YsaTyto
Gast
Zitat:Ich wünsche mir, dass die Menschen, die eine schwierige Kindheit hinter sich haben, dass alles ganz genau verstehen.
@plentysweet
Zitat:Das wäre sehr wünschenswert, ja. Nun kannst Du aber leider nicht alle fortpflanzungsfähigen Erwachsenen, die Schlimmes hinter sich haben, therapieren. Denn mit dem bloßen Verstehen ist es nicht getan. Es müsste die Geschichte der Betroffenen aufgearbeitet werden, alte Verhaltensmuster und Glaubenssätze abgelegt und ausgetauscht und Neue angelegt werden. Das sind mitunter langwierige therapeutische Prozesse.
wir hatten diesen Dialog hier schon einmal: das allein reicht mMn gewiss nicht immer weil diese Menschen manchmal übelste Lebensumstände ertragen müssen und diese manchmal erst zum Austicken führen.
Oder so: Du kannst eine beschi ssene Kindheit haben, trotzdem nicht zu Gewalt neigen, dann aber so katastrophale Lebensbedingungen ertragen müssen, dass man irgendwann austickt.
Ich halte diesen Aspekt für extrem wichtig und rege mich immer etwas auf, wenn man dann glaubt, das Problem allein mit guter Therapie behandeln zu können.
Ich selbst bin ein gutes Beispiel: klar, meine Kindheit war nicht rosig und sicherlich brachte mich das in teilweise unerträgliche Situationen. Und das fängt oft schon mit so banalen Dingen wie den Wohnumständen an. Wenn Du versuchst gesund zu werden, aber mitten im Elend lebst, Deine Nachbarn sich prügeln, tot saufen, Deine Wände wegschimmeln usw., hat das extrem starken Einfluss. Meine Besinnung setzte damals z.B. auch dadurch ein, dass ich das Glück hatte, einen ganz lieben gesunden Freund zu haben, bei dem ich immer sein konnte.