohl viele Dinge ganz normal und harmlos waren,einfache Probleme oder Sorgen, die man mit dem Partner eben besprechen muss. Ich hatte mich eine zeitlang gar nicht mehr getraut etwas anzusprechen. Darüber sogar mit einer Freundin gesprochen.
Manchmal kam er dann auf mich zu, sagte, dass wir ruhig reden können. Das freute mich natürlich immer, denn ich hatte Hoffnung, dass er sich bessert. Lange ging das dann aber doch nicht gut.
Er reagierte halt oft sehr schnell über, schon bei Kleinigkeiten. Er hatte sich natürlich irgendwie durchgerungen und mit mir gesprochen, ich merkte aber immer schnell, dass es jeden Moment wieder ausarten wird. Und so kam es dann auch oft, er beendete die Gespräche, ich fühlte mich schuldig.
Das wird mir jetzt erst alles bewusst.
Schnell ging ihm etwas auf die Nerven, auch im Alltag und bei Problemen, die nichts mit mir zutun hatten.
Ich hatte ja glaube ich schonmal hier erwähnt, dass er sich schnell über alles aufgeregt hatte. Ähnlichkeit mit einen Choleriker hat, wo selbst andere Personen/Freunde der Meinung waren.
Manchmal kam er mir auch tatsächlich etwas Empathielos vor! Ich dachte mir nur nie etwas dabei. Denn wenige Minuten später war er wieder ganz anders.
Auch wollte er immer viel Aufmerksamkeit, war schnell eifersüchtig, hätte am liebsten die Kontrolle gehabt. Alles positive war super, sprach man etwas negatives an ihm an, dann kam er damit schwer klar.
Wenn er etwas sagte, dann war es seiner Meinung nach gut und richtig, auch wenn ich ganz anderer Meinung war und für mich selbst anders entschieden hatte, dann war es mein Fehler, denn er hatte ja den besseren Vorschlag. Er entschied gerne für mich. Gab selber auch mal zu, dass er gerne für andere entscheidet.
Das ist echt Wahnsinn. Ihr fragt euch jetzt bestimmt, wie ich das alles ausgehalten hatte oder wie ich noch von einer tollen Beziehung reden konnte.
Sie war toll, ich war glücklich. Er hatte es anscheinend irgendwie hinbekommen, dass alles schnell verdrängt und vergessen war. Das die guten Seiten im Vordergrund standen.
Er war wie gesagt nie wirklich gemein zu mir, er hatte es irgendwie geschafft, dass ich mich trotzdem geliebt und gut gefühlt hatte.
Es ist schwer für mich,ich weiß es selbst nicht.
Es ist mir etwas unangenehm, denn scheinbar gab es doch so viele Anzeichen, nur er hat es geschafft, dass ich sie nicht sah und dass das Gute überwiegte.

Und selbst jetzt hat er mich noch als die Schuldige hingestellt, ich würde klammern, hätte kein Verständnis.
Und er hat es sogar geschafft, ich dachte wirklich kurz, dass ich es durchtrieben habe mit meinen Sorgen.