Ich finde, die viel häufiger von Männern verübten - ich nenne sie mal rohen - Gewalttaten, darauf zu schieben, dass Frauen schwächer sind als Männer und so etwas deshalb gar nicht können, sehr wenig überzeugend.
Gerade bei solchen Sachen wie Amokläufen oder sonstigen Angriffen mit Waffen spielt die Körperkraft eine völlig untergeordnete Rolle.
Auch eine Frau kann mühelos mit einem Lastwagen in eine Menschenmenge fahren. Auch eine Frau kann einen Mann mühelos töten, wenn sie eine Axt (oder eine gusseiserne Bratpfanne) in der Hand hält und er gerade nichts. Auch eine Frau kann mit einer Handfeuerwaffe auf Menschen schießen. Dazu braucht es keine nennenswerte Kraft.
Eine Frau tut solche Dinge aber sehr, sehr viel seltener als ein Mann.
Ich denke, das ist eine nicht zu leugnende Tatsache.
Wenn man aber gerade keine Waffe in der Hand hält, dann hat eine Frau in einer direkten körperlichen Auseinandersetzung mit einem Mann in aller Regel sehr viel schlechtere Karten, weil sie im Durchschnitt einfach sehr viel schwächer ist. Auch das ist eine Tatsache.
Solche Beschreibungen erscheinen mir daher sehr seltsam und unglaubwürdig:
Zitat von YsaTyto:Zudem erzählte er mir, dass es schon im Mittelalter? (sorry, habe es vergessen) in D ein Ritual gab, dass ungefähr so aussah: wenn Männer mitbekommen haben, dass eine Ehefrau mal wieder ihren Gatten verprügelte, sind die anderen Männer der Umgebung mit Töpfen um`s Haus gerannt und haben Lärm gemacht, damit die Gewalt durch die Aufmerksamkeit eingeschränkt wird.
Wieso sollten sie so etwas tun? Warum gehen sie nicht einfach rein und halten die Frau fest? Ich kann mir das nicht vorstellen, dass das so gewesen sein soll.
Und warum wehrt sich der Mann nicht selbst gegen seine Frau? Das ist - wie gesagt - für die meisten Männer rein körperlich gar kein Problem.
Ich habe davon gehört, dass es auch heute häusliche Gewalt geben soll, die von Frauen gegen ihre Männer ausgeübt wird. Ich glaube das, kann es mir aber auch nicht vorstellen.
Da ich seit Jahren Kampfkunst betreibe, habe ich nicht nur eine theoretische Vorstellung von Kräfteverhältnissen, sondern eine sehr praktische.
Wenn ich es mit einem durchschnittlichen Mann zu tun habe, ist das Kräfteverhältnis für ihn etwa so, wie es für mich ist, wenn ich gegen einen ca. 13-14-jährigen Jugendlichen kämpfe. Mit dem werde ich relativ einfach fertig, wenn ich es will. Dazu muss ich ihn auch nicht gleich totschlagen oder zurückprügeln. Den kann ich zum Beispiel festhalten.
Da frage ich mich dann, woran es liegt, dass diese Männer sich das widerstandslos gefallen lassen. An der Körperkraft kann es jedenfalls in den meisten Fällen nicht liegen.
Bei Frauen, die häuslicher Gewalt ausgesetzt sind, sieht es ganz anders aus. Denen fehlt oft schlicht die Möglichkeit, sich effektiv zu wehren.
Für mich liegt es klar auf der Hand, dass Männer nicht nur mehr Kraft, sondern auch ein viel höheres (körperliches) Aggressions- und Gewaltpotential haben als Frauen.
Daraus jetzt jedoch abzuleiten, dass Männer eine Fehlkonstruktion oder mangelhaft oder sonst wie fehlgeleitet sind, halte ich für absurd.
Wirklich, ich finde es regelrecht absurd, der Hälfte der Menschheit zu unterstellen, dass ihnen deshalb ein Konstruktionsfehler innewohnt.
Das wäre ein so grober Missgriff der Natur, dass ich das einfach total unwahrscheinlich finde.
Vielleicht liegt es daran, wie man Gewalt- und Aggressionspotential bewertet. Ich persönlich bewerte es absolut nicht negativ.
Meiner Ansicht nach gehört beides zu unserer Natur (auch der von Frauen) und ist überlebensnotwendig. Und wie so vieles auf der Welt hängt es vom Umgang damit ab, ob es mehr Schaden oder mehr Nutzen bringt.
Wir haben heute - denke ich - ein ziemlich ambivalentes, meist sogar sehr negativ geprägtes Bild von Aggressionspotential.
Dass es jedoch ambivalent ist, sieht man ja schon allein daran, dass viele Frauen sich einen starken Mann wünschen, der sie notfalls auch beschützen kann.
Aber was ist denn beschützen anderes, als dass er notfalls seine Kraft und sein Aggressionspotential einsetzt? Soll er sie beschützen, indem er mit Wattebäuschchen wirft? Und falls jetzt einer sagt: Er soll argumentativ überzeugen und damit Angreifer in die Flucht schlagen, dann antworte ich, dass er dafür aber nicht das Klischee des großen, starken Mannes erfüllen muss. Und auf genau den stehen viele Frauen.
Dieselben Frauen, die sich einen Beschützer wünschen, sind aber blank entsetzt, wenn dieser Typ einmal zu oft oder in der falschen Situation seine Kraft und sein Aggressionspotential einsetzt. Dann ist er nicht mehr der gute Beschützer, dann ist er der böse Schläger. Wenn das nicht ambivalent ist, dann weiß ich auch nicht.
Warum die Natur es so eingerichtet hat, dass Männer stärker sind und ein größeres Aggressionspotential haben, weiß ich auch nicht genau. Vielleicht kann uns das ein guter Biologe oder ein guter Sozialwissenschaftler erklären.
Aber ich bin sicher, dass es evolutionär betrachtet einen guten Grund hat.
Und warum dieses Potential bei manchen Männern gelegentlich völlig aus dem Ruder läuft, das weiß ich auch nicht.
Aber es gibt ja, wie ich sagte, viele Dinge, die eigentlich einen guten Sinn haben und völlig missbräuchlich eingesetzt werden können und dann großen Schaden anrichten können.
Die vorhin schon erwähnte Axt kann dazu dienen, Feuerholz zu spalten und damit für Wärme im Haus sorgen. Oder ich kann ausrasten und sie jemandem über den Schädel ziehen. Daran ist dann aber nicht die Axt schuld.
Ich glaube jedenfalls, dass viele Missverständnisse und Ressentiments hier dadurch entstehen, dass einige Männer glauben, man wolle sie pauschal verurteilen und ihnen einen Konstrukionsfehler unterstellen oder gar gegen sie hetzen, nur weil man sagt, dass sie das größere Gewalt- und Aggressionspotential haben.
Ich zumindest käme gar nicht auf so eine Idee, nur weil einige Typen (mehr als Frauen) diesbezüglich total aus dem Ruder laufen.
Übrigens @Summertime
Zitat von Summertime:wann erlebst Du - genau Du x. - jemals Ärger dir gegenüber.
Was soll das eigentlich, Leute hier mit ihrem Klarnamen anzusprechen? Geht's noch?