Zitat von hahawi:Der Druck, Emotionen zu kontrolieren, sich "zu benehmen".
Ein höheres Maß an Impulskontrolle.
Man ist ja schliesslich was besseres.
Das ist ohnehin das schlimmste Übel von allen. Auf andere herabzusehen, weil man denkt aufgrund der eigenen persönlichen Situation mehr Wert zu sein.
Was weiß ich weshalb ein Mensch schwerwiegende Probleme hat oder sich nicht so verhält wie ich es für richtig halte. Dazu kann ich mir eine Meinung bilden, aber zu denken er ist deswegen weniger wert finde ich vollkommen befremdlich.
Dieses "sich als was besseres" vorkommen erlebt man ja gerade total deutlich in der Politik. Da habe ich den Eindruck, dass es gar nicht mehr darum geht Schwierigkeiten gemeinsam zu lösen, weil jede Seite damit beschäftigt ist im Licht der Öffentlichkeit gut dazustehen.
Da spielt soviel Doppelmoral mit rein und Arroganz.
Wenn es dir selbst gut geht und du auf der Sonnenseite des Lebens stehst ist es ein leichtes sozial zu handeln. Kommst du gerade so halbwegs klar, dann musst eben erstmal schauen, dass es dir nicht noch mieser geht.
Die Konsequenzen dieser sozialen Entscheidungen, müssen aber letztendlich die Menschen tragen, denen es selbst nicht so gut geht. Immer mehr Steuern zahlen, wegziehen weil Wohnraum immer teurer wird, Umstrukturierungen im Schulsystem hinnehmen, mehr Geld für Essen zahlen.
Diejenigen, die diese Veränderungen auslösen betreffen die Konsequenzen kaum, die können sich das leisten. Da ist es kein Problem sich eine neue Heizung anzuschaffen, die den ökologischen Richtlinien entspricht, die können ihre Kinder auch auf teure Privatschulen schicken oder sie leben ohnehin nur teilweise in Deutschland, da sie aufgrund Karriere international zu gange sind.
Dass immer mehr Menschen aufgrund dessen frustriert sind, kann ich nur zu gut verstehen.
Oder auch dieses Amerika-Bashing, das in bestimmten Kreisen zum guten Ton gehört.
Mal davon abgesehen, dass es unseren Staat in dieser Form gar nicht geben würde wenn die Amerikaner nach dem zweiten Weltkrieg weniger wohlwollend und unterstützend gewesen wären.
Bekommen sie dermaßen eins auf die Mütze wie bei 9/11 wo innerhalb von knapp zwei Stunden mehrere Tausend Menschen getötet werden, fällt der deutschen Öffentlichkeit auch nichts anderes ein als nach wenigen Tagen des Mitgefühls auf den Entscheidungen der amerikanischen Regierung rumzuhacken, sie eines übertriebenen Patriotismus zu bezichtigen und den Präsidenten zum Vollidioten zu erklären.
Bei Moral, Besserwisserei und Kritik sind die Deutschen wirklich ganz vorne mit dabei.